7.10.2006 - Mensch Meier: Malchin

Von Torsten Brumm, Oktober 9, 2006 8:55

Es ist Samstag, der 7. Oktober 2006, Mamas Geburtstag und Keimzeit Konzert Tag. Dominik machte sich zusammen mit Ihrer Freundin Jana auf den Weg und war ein wenig traurig, dass der Rest des Elektrofeldes „leider“ nicht kommen konnte. Es ist nun Samstagmorgen, mein Telefon klingelt, es ist Birgit: Du, ich will nach Malchin, kommst Du auch? Ein paar Sekunden überlegt, Malchin, 250km von Boizenburg entfernt, Mamas Geburtstag? Ja, ich komme, wir überraschen Dominik!

Malchin1

Kaffee Zeit ist vorbei, Abendessen steht an und ich werde langsam unruhig, noch schnell Abendessen und dann los, das Konzert geht gegen 21:30 los sagte mir Dirk – das schaffe ich locker! 20 Uhr, ich sitze endlich im Auto, Birgit ruft an, Sie ist auch schon auf der Autobahn aus Berlin auf dem Weg in den Norden.

Ich programmiere kurz mein Navi auf die schnellste Route und mache mich auf den Weg: A24 bis Schwerin, dann A241 Richtung Wismar, dann über Cambs an Orten wie „Nutteln“ vorbei. Meine rasante Fahrt wird dann gegen 21 Uhr, kurz vor Teterow ausgebremst - Baustellen – Birgit ist 3 Ampeln vor mir, was sich aber als ein enormer Vorsprung rausstellen sollte.

Tanzen

21:30 Uhr, ich erreiche Malchin und nun geht das Gesuche los, denn das KKH ist nicht wie angegeben in der Basedower Strasse 1 sondern wie sich nach einer kleinen Odyssee durch die Pampas Vorpommern rausstellen sollte, in einer Strasse Namens „Turmweg“ – aber egal, ich bin endlich da.

Hartmut

Am Eingang des KKH (ich vermute das steht für Kreis Kultur Haus) empfängt mich auch gleich ein netter, kahlköpfiger Türsteher mit den Worten: Da geht’s zur Kasse! Ich melde mich dort, Dirk schrieb mich liebenswürdiger Weise auf die Gästeliste und der Mann an der Kasse meinte darauf: Gehen Sie zu dem Herren dort, der wird Sie anbändeln!

Anbändeln? Ich will mit dem nicht anbändeln?!? OK, ich gehe wie befohlen zu dem anderen Ordner und lasse mir ein rotes Band an meinem Arm anlegen – ahhhh! Anbändeln! Jetzt wird’s mir klar!

Norbert2

Kaum drin im KKH, werde ich von einem grinsenden Dirk und Ralf begrüßt: Na, haste doch her gefunden? Birgit ist schon lange da! Nach ein paar Minuten Palaver gehe ich in Richtung Bühne, ich will ja die Dominik überraschen. Dort steht Sie nun, wie gehabt ausgelassen tanzend, zusammen mit AJ, Sven und Birgit – Sie ist ganz in Ihrem Element!

Ich schleich mich also vorsichtig an und begrüße die tanzende Meute – Hallo die Damen! Dominik freut sich sichtlich und von nun an verspricht es ein tolles Konzert zu werden.

Tanzen2

Keimzeit sind gerade dabei einen neuen Song zu spielen, das Publikum ist entspannt und ausgelassen am tanzen und ich beginne die ersten Fotos zu machen. Die Bühne des KKH ist recht klein und kuschelig, so dass ich die Chance habe, die Mannen um Norbert fast alle zusammen auf meine Bilder zu bekommen und der Sound ist außergewöhnlich gut für so eine Halle.

Dass man zu der Musik von Keimzeit nicht tanzen kann, wie ich vor kurzem in einem Artikel lesen durfte, kann ich hier jedenfalls nicht bestätigen, als ich eine tobende Masse von Malchinern hinter mir spürte.

Rudi/Ralf


KEIMZEIT IST KEINE TANZMUSIK: Ein Artikel, welchen ich kürzlich zum Erscheinen der neuen Live CD lesen durfte, stimmte mich doch ein wenig überrascht, denn entweder war der Schreiberling wirklich noch NIE auf einem Keimzeit Konzert oder er hielt sich, wie es die breite Masse der Presse Leute tut, hinter der Bühne im VIP Bereich auf und ehrlich, bei „Stüllchen“ und „Bierchen“ wird selten getanzt! Würde einer Dieser, mal den Weg vor die Bühne wagen, dann würde so was sicher nicht abgedruckt werden.

Tanzen3

Aber zurück zum Malchiner Konzert: Wie es bei solchen Dorf Veranstaltungen üblich ist, sind auch recht schnell die Dorfschönheiten am tanzen und der letzte Depp versucht sich im „pogen“ – KEIMZEIT ist KEINE POGO Mucke!

Sehr positiv fiel mir bei den ruhigeren Stücken eine kleine Gruppe Damen auf, die gut ausgerüstet mit Wunderkerzen, ein wenig „Kuschelfeeling“ in den Saal brachten – das sollte sich durchsetzen!

B-2006-10-07_TB_MALCHIN_9601.jpg

Norbert stimmt „Nathalie“ an und der Saal feiert und tanzt begeistert mit. Spatzi entert wie gewohnt bei dem Titel das Schlagzeug und Rudi nebst Ralf kaspern ausgelassen rum. Bei Rudis „Honeymoonblues“ ist dann Malchin nicht mehr zu halten – alles tanzt und singt. Leider hat auch der schönste Abend ein Ende, welches aber mit Wilco’s „Jesus etc.“ wirklich schön ausfiel.

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5 Antworten für “7.10.2006 - Mensch Meier: Malchin”

  1. A.J. Windows XP Internet Explorer 6.0 sagt:

    Der eingerollte Schlafsack.

    Unser letztes Keimzeitfest lag schon eine gefühlte Ewigkeit zurück (Belzig am 22.07.2006) und die ersten Anzeichen von Entzug machten sich breit. Auch der immer wiederkehrende besorgte Blick auf die Tourdaten versprach erstmal keine Besserung. Doch auch der längste Tunnel endet einmal im Licht - dieses Licht trug den Namen MALCHIN. Ja, Malchin. Was soll man dazu sagen. Viel fällt mir da nicht ein. Eine Stadt, die meiner Ansicht nach im Dornröschenschlaf liegt und der Prinz, der sie wachküssen soll, an Blumenallergie leidet. Also weiterschlafen. Nunja. Zu allem Überfluss waren wir auch noch sehr früh in diesem “verträumten” Ort und mussten nun irgendwie die Zeit totschlagen. Das KKH (wirklich Kreis-Kultur-Haus!!) war relativ schnell ausgemacht, also entschieden wir uns, noch etwas die Gegend zu erkunden und stießen in Basedow auf ein richtiges Märchenschloss - Schloss Basedow (nur mal so zur Information, falls es da mal jemanden hinverschlägt). Ansonsten gabs nicht viel, so entschlossen wir uns umzukehren, unseren Schlafplatz herzurichten und uns den leiblichen Genüssen hinzugeben. Von zwei Gaststätten am Kirchplatz hatte eine zu und so zog es uns ganz spontan ins Hotel Marcus, um uns für den Abend zu stärken (Ich hasse Tiefkühlerbsen !). Endlich war die Zeit ran und wir trollten uns zur Spielstätte, erbaten Einlass und wurden eingehüllt in einen Charme vergangener Tage. Rote Polstersessel und Tische in schrägem Reih- und Glied, das erinnerte doch schon sehr an Frauentags- bzw. Brigadefeste - eben Kreis-Kultur-Haus. Dem heimische Publikum schien es zu gefallen, von mir aus… aber ein Keimzeitkonzert im Sitzen? Nach Wiedersehensfreude und Kurzgesprächen begann nun die Veranstaltung mit der Vorband, die sich irgendwie Stalnes Strange (oder so) nannte. Die Jungs gaben sich alle Mühe und trafen offensichtlich die Herzen der weiblichen (einheimischen) Fans. Doch, die Musik war ganz gut. Ja, was dann kam hat Torsten so wunderschön aufgeschrieben, dass ich es hier nicht nochmal wiederholen muss. Nur weniges noch: Es war eine Freude, den Mannen auf der Bühne zuzusehen. Ich denke man kann auf den Fotos sehen, was ich meine. Ihre Spielfreude war mitreißend und gab mir - wie auch den anderen Gästen - wenig Chance zum Stillstehen. Es war ein so schöner Abend, der sich noch einige Zeit hinziehen sollte und irgendwann in verwundertem Kopfschütteln über das merkwürdige Verhalten geschlechtsreifer Kleinstädter auf Tanzveranstaltungen mit DJ Leo endete. Das war dann doch irgendwann zuviel des Guten und wir zogen uns in unsere Manjata auf vier Rädern zurück, krochen in die Schlafsäcke und es begann zu regnen.

    Wieder zu Hause angekommen, rollte ich den Schlafsack zusammen - er war sehr widerspenstig und ließ sich nur schwer in den für ihn bestimmten Überzug zwängen -. Mir kam der Gedanke, dass auch er das Ende noch nicht wollte und uns lieber noch 1 oder 2 mal zu einem Keimzeitkonzert begleiten möchte. Verstehen Schlafsäcke etwas von guter Musik?

    @Torsten:
    Das mit dem Anbändeln kommt mir irgenwie bekannt vor, wo habe ich das bloß schon mal gehört? :-) Meintest du mit Stephan Sven oder habe ich da jemanden übersehen?

    @birgit.b.
    Bist du gut angekommen? Das Wagenburg-Prinzip sollten wir nächstes Jahr beibehalten.

    @Dominik.
    Isch abe so gerrn mit dir gedanzt. Lass es uns wiederolen.

    Ich könnte hier noch stundenlang schreiben z.B.

    über den muskulösen Tänzer, der in mir die Überlegung aufwarf, dass er wohl seine Tanzpartnerin stundenlang in der Dirty-Dancing-Hebefigur umhertragen könnte, aber ob er sie auch zärtlich in den Arm nehmen kann, ohne sie mit seinen Oberarmen zu zerquetschen?

    ober über - aber das würde an dieser Stelle doch zu weit gehen also

    seid alle herzlichst gegrüßt
    AJ

  2. birgit.b Windows XP Internet Explorer 6.0 sagt:

    Es ist 2:51, ich komme gerade aus dem Kino (”Das Parfüm” - lohnt sich hinzugehen!), und muß hier zu nächtlicher Stunde noch so herzhaft lachen… :-))
    Danke Euch, Anja und Torsten für die lebhaften Impressionen dieses mehr als gelungenen Abends. Dem Gesagten ist wirklich nichts mehr hinzuzufügen, nur eins hier vielleicht noch: es ist immer wieder schön, mit Freunden wie Euch und natürlich unserer Band zusammen zu sein. Die mitunter recht weiten Wege lohnen sich in jedem Fall! Ich denke, wir alle sehen uns bald wieder. … und das mit der Wagenburg ist bestimmt noch ausbaufähig ;-)

    Ganz liebe Grüße

    Birgit

  3. A.J. Windows XP Internet Explorer 6.0 sagt:

    Nun war mein Eintrag schon über das gewöhnliche Maß hinausgewachsen und doch habe ich etwas wichtiges vergessen.

    Die beiden von der Band zum Besten gegebenen neuen Lieder Tokio Skyline und Dieses Mal(?) gefallen mir ausgesprochen gut. Den Letzteren habe ich schon auf einer Lesung nur mit Gitarrenbegleitung gehört. Wirklich toll. Leider vermisse ich den mir doch lieb gewordenen Torsten Schmidt. Kommt er noch mal wieder?

    Ach so, noch etwas in “eigener Sache”: Manjata wird natürlich MAYATTA geschrieben. Tja, der Teufel steckt halt im Detail :-).

    Bis dahin
    AJ

  4. Torsten Brumm Windows XP Firefox 1.5.0.7 sagt:

    @A.J.: Asche auf mein Haupt, ich habe es gleich korrigiert und meinte natürlich Sven…bleibt die Frage, wie komme ich auf Stephan und warum gerade mit PH ???

  5. A.J. Windows XP Internet Explorer 6.0 sagt:

    @Torsten
    Wer weiß, wer weiß.

    Übrigens der Fehlerteufel hat nochmals zugeschlagen: Es ist die MaNyatta. Peinlich, peinlich.

    LG Anja (AJ)

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