Impressionen eines Stadtfestbesuchs, oder: wie KEIMZEIT. das Hennigsdorfer Stadtfest aufmöbelte

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Dieser Beitrag wurde uns von Birgit B. zugesandt. Vielen Dank dafür.


26. August 2005 – eigentlich hatte ich vor, diesen Tag aus dem Kalender zu streichen, mich in die dunkelste Ecke meiner Wohnung zu verkriechen, mit dem fragwürdigen Ziel, einfach nur auf sein Ende zu warten. Aber dann… kam alles anders: – KEIMZEIT in Hennigsdorf!!! – Der Tag ist gerettet! Schluss mit Trübsal und hinaus ins „Grüne“!
Schön, dass es Internet gibt. Die notwendigen Informationen waren nach einigem Suchen eingeholt und es ging quer durch Berlin zum ersehnten Ziel.

Auf der Festmeile angekommen, schlenderten wir an diversen Losbuden, Süßkramständen, Imbiss- und Bierständen und „Plüschtier-Greifautomaten“ vorbei, bis zu einem größeren Platz mit Kettenkarussell und Bühne. Doch, was war das?! Tische und Bänke davor, an denen sich Menschen tummelten, welche im überwiegenden Falle das 65. Lebensjahr schon längst überschritten hatten. Waren wir hier wirklich richtig? Doch dann: bekannte Klänge von der Bühne (– Soundcheck -) und der Tourbus von KEIMZEIT ward auch schon gesichtet. Also doch richtig! Juhuuu!
Zugegebener Maßen waren wir ja auch etwas früh dran, das Fest wurde erst gegen 18°°Uhr offiziell mit der Ansprache des Bürgermeisters eröffnet. Diese wurde von einigen Jugendlichen (überwiegend männlichen Geschlechts und schon in etwas fortgeschrittener Verfassung) mit lautem Gegröhl begleitet. Sie waren wohl einzig wegen des angekündigten Freibieres gekommen, welchem sie dann auch rege zusprachen, bis das Fass innerhalb von Minuten geleert war. Zwei ältere Herrschaften in unserer unmittelbaren Nähe beteuerten sich gegenseitig: „Na ja, so ist sie nun mal, die heutige Jugend!“ – „Ist sie eben nicht!!!“ begehrte es in meiner Tochter auf. Ihre Mine verdüsterte sich zusehends und unsere Stimmung tendierte gegen Null, was zusätzlich dem Umstand geschuldet war, dass es anfing zu tröpfeln und ziemlich unangenehm frisch wurde.
Nach einer warmen Tasse Milchkaffee hob sich unsere Stimmung wieder etwas und wir wagten einen erneuten Versuch in die Nähe der Bühne zu treten. Die Sonne gab sich inzwischen auch redlich Mühe, den Abend etwas zu erhellen, wenngleich es immer noch ziemlich kalt war.
Vor der Bühne hatte sich inzwischen auch einiges getan. Es formierten sich zwei Blasorchester, links grün, rechts grau gekleidet, welche abwechselnd die annähernd gleichen Weisen spielten. – Aha, Vorprogramm! Verstehe… –
Dem oben schon erwähnten Publikum gefiel`s und ein „Pärchen“ schwang dazu sogar das Tanzbein. Irgendwie wurde ich unvermittelt an einen bestimmten Keimzeit-Song erinnert….
Die Krönung brachte dann noch ein Sangesbruder, welcher voll Inbrunst die Zeilen zum Besten gab: „ trink jeden Tag ein Glas Bier, aber nur eins und nicht mehr. Denn Bier ist ein Gebräu das gibt Kraft und macht schwer …“ so, oder so ähnlich jedenfalls. Nun waren wir komplett aus dem Häuschen und fast geneigt „Zugabe“ zu rufen, was uns dann allerdings doch zu peinlich war.
Mit der „Märkischen Heide“ war dann der Zauber endlich vorbei und die „Rentner-Fraktion“ begab sich so langsam auf den Heimweg, von wenigen Ausnahmen abgesehen.
Es ging inzwischen langsam auf 20°°Uhr zu und der Platz füllte sich mit Menschen, welche alle nur ein Ziel zu haben schienen: KEIMZEIT !!! Vom Baby bis zur Oma (wie gesagt, einige waren noch da) war alles vertreten und es hieß jetzt für uns, langsam gute Plätze zu sichern. Wir waren nicht allein!!!
–Natürlich nicht!!! –
Neben uns erschien ein junges Pärchen, unschwer als KEIMZEIT-Fans zu erkennen (Sie trugen ihre Gesinnung an den Leibern). Alsbald unterhielt sich der junge Mann mit einem Freund (wohl von der noch unwissenden Fraktion) über das bevorstehende Konzert. Dabei gab er einen kurzen Anriss der Bandgeschichte und neueren Entwicklung. Na, da hatte wohl jemand das Buch gelesen! … Gut so!

20°°Uhr – es war soweit. Die ersten Bandmitglieder betraten die Bühne. Applaus und Jubel von den Rängen. Die Musiker begaben sich an ihre Instrumente und es trat langsam Ruhe ein.
Das Erscheinen Norbert `s wurde von den Meisten scheinbar erst registriert, als er sich mitten auf der Bühne postierte. Dann natürlich mit doppeltem Beifall!
Souverän wie immer begann die Band ihr Entree mit „5 Sekunden“. Leider war es zu diesem Zeitpunkt noch etwas zu hell um die richtige Stimmung aufkommen zu lassen. Aber dies sollte sich in den nächsten Minuten noch grundlegend wandeln.
Die Musiker schienen „gut drauf“ und hatten sichtlich viel „Spaß bei der Arbeit“. Wir, in den unteren Rängen, hatten nicht weniger Spaß. Beginnend mit einigen Songs des neuen Albums nahm uns KEIMZEIT mit auf eine Zeitreise durch das gesamte Schaffen der Band.

Bei „So“ stellte sich bei mir wieder einmal ein gewisser „Gänsehaut-Effekt“ ein (ist dies doch das Stück, mit dem für mich vor einigen Jahren alles begann). „Millionen Blüten“ verzauberten uns und wir wurden mit einem „Schiff aus schäbigem Holz“ nach „Singapur“ verfrachtet. Spätestens bei „Kling-Klang“ konnte nun wirklich keiner mehr den Mund halten. Es wurde mitgesungen was das Zeug hielt. Dieses Lied kennt ja nun Jeder!
„Mama“, von Rudi gesungen, gefiel ganz besonders den Kleinen. Die versuchten unentwegt Klimmzüge am Bühnenrand und hüpften wie wild umher.
Ralfs Saxophon-Soli wurden mit tosendem Beifall bedacht. Einfach genial! Aber, nur kein Neid, Norbert, – auch Gesang ist was Tolles!!!
Besonders gespannt war ich auf „Mensch Meier“. Hatte ich von diesem Stück bisher ja immer nur gelesen. Ich muss schon sagen: wirklich grandios! Dat rockt ja richtich, Mensch!
Auch der alte Carpenters-Song als „deutsch“-Cover „Nah bei Dir“ – sehr schön interpretiert. Mir tun heut noch die Finger weh, vom Schnipsen….
„Nathalie“ (allseits geliebt) durfte natürlich auch nicht fehlen und wurde von der Band wieder einmal sehr originell parodiert. Besonders der „falsche Ton“ wurde mehrmals perfekt getroffen.

Leider ging der Abend auch hier viel zu schnell zu ende. Daran änderte auch die Zugabe nichts. Wir haben viel getanzt und unentwegt mitgesungen. Man möge uns einige kleine Textunsicherheiten verzeihen. Wir arbeiten dran!

Ob mir der Abend gefallen hat? – Was für `ne Frage! – Na klar! Hat er mich doch vergessen lassen, dass auch ich an diesem Tag der „Rentner-Fraktion“ wieder ein Jahr näher gekommen bin.

Danke KEIMZEIT

Wir sehen uns wieder! Und das bestimmt nicht nur noch ein Mal!

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