BD-Club rappelvoll

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Am Samstag dem 3.12. begeisterte Keimzeit vor ausverkauften Haus auf dem Ilmenauer Campus im Uni-Club „BD“. Nach 13 Jahren spielten sie ihren Wurzeln folgend wieder in einem kleinen Club. Die Nähe zum Publikum macht Keimzeitkonzerte aus, an diesem Abend sprang der Funke besonders schnell über, die Jungs um Norbert Leisegang hatten ihr Publikum Ruck Zuck verzaubert.

Der Abend begann mit einigen Hürden. Einlass sollte ursprünglich 20.°° sein, aber auch 20.30 stand die Schlange immer noch vor der Tür des Clubs. Diskussionen waren da zu hören, in der Zeitung stand doch 20.°° drin, was ist denn da los. Ja diese Zeitungsleute dachte ich mir so. 🙂 Die schreiben auch nicht immer die Wahrheit. Als es 10 Minuten später auch noch zu regnen anfing war die Stimmung vor der Tür etwas gedrückt. Jemand ging Richtung Einlass und konnte sich mit den Club-Leuten wohl einigen die fröstelnde Menge schon etwas früher hereinzulassen. Ein zuvor noch rot leuchtendes Ampelmännchen im Eingangsbereich sprang sogleich auf grün, das Zeichen dafür, man war gnädig. Hinein ins Warme.
Den Kartenabreisserposten konnte der Besucher schnell hinter sich lassen. Danach kam er in einen Flur mit Sitzgelegenheiten auf der rechten Seite. Wo um Himmels Willen sollte hier noch Platz für eine Bühne sein. Nun weiter gings, durch eine Tür im Flur konnte man in einen Raum sehen wo Norbert bereits wie üblich vor dem Konzert CD´s auflegte. Der Flur führte genau in diesen Raum wo gleich links die Bar war, für Getränke war also gesorgt. Lenkte man den Blick ein wenig nach rechts war da auch so eine Art Bühne zu erkennen. Bedingt durch die beengten Platzverhältnisse fiel auch diese ein paar Nummern kleiner aus. Man konnte sie durchaus Bühne nennen, denn man hatte es trotz der niedrigen Raumhöhe geschafft sie so ca. 15cm höher zu bauen. Die Musiker können also auf ihr Publikum herabsehen.
Der Club füllte sich sehr schnell, fast schon beängstigend. Vor der Bühne war vielleicht 6m Platz wo der harte Kern stand, der Rest verteilte sich bis weit hinten in die Nischen mit Sitzplätzen und Tischen.
Diejenigen Gäste, die vor dem Konzert noch ein wenig Konversation betrieben und somit etwas abseits der Bühne standen, begriffen schnell das sich dies als Nachteil herausstellen sollte. Die besten Plätze waren relativ schnell besetzt und weiter hinten hatte man das nachsehen.

Um kurz vor Zehn begann das Konzert. Viel konnte der weiter hinten in der dicht gedrängten Menge stehende nicht sehen, durch die Köpfe der Vordermänner gelang das ein oder andere Mal ein kurzer Blick auf Norbert und auch auf Rudi.

Nun was hinten an Klängen ankam war auch nicht so berauschend, da der kleine Club natürlich nicht die Technik und somit Verstärkerleistung einer großen Halle verkraften konnte war das Vergnügen in den hinteren Reihen nicht so groß. Das wollte so mancher Fan ändern, mit dem Bierglas in der Hand oder auch mit der erhobenen Kamera kämpfte er sich durch die nur schwer von seinem Platz weichende Menge. Hatte er es bis in die vorderste Reihe geschafft wurde dieser körperliche Einsatz mit einem hautnahen Kontakt zur Band und einem genialen Sound belohnt, so klar und verständlich kommen Norberts Texte nicht immer im Ohr des Fans an.

Passte der Nachvornestürmer nicht richtig auf konnte es durchaus passieren das er über den am Boden vor der Bühne sitzenden Ralf Benschu stolperte, der dort aufgrund der Enge im Club auf seinen Einsatz wartete.

Nun das Programm war wie üblich gut, nur dieses Mal waren alle besonders witzig drauf und haben ihre Späßchen untereinander sowie mit dem Publikum gemacht. Rudi hat gleich 3 neue selbst komponierte Titel vorgetragen neben dem von ihm bekannten „Mama“. Aber das hatte es dieses Mal in sich, er blödelte nur so vor sich hin und Spatz am Keyboard lachte sich halb kaputt.

So ausgelassen sah man die Band lange nicht, die Nähe zum Publikum putschte die Jungs wohl besonders auf, auf einer Distanz von vielleicht 1,5 m bekommt man auf der Bühne sowie auch davor jede Regung und Emotion des Gegenüber hautnah mit.

So muß es gewesen sein als die damals noch unter dem Namen „Jogger“ auftretende Band in kleinen Clubs ihr Stelldichein gab. Doch auch wenn Norbert mitten im Konzert eine Zehnminütige Pause ankündigte, damit sich die erhitzte Menge ein wenig abkühlen konnte, ein legendäres 5 Stundenkonzert wurde es dann leider doch nicht. Den normalen Konzertabschluss läutete der „Vorhang“ ein, aber das hieß noch nicht das Ende des Abends. Zugaberufe wurden laut und weiter gings. Es folgten noch einige Stücke u.a. auch „Jesus“ von Wilco, ein wunderbarer Titel. Coverversionen sind ja immer wieder im Programm der Band zu finden, so gab es auch „Nah bei dir“ von Erdmöbel, unterstützt von der Finger schnipsenden Masse, zu hören.
Der Abend schien schon beendet, aber Dank hartnäckiger Fans, die nicht mit dem Klatschen aufhören wollten, konnte die Band noch einmal überredet werden auf die Bühne zu kommen.

Zu guter Letzt erklang das legendäre „Flugzeuge“ in einer besonders langen Version. Ralf und Rudi steigerten sich wieder einmal richtig rein und lieferten sich so eine Art Duell an den Instrumenten. Gewinner gab es keine, beide brillierten und wurden euphorisch gefeiert. . Als der letzte Ton verstummte war es bereits kurz vor Eins, die Jungs verließen die Bühne. Der Abend war gelaufen, doch keiner wollte nach Hause gehen. Dank des hauseigenen DJ´s des Clubs, der sehr gute tanzbare Musik auflegte, wurde wahrscheinlich noch bis in die Morgenstunden weitergefeiert. Auch die gesamte Band ließ sich von der guten Musik fesseln und blieb noch bis kurz vor 3.°° im Club. Norbert hatte Riesen Spaß und rockte zur gespielten Musik richtig ab, die Tanzfläche schien fast ihm allein zu gehören.. Nun denn, natürlich wollte die Band auch noch ein wenig schlafen und so trennten sich die Wege von Band und Publikum am frühen Sonntag Morgen. Draußen war es mächtig kalt und der Wind fegte durch die Uniwohnblocks. Die letzten Gäste begaben sich im strömenden Regen auf dem Heimweg.

Berichte zum Konzert in den örtlichen Printmedien:

Freies Wort am 5.12.2005

Thüringer Allgemeine am 7.12.2005

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