Abspann im „Privaten Kino“

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Eine Tour nimmt ihr Ende am 17.12.2005 in Leipzig

Diesmal war es auch für mich ein weiterer Weg. Gut zwei Stunden Autobahn, vorbei an traumhaft weiß bezuckerten Wäldern und Feldern, hinein in eine Metropole, welche vor allem durch unzählige Baustellen und Umleitungen „brillierte“. Ja, es ist Winter geworden, in Deutschland. Und ja, die Stadt Leipzig schickt sich an, ihren Weltstadtcharakter durch den Bau einer hochmodernen Untergrundbahn zu unterstreichen.
Es gab wohl kaum einen ortsunkundigen Konzertbesucher, welcher auf direktem Wege sein ersehntes Ziel, das „Haus Leipzig“ erreichte. So hatte auch ich meine Probleme, eine Route zu finden, die mich diverse Straßensperren umgehen ließ und sicher zum Ziel führte.

Akustik-Konzert, hieß es in der Vorankündigung. Und – der Saal sei bestuhlt. -???-
Ich war mächtig gespannt. Konnte ich mir doch, ehrlich gesagt, ein Keimzeit-Konzert im Sitzen so gar nicht vorstellen.
Zusätzlich war noch ein kleines Treffen von einigen Leuten aus dem „Netz“ geplant. Ich beeilte mich also, um rechtzeitig vor Ort zu sein. Als ich am Haus Leipzig eintraf, war René aus Ilmenau schon zugegen und somit auch die Frage der „Fotoreportage“ geklärt. Schön, diesmal sollte es also „Arbeitsteilung“ geben.

Pünktlich um 19°°Uhr begann der Einlass. Wir erreichten den Vorraum zum Saal über eine, relativ rustikal anmutende, Holztreppe. Nun hieß es nur noch gute Plätze zu sichern, was uns Dank unseres frühen Erscheinens dann auch gelang.
So langsam füllte sich der Saal, bis dann kurz vor Beginn wohl auch der letzte Stuhl besetzt war.

Die Band betrat, wie immer gut gelaunt, die Bühne und begann zu spielen. Wer nun aber das, für die Tour obligate „5 Sekunden“ als Entree erwartet hatte, wurde eines Besseren belehrt. Es erklangen völlig andere, aber nicht weniger vertraute Töne. „So“ ließ es die Band den Berg hinunter laufen, – wie die Zeit, die seit Beginn der Tour inzwischen vergangen war.

Es folgten weitere schöne und vertraute Klänge, deren Aufzählung hier inzwischen müßig wäre. Immer wieder wurde mit einem Augenzwinkern die „Akustik“ der gespielten Stücke betont. Unser „Paul“ war diesmal aus mehreren ganz besonderen „Hölzern (?)“ geschnitzt, was durch Zwischenrufe aus den Reihen der Band bekundet wurde und die „Rentner“ stampften, etwas in „Vergesslichkeit schwebend“ daher.

Aber auch Neues aus Norberts und Rudis Feder wurde dem, immer noch „tapfer sitzenden“ Publikum dargeboten.
Und noch eine Überraschung hatte Keimzeit für uns parat: Die reizende junge Sängerin „Bobo“. Sie ließ nicht nur die Männerherzen höher schlagen, sondern begeisterte das gesamte Publikum im Duett mit Norbert und Spatz, sowie beim Vortrag einiger eigener Songs.
Die „feminine Ergänzung“ stand der Band wirklich gut, was vom Publikum mit begeistertem Beifall belohnt wurde.

Inzwischen hatten einige junge Leute beschlossen, sich dem „Sitzzwang“ vehement zu entziehen und begaben sich in den Mittelgang zwischen die Stuhlreihen um zu tanzen. Auch ich hatte so meine Schwierigkeiten auf meinem Stuhl sitzen zu bleiben, was mir zeitweise nur unter Zuhilfenahme einer meiner Hände, welche ich in das Seitenteil des Stuhles krallte, gelang.

Nachdem musikalisch der „Vorhang“ gefallen war, ließ sich die Band wie immer nicht lange bitten, noch einige Zugaben zu bringen. Auch „Bobo“ durfte ihr Können noch einmal unter Beweis stellen und alle wurden mit anhaltendem Beifall begleitet.

Nur eines fehlte an diesem Abend noch und wurde von den Fans lautstark gefordert. „Flugzeuge“ – Ohne dieses Stück gehört zu haben, wollte wohl niemand die Band nach Hause fahren lassen. Der Applaus brach nicht ab und die „Zugabe- und „Flugzeuge“- Rufe wurden immer lauter. Da half dann kein „Zappeln“, Keimzeit musste zurück auf die Bühne und tat dies dann auch, zu unser aller Freude.

Das nicht enden wollende „Flugzeuge“ wurde wieder zu einem Erlebnis, die Musiker liefen zur Bestform auf und inzwischen hielt es Niemanden im Publikum mehr auf den Sitzen.
„Standing Ovations“ Wann gibt es das bei Keimzeit-Konzerten schon?! Sehr selten, aber nur aus einem Grund: Wer schon steht, kann nicht mehr aufstehen! Dies gibt einem „Sitzkonzert“ einen ganz neuen Sinn.

Nach gut drei Stunden war dann alles vorbei, das Konzert und die Tour beendet. Ein großartiges Konzert vor einem großartigen Publikum brachte den krönenden Abschluss.

Danke, Keimzeit, für ein phantastisches, erlebnisreiches musikalisches Jahr, für viele wunderschöne Konzerte und eine Musik, die einfach Freude macht.

Ich wünsche allen, der Band nebst Familien, Freunden und Fans ein schönes, besinnliches Weihnachtsfest und einen glücklichen Start ins neue Jahr!

Birgit B.

Fotos zum Konzert in der Galerie.

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