„Hosen“ wieder hoch… und weiter m(l)achen !

Posted on Updated on

Ein Abend für Kurzentschlossene… Also, entschloss ich mich kurz, zog Hose und Pullover an und machte mich auf den Weg nach Potsdam.

Wie schon so oft, war im Vorfeld der Zufall Meister des Glücks gewesen und hatte mir, …rein zufällig…, für diesen Freitag einen, wie der Name schon sagt, zusätzlichen „freien Tag“ beschieden. Nun wusste ich auch endlich, was mit dieser zufällig erworbenen freien Zeit Sinnvolles anzufangen wäre.

Fein! Also rein in die S-Bahn, danach in den Regio umgestiegen und nach knapp einer dreiviertel Stunde war ich auch schon vor Ort.
Mist! Fast eine Stunde zu früh! Der Kartenverkauf begann erst 20.30 Uhr. Nun, die verbleibende Zeit nutzte ich, um mich nach eventuellen Bahnverbindungen für die Rückfahrt zu erkundigen und mir den Veranstaltungsort schon einmal etwas näher anzuschauen.

Ein Theaterschiff! da lag er nun, der in seiner ursprünglichen Bestimmung ausgediente und für seine neue Aufgabe stilvoll hergerichtete, alte Frachtkahn, mit dem vielversprechenden Namen „Sturmvogel“. …Durch welche künstlerischen Stürme er mich heute wohl geleiten würde? …

Ich ging an Bord und wurde sogleich von einem, in rustikaler Gemütlichkeit eingerichteten Gastraum empfangen, welcher schon reichlich mit fröhlich plaudernden Menschen angefüllt war. Dort erhielt ich dann auch meine Karte und versuchte, mich in eine „ruhige“ Ecke zurückzuziehen, was mir natürlich nicht gelang.

Die Schiffsglocke wurde geläutet und der Einlass begann.

Wir wurden in den Frachtraum geleitet, welcher mit Stühlen und einer Bühne ausgestattet war.
Dies waren also für unsere Künstler heute die „Bretter die die Welt bedeuten“, oder sollte man hier lieber „Planken“ sagen? Ein bezauberndes Ambiente für ein, das Publikum humorvoll verzauberndes Programm.

Wer jetzt hier von mir eine detaillierte Berichterstattung über das Dargebotene erwartet, den werde ich leider enttäuschen, da ich niemandem die Spannung und Neugier auf das Programm nehmen möchte, welches als „Lesetour 2006“ im Mai beginnen und sicherlich noch Viele begeistern wird.

Nur dieses sei hierzu gesagt:

Während Frank Braun mit meisterlichen Wortspielen und verbalen Attacken auf die Lachmuskeln brillierte, präsentierte Norbert in seiner charmant charismatischen Art, humorvolle Anekdoten aus seinem Bandleben, welche beim Publikum Wogen von Lachkrämpfen verursachten, dass sich buchstäblich die „Balken bogen“.

Zeitweise hatte ich Schwierigkeiten, die Lachtränen im Zaum zu halten und die Stimmung war so gelöst, dass es selbst den Akteuren schwer fiel bei ihren Vorträgen „ernst“ zu bleiben. Das Programm wurde ergänzt durch einige musikalische Einlagen mit Gitarre, Trompete und Gesang, welche aus alt bewährten, aber auch neueren Keimzeit-Werken bestand.

Nach Ende des Programms ließ das Publikum nicht locker und forderte, wie auf „echten Konzerten“, einige Zugaben. Nun war nichts mehr geplant… Kurzes Überlegen und Norbert stimmte den „Löwen“ an. Schön, dieses wunderschöne „Schlaflied“ einmal wieder zu hören.

Danach verspürte er aber doch noch Lust, eine letzte Geschichte vorzutragen und auch Frank Braun ließ sich nicht lumpen und gab eine allerletzte Geschichte zum Besten. Danach die Verabschiedung, welche mit Beifallsstürmen begleitet wurde. –Die „Sturmvogel“ hatte nun doch noch ihren „Fahrtwind“ bekommen.

Fazit:

Ein wirklich gelungener Abend, welcher den kurzen Entschluss in jedem Fall rechtfertigte und meine Erwartungen in jeder Hinsicht übertraf. Ich wurde lange schon nicht mehr so gut unterhalten und habe selten so viel gelacht!
Nur ein Fakt irritierte mich ein wenig. Trotz vollem „Schiffs“ blieb der Platz rechts von mir leer. Wie gern hätte ich einen lieben Menschen bei mir gehabt, mit dem ich den Spaß hätte teilen können… So blieb ich allein, an dem „kurzfristigen Abend“ … – für mich auch eine Premiere -…

Comments are closed.