Meier’ s Sippe im Speicher, Wohnzimmeratmosphäre im Irish Pub, Norbert und Frank lassen die Hosen runter

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Wie schon die Überschrift ausdrückt, erwartete uns am vergangenen Wochenende ein musikalisch, kultureller Höhepunkt an zwei Tagen.

Ralf Benschu, Matthias Wacker, Mark Wallbrecht und Sebastian Hillmann gaben sich als Saxophon Quartett „Meier’ s Clan“ die Ehre am Samstag Abend im Schweriner Speicher zu spielen und uns mit einer Vielfalt an Klassik, über Swing, Jazz bis hin zum Pop zu verzaubern.

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Wir hatten uns in die einladenden Couchen des Speichers gelümmelt um uns vor dem Konzert ein wenig zu unterhalten. Ein scheinbar leicht gestresster Ralf fegte die Treppe hinauf und geradewegs an uns vorbei. Erst auf den zweiten Blick bemerkte er uns und begrüßte uns freundlich. Er sei ein wenig nervös, da er sich letzte Woche ein neues Saxophon zugelegt hatte und das Spielen auf diesem ein neues Gefühl hervorbrachte, erzählte er.

Wir unterhielten uns kurz. Nach dem Konzert würde es für ihn gleich weitergehen nach Neuruppin. Eine Stierparty für all die im Sternzeichen Stier Geborenen. „Olé!“ Anschließend, die Bestuhlung im Speicher reichte gerade aus, ergatterten wir Plätze in der ersten Reihe.

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Das Licht erlosch.

Saxophonklänge strömten von hinten kommend durch den Speicher. Als Ouvertüre diente „Hilf, Herr meines Lebens“ von H. Puls. Mit viel Gefühl und Humor wurden Stücke gespielt, wie „Die Ankunft der Königin von Saba“ von Händel, „A groovy kind of love“ (T. Wine/C. Sager), „A Klezmer Wedding“ von Mike Curtis – ein Stück welches die vier sich einer jüdischen Hochzeit entnommen hatten, was sehr traurig begann, „Wie eben der Abschied aus dem Junggesellendasein!“, wie Matthias Wacker zum Besten gab.

Mein absoluter Favorit an diesem Abend war Henry Mancini’ s „The Pink Panther“. Zusätzlich zu Musik, Gefühl und Humor kam die Wut. Hier wurde dann auch schon mal diverses Geschirr auf die Bühne geschmissen – alles zur Show gehörend natürlich.

Der Applaus zum Ende des Konzertes ließ die vier Musiker zu einer Zugabe verleiten um sich hernach, gepellt aus den weißen Anzügen, das wohlverdiente Bier zu gönnen. Nach dem Konzert schwelgte ein jeder in Konversation.

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Um unserer Tanzwut gerecht zu werden beschlossen wir nach dem Konzert im „Thalia“ die Tanzbeine schwingen zu lassen. Hier wurde selbstverständlich neben „Stadium Arcadium“, „Personal Jesus“, „Passenger“, „Billie Jean“ und vielen anderen Schmuckstücken der Musikgeschichte auch „Kling Klang“ gespielt. DJ Jens wirkte konträr zu uns sehr frustriert, er hatte sich seinen Laden voller gewünscht. So ging er an diesem Abend zum Lachen in den Keller.

Wir hingegen hatten unseren Spaß.

„Zu einer Lesung wollt ich und ging auch hin …“

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Diese lang durchzechte Nacht machte es mir hernach nicht unbedingt leicht, mich aufzuraffen die 43 km von Schwerin in die Parchimer Metropole zurückzulegen. Eher hielt mich die warm flauschige Daunenwelt gefangen und ich träumte vor mich hin. Allein jedoch der Gedanke auf das Zusammentreffen mit Freunden, Mitstreitern des Elektrofeldes und der „Anblick der heruntergelassenen Hosen“ der Herren Braun und Leisegang mobilisierten die Restenergie vom Vorabend.

Eine Tafel Schokolade beflügelte mich und verlieh mir neuen Tatendrang. Ich also rief meine Begleitung an und somit trafen wir uns 18:00 Uhr, um uns gemeinsam auf den Weg zu machen.

Ein wonniger Sonntag – Mai – Abend. Die Luft war frisch gewaschen vom Regen, nur gelegentlich kitzelten vereinzelte Sonnenstrahlen unsere Nasenspitzen durch die Windschutzscheibe.

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Es bereitete kein langes Suchen, den Irish Pub in Parchim zu finden. Dort angekommen und den Eintritt bezahlt war unsere erste Handlung das Bestellen eines Tropfengetränkes auf alkoholischer Bierbasis, welches ein wohliges Gefühl in der Magengegend bereitete.

Der Irish Pub in Parchim, ich war vorher nie dort, ist urig gemütlich, eingerichtet mit diversen Sitzgelegenheiten für die Anwesenden. Warten auf die beiden Künstler bei entspannter Musik und familiärer Atmosphäre ist hier also mehr als angenehm.

Bei deren Erscheinung zauberte sich ein Grienen auf die Gesichter aller. Nach begrüßenden Worten Seitens Norbert und einer kleinen musikalischen Einlage begann Frank sofort mit seiner ersten Geschichte: „Zu einer Lesung wollt ich und ging auch hin …“.

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Um all den Glücklichen, die diese Lesetour noch vor sich haben, nicht zu viel zu verraten, schließe ich geschichtenmäßig an dieser Stelle ab oder viel mehr fange gar nicht erst an. Köstlich ist es allemal. Gestik, Mimik und versehentliches Räuspern der Künstler lassen die Lachmuskeln vibrieren. Warum zumindest verbal die Hose gelassen wird, ist nach dem letzten Geschichtchen dann auch klar. Neben den Erzählungen haben sie auch musikalisch, neben Keimzeit – Klassikern, diverse Stücke im Repertoire. Wir, das Publikum, zeigten uns sehr sitzfleischlastig und so gab es schlussendlich eine Zugabe.

Die Künstler und ihr Publikum fanden sich später zu Gesprächen zusammen, es wurde gelacht, getrunken, geraucht und hier und da ein Fernseher von der Wand gerissen. Soll vorkommen, näääch!? Feierdepartmentbesitzer Jan Micheel sah diese Aktion locker, zog genüsslich an seiner Zigarette und war sich sicher, dass der Typ ja wohl’ ne Haftpflichtversicherung vorweisen kann.

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Ich stelle mir solch eine Woche Lesung, jeden Abend eine andere Lokation, die es zu befahren galt, anstrengend vor. Nach dieser Lesetour – Woche, schätze ich, waren die Herren – wie drückte sich Herr Braun gleich aus? – „sautot? Nein! Eber tot!“

Dominik

Fotos: Meiers Clan im Schweriner Speicher

Fotos: Hose Runter Lesung im Irisch Pub Parchim

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