15.07.2006 – Alte Badeanstalt zu Bützow

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Bützow.

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Was gibt es zu dieser Stadt mehr zu sagen, als dass ich dort nicht tot über’ m Zaun hängen würde wollen?! Ein gemütliches kleines Städtchen, dessen Bürgersteige sich Samstags offensichtlich gegen 18:00 Uhr schon hoch klappen und die Lichter ausgehen. Die Jugend trifft sich feiernd zu dieser Uhrzeit und lümmelt sich im Club auf alten Couchen. Neugierig beobachtet sie mit listigen Blicken das Geschehen und die fremde Menschenschar die sich an diesem Abend in Richtung Badeanstalt begibt.

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„Eeey! Kommt rein!“, brüllen sie durch geöffnete Fenster, als wir vorüber gehen. Wir allerdings sind mehr an dem anstehenden Konzert interessiert und freuen uns auf unser erstes Hopfengetränk an diesem lauen Sommerabend.

Die Kulisse um die Badeanstalt ist entzückend. Der See liegt ruhig, Seerosen sammeln sich in ihm und die Leute haben sich, bewaffnet mit Bratwurst und Getränken, auf Decken und Bänken ans Wasser gesetzt. Hie und da entdecke ich bekannte Gesichter, ein schönes Gefühl. Ich freue mich auf das Konzert.

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Zu Konzertbeginn haben wir uns gut in die erste Reihe manövriert und in ihr positioniert um den vorhandenen Tanzraum ein wenig ausnutzen zu können. Es ist inzwischen kurz nach neun. Keimzeit bewegen ziemlich vieles und in diesem Moment eben sich, Richtung Bühne. Gleich fällt auf, dass der Gitarrist sich seines Bartes befreite und auch der Sänger nun wieder kürzeres Haupthaar trägt.

Norbert, der gerüstet mit einer Flasche Wasser und einem Kaffe auf die Bühne schlendert, begrüßt das Publikum wie immer mit hochgezogenen Mundwinkeln.

„Na Rudi! Auch’ n Kaffee mit Baileys? Oder lieber mit Brause?“

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Die nächste Anmerkung Seitens Herrn Leisegang ist, dass sich unter dem Dach der Bühne Schwalben einquartierten um dort zu nisten. Der Drummer habe sich einen Hut mitgebracht, sollte das gefiederte Volk entschließen, sich um einiges aufgenommene dieses Tages zu entledigen, möchte er dennoch schon ganz gerne weiter spielen.

Das Konzert ist wundervoll und bietet alles um Neu und Alt, was von einem Keimzeit-Konzert zu erwarten ist. Sei es Musik für die Liebenden oder diese, die einen Jeden bewegt seine Hüften schwingen zu lassen.

Während des Konzertes stürzt eine Frau auf die Bühne, krallt sich den Sänger, steckt ihm eine Rose zu und drückt ihm stolz einen Kuss ins Gesicht. Norbert errötet leicht.

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„Äh, ja. Was wollte ich nun gleich sagen …? … ich habe meinen Text vergessen!“

Das Publikum feiert ausgelassen. An diesem Abend stimmt einfach alles – das Wetter, es ist angenehm warm und der Mond leuchtet hell hinter der Bühne. Bei Kling Klang lässt dann Jedermann die Stimmbänder vibrieren und singt ausgelassen mit – teilweise ohne der Melodie ansatzweise gerecht zu werden. Ein köstliches Schauspiel.

Nach zwei Zugaben lassen wir uns nicht abbringen nach „Jesus, etc.“ von Wilco zu bitten. Die Band kommt ein letztes Mal in dieser Nacht auf die Bühne.

„Heute kommen wir gar nicht zum Schluss!“, meint Norbert daraufhin.

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Wir sind glücklich. Ein Stündchen noch mischen wir uns unter das Konzertvolk und beobachten vom Ufer aus den See, um uns anschließend fröstelnd aber verzaubert zum Wagen zu begeben.

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