Keimzeit beim Flugplatzfest – Ein etwas „anderes“ Event…

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Welch ein Glück! 26. August, Urlaub und andere unbedeutende Ereignisse – und Keimzeit spielt wieder! Diesmal wieder einmal in Jena, wo mir das Publikum seit dem Frühjahr noch in angenehmster Erinnerung war…

Also, Bahnticket gekauft, dreimal Umsteigen und fünf Stunden Fahrt eingeplant, um Kosten zu sparen und frohen Mutes auf den Weg gemacht…

Die Vorfreude war groß, sollte ich dort doch wieder einmal auf liebe Freunde treffen und mit ihnen einen aufregenden Abend bei guter Musik verbringen.

In Jena angekommen, schnell noch das Quartier für die kommende Nacht aufgesucht, in die brandneue „Arbeitskleidung“ geschlüpft und ab ging’s, zum Flugplatz Schöngleina auf das „Mega-Sommer-Festival“.
-Von wegen „Sommer“! – Die Sonne hielt sich fast ausschließlich hinter dicken Wolken versteckt, aus denen es ab und an auch etwas rieselte und bei Temperaturen unterhalb der 20° -Marke wäre dann wohl doch eher von „Herbst“ zu sprechen gewesen.

Nun, wir ließen uns den Spaß durch das mäßige Wetter nicht nehmen, stellten das Auto auf das, eigens dafür bereitgestellte Feld ab und wagten den Aufstieg zum Tower des Flugplatzes.

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Oben angekommen überfielen uns Durst und Hunger und da bis zum abendlichen Konzert noch viel Zeit blieb, kehrten wir erst einmal in das dortige Lokal ein.
Dort trafen wir auch auf unsere zwei Freunde und es wurde eine lustige Runde. Inzwischen hatten sich die Regenschauer zu einem zünftigen Landregen entwickelt, welcher uns zu einem längeren Verweilen in trauter Gastlichkeit einlud. Das war ja auch nicht weiter tragisch, sollte Keimzeit ja erst gegen 22:00 aufspielen. Es blieb also noch jede Menge Zeit.

Kurz vor 22:00 zogen wir dann doch gemeinsam in Richtung Festplatz und Bühne, wo die Umbauarbeiten für unsere Band schon in vollem Gange waren. Pünktlich hatte auch der Regen sein feuchtes Treiben eingestellt und der Platz begann sich zu füllen.

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Die Bühne, relativ groß und relativ nass, sah heute ein wenig anders, als von üblichen Keimeit-Konzerten gewohnt aus. Im Hintergrund stand jede Menge fremdes Equipment, wohl für später noch nachfolgende Darbietungen gedacht, und auch die Lichttechnik hatte sich für den heutigen Abend etwas ganz besonderes einfallen lassen. Im Hintergrund waren neben den üblichen Scheinwerfern noch diverse rot leuchtende Leuchtstoffröhren angebracht, welche dem Raum davor eine ganz eigenwillige farbliche Note verliehen. Auch schien die Beleuchtung der Bühne an diesem Abend hauptsächlich aus dem hinteren Bereich zu kommen, was die Musiker zeitweise für den Betrachter in geheimnisvolles Dunkel hüllte. Eine Tatsache, die besonders den Fotografen in unseren Reihen „hoch erfreute“.

Die Musiker formierten sich inzwischen auf der Bühne. Doch was war das? Auch hier eine Neuerung. Heute schien alles irgendwie seitenverkehrt. Rudi, sonst vom Publikum aus immer auf der rechten Seite stehend blieb heute auf links, Hartmut dagegen ungewohnt rechts und Spatz war links hinten im äußersten Eck platziert. Selbst Norbert hatte im Laufe des Konzertes seine Mühe, ihn ausfindig zu machen. Er allerdings hatte seinen gewohnten Platz weiterhin inne. Es hätte ja auch wenig Sinn ergeben, ihn als Sänger vielleicht ganz nach hinten zu platzieren.

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Unbeirrt dieser Innovationen begann die Band freudig aufzuspielen und spulte ihr Repertoire in gewohnt souveräner Weise ab. Wir, gut gelaunt, feierten jeden Song mit, wenn uns an diesem Abend auch leider wieder nur die Kurzvariante an keimzeitlichen Darbietungen offeriert werden sollte. Nun, es handelte sich hier ja schließlich um ein „Festival“ bei dem der zeitliche Rahmen sicherlich eng gesteckt war und für jede Darbietung nur begrenzten Raum zuließ. Alles in Allem war es hinsichtlich des keimzeitlichen Auftritts aber doch ein gelungener Abend, welcher unsere Fan-Herzen höher schlagen ließ. Mir wurde im Nachgang einmal wieder bewusst, dass solche „Festivals“ ihren eigenen Gesetzen unterliegen und nicht mit gewöhnlichen Konzertabenden zu vergleichen sind.

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Ein kleines Highlight des hiesigen Keimzeit-Auftritts möchte ich hier jedoch nicht unerwähnt lassen, wenn es auch eher dem Zufall geschuldet war: Just in dem Moment, als Norbert das Lied „Singapur“ ( eines meiner Lieblingslieder) anstimmte, begann der Himmel wieder seine kühlen Tränen zu vergießen und erweckte in mir die Illusion, tatsächlich auf den glitschigen Balken eines alten Segelschiffs zu stehen, welches der raue Wind eines aufsteigenden Orkans umspielt und mir die Gischt ins Gesicht sprühen lässt. So authentisch habe ich dieses Lied bisher noch nie erleben dürfen.

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Nach einigen Zugaben, wie gewohnt, war dann der Abend mit Keimzeit auch schon wieder vorbei und die Bühne wurde für die nachfolgenden Acts freigegeben.
Es erschienen mehrere junge Menschen mit diversen Schlaginstrumenten, die „Grooving Flames“ mit ihrem Percussion Special und heizten dem Publikum mit ihren Rhythmen tüchtig ein. Wir, immer noch in Feierlaune, jubelten auch ihnen zu und hatten unseren Spaß.

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Nach einer weiteren Umbaupause sollte dann wohl die „Hauptattraktion“ dieses Abends ihren großen Auftritt haben.
Die „Party-Rockband Swagger“, nach eigener Angabe „eine der beliebtesten Coverbands über die Grenzen Thüringens hinaus“ gab sich die Ehre, nach Keimzeit die Bühne zu betreten und wurde von den örtlichen Lokalpatrioten auch gebührend gefeiert…

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Sie begannen ihr Spiel mit „Engel“ von Rammstein und böser, böser Mine und Bühnenshow. Dabei sollte selbst ein Feuerschlucker nicht fehlen… spielten einige Coversongs aus den siebziger und achtziger Jahren, wie beispielsweise „live is live“ und andere, mir nicht mehr in Erinnerung gebliebene Stücke. Ja selbst vor Songs von den „Ärzten“ und „Sportfreunde Stiller“ machten sie keinen Halt. Wirklich Kontrastprogramm! –Dem hiesigen Publikum schien es zu gefallen…
Als dann auch noch „YMCA“ (ursprünglich von den „Village-People“ gesungen) erklang, hielten wir es dann doch an der Zeit, das Feld zu räumen und dieses den „Lokalmatadoren“ gänzlich zu überlassen.

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Wir begaben uns sodann gemütlich zu schon oben erwähntem Feld, auf dem die Fahrzeuge geparkt waren, wollten uns noch von unseren Freunden verabschieden und uns in unsere Unterkunft begeben. Soweit, so gut… Nur, es sollte zunächst etwas anders kommen, als geplant. Am Auto angekommen, stellten wir fest, dass das Feld inzwischen durch den Regen so aufgeweicht war, dass an ein problemloses Davonkommen nicht zu denken war. Einige Festivalgäste ließen sich schon geraume Zeit von hilfsbereiten Passanten aus dem Matsch schieben, oder nahmen die freundliche Hilfe der hiesigen Bauern mit schwerem Gefährt an. Oder sie versuchten verzweifelt aus eigener Kraft aus der Pampe zu kommen, was zumindest bei einem Gefährt in einem mittleren Fiasko endete, als dieses eine Böschung hinunterrollte und mit der Schnauze voran im Graben landete.

Wir hatten da mehr Glück und konnten mit etwas Hilfe und Lehmverkleisterten Schuhen wieder festen Boden unter die Räder bekommen und somit den Weg zu unserer Pension antreten.
In der Zwischenzeit war der Keimzeit-Tourbus schon längst wieder unterwegs und „Swagger“ spielten fleißig weiter ihre Coversongs…

Bericht: birgit.b

Fotos: rene.h

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