Da rockt sogar das Schlossgespenst!

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02.09.06, Schloss Prötzel

Das Wetter war schön, die Gelegenheit günstig (Prötzel liegt schließlich genau vor den Toren meiner Heimatstadt Berlin) und Lust hatte ich sowieso. Hieß es doch, endlich wieder einmal ein „richtiges“ Keimzeit-Konzert zu erleben. Nach all den „Open Air´s“ und „Festivals“ sehnte ich mich nach einem Konzert mit „Dach überm Kopf“, vollem Programm und Stimmung, dass sich die Balken biegen.

Also, Termin und Zeitplan gecheckt (zu dumm, dass nirgends der Beginn der Veranstaltung verzeichnet war), also mal schnell 20:00 Uhr vermutet, rein ins Auto, Straßenkarte gegen eventuelles Verfahren auf den Beifahrersitz gelegt und los ging’s…

Von einer Anhöhe kommend, fuhr ich in den Ort Prötzel ein, wo ich kurze Zeit später eine Wiese mit angrenzendem Parkplatz sah, der von zwei Leuten in orangefarbenen Westen „bewacht“ wurde. Ich dachte, hier muss ich wohl richtig sein, werde mal ranfahren und fragen. „Ich will zu Keimzeit, bin ich hier richtig?“ der junge Mann in orange sah mich vielsagend grinsend an… – Ja klar! Wo sollte ich denn auch sonst hin wollen! Drang ihm doch durch mein geöffnetes Wagenfenster gerade lautstark die Musik der „Nachtvorstellung“ entgegen… „Ja, sie sind hier richtig. Da hinten is noch n Platz frei, da können Sie sich hinstellen.“ Ich bog ein, suchte meine sieben Sachen zusammen und stieg aus. „Wo soll denn die Sache hier stattfinden?“ fragte ich noch. „Na hier, im Schloss“! Der junge Mann deutete auf ein großes, etwas baufällig erscheinendes Gebäude hinter der Wiese. Nun ja, das Schloss hatte ich mir etwas anders vorgestellt, aber der erste Blick trügt ja bekanntlich oft.

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Etwas später, als ich den netten jungen Mann mit seiner, ebenso netten Begleiterin (ebenfalls in orange) noch einmal traf, meinte er, von der Rückseite aus, sei das Schloss noch viel schöner anzuschauen und die Landschaft mit See wäre sehr idyllisch.

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Er sollte Recht behalten. Hinter dem Schloss tat sich eine Landschaft mit wild romantischem Charme auf, die einen zum andächtigen Verweilen einlud. Aber deswegen war ich ja nicht hier her gekommen, fiel mir nach kurzer Rast wieder ein. Also flugs zum Eingang gelaufen, Karte gekauft und… – erfahren, ich hatte noch jede Menge Zeit-

Diese vertrieb ich mir dann auch irgendwie. Ich war etwas erstaunt, dass nach einer längeren Wartezeit die Menge in den Vorräumen sowie im Konzertsaal noch sehr überschaubar blieb. Dies sollte sich allerdings bis 21:00 Uhr grundlegend ändern. Als das Konzert dann begann, war der Saal brechend voll und die Stimmung grandios.

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Keimzeit erschien, begann zu spielen und der Funke sprang sofort über. Die Menge sang mit, jubelte, ein Blitzlichtgewitter aus Fotoapparaten und Handys jagte das nächste.
Hier schien die Chemie zu stimmen. Die Band spielte sich in Rage, wir tanzten und sangen im Chor, es machte einfach Spaß dabei zu sein.

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Norberts kleine Anekdoten am Rande ernteten viel Beifall, und auf der Bühne, wie auch im Saal wurde sehr viel gescherzt und gelacht.
Was war nur bei dem Lied „Betrunken“ mit Norbert los? … War der Text der Trunkenheit des Liedes zum Opfer gefallen? Es mischten sich die Strophen auf sonderliche Weise, bis sich der Text gänzlich verflüchtigte… Wohin schweiften da wohl die Gedanken des Sängers…?
Auch „Nathalie“ wurde wieder zur „Blödelnummer“, was das Publikum zu wahren Lachsalven herausforderte.

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Neben alt Bekanntem gab es diesmal auch sehr viel Neues zu hören. Da waren nicht nur „Wasser“, „Für Dich“ und „Betty May“ im Programm. Nein es sollte neben der Innovation „Tokio-Skyline“ auch noch eine Bühnenpremiere zu Gehör gebracht werden. Ein wunderschönes rockig-melodisches Liebeslied, dessen Namen ich bis dato leider noch nicht kenne wurde uns präsentiert.

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Der Abend sollte nicht ausklingen, bevor uns Norbert noch die aktuellsten Neuigkeiten mitgeteilt hatte. Er verkündete dem Publikum strahlend, dass die neue Live-CD am Ende dieses Monats nun endlich erscheinen wird. Wir alle sind darauf wahnsinnig gespannt!

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Nach mehreren Zugaben und nicht enden wollendem Applaus verabschiedeten sich die Musiker von ihrem Publikum, welches hernach so langsam den Heimweg antrat, sicher mit dem Gefühl, einen wundervollen Abend mit schöner Musik verbracht zu haben.

Auch ich verabschiedete mich einige Zeit später und fuhr in Richtung Heimat. Auf dem Nachhauseweg wurde mir wieder einmal so richtig bewusst, dass es gerade diese Art von Konzerten sind, die mir Keimzeit und ihre Musik so ans Herz wachsen ließen.
Ich danke der Band für ein bezauberndes Konzert im Schloss und freue mich schon auf das nächste Mal.

Bericht und Fotos: birgit.b

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