Beeindruckende Klangvielfalt

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Orgelsax auf Heimspiel in Sondershausen

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Es ist immer wieder erstaunlich mit was für einem Repertoire Jens Goldhardt (Kantor in Sondershausen) und Ralf Benschu (Saxophonist von Keimzeit) aufwarten. Kennt man die beiden doch eher mit Moderne und Eigenkompositionen, so zeigen sie auch immer wieder, dass sowohl Bach und Vivaldi als auch Mozart zu einem Standartprogramm eines außergewöhnlichen Konzertes gehören.

So auch an diesem Samstag, als sie nach vielen Konzerten in ganz Deutschland endlich wieder ein Heimspiel gaben und in der Sondershäuser Trinitatiskirche ein großes und begeistertes Publikum anzogen.

Seit 1996 musizieren die beiden Musiker zusammen und spiegeln in ihren Konzerten durch ihr Programm wieder, dass sie doch beide aus den unterschiedlichsten Musikrichtungen kommen. Ralf Benschu als Rock- und Jazzmusiker und Jens Goldhardt als ausgebildeter Kirchenmusiker. Ein Experiment, was sich immer wieder lohnt und was immer wieder ein breites Spektrum von Konzertbesuchern anzieht.

Schon eine halbe Stunde vor dem Konzert war die Kirche erstaunlich voll und strahlte im Glanz hunderter Kerzen. Der Weltladen verkaufte bereits Wein, um eine gemütliche Atmosphäre zu schaffen.

Als man die Eintrittskarte (die gleichzeitig eine Ankündigung für das nächste Highlight waren – dem nächsten Jazzkonzert im Keller des Achteckhauses am 28. Oktober) und den Programmzettel in der Hand hielt war man nicht schlecht erstaunt, als man darauf nur 4 Komponisten las. So übersichtlich sind die Programme selten, doch sollte das keine Minderung der Qualität und Quantität darstellen.

Eingeleitet wurde das Konzert ganz klassisch und relativ leise mit Wolfgang Amadeus Mozarts Kirchensonaten, gespielt an der kleinen Truhenorgel und mit Klarinette. Mit einer unglaublichen Virtuosität zauberte Ralf Benschu Leben in die Musik und zeigte, dass auch ein Jazzmusiker klassische Literatur spielen kann.

Die darauf anschließende Eigenkomposition Goldhardts und Benschus ließ dem Publikum wieder freien Lauf bei der Assoziation verschiedener Bilder. Überschrieben war das Stück mit „Elemente – Wasser, Feuer, Erde, Luft“. Manch einer verband jedoch eher die Ruhe und Ausgeglichenheit des Wassers mit der Luft oder machte aus der Erde einen „Dance of the dolls“ und aus dem Feuer eine „Deep Passion“ (was ja nicht unbedingt fern liegt). Alles in allem aber ein beeindruckendes Stück, was es hoffentlich auf die baldig neu erscheinende CD geschafft hat.
Ein recht unbekannter Komponist schloss sich an. Goran Bregovic. Manch einer kannte ihn als Komponist von Filmmusik. Das Stück „Ederlezi“ zeigt jedoch, dass es sich lohnt den Komponisten näher kennen zu lernen. Sowohl Ederlezi als auch der Walzer aus der Zugabe waren aus dem Film „Time of the Gypsies“ und spiegelten auf wunderbar witzige Weise das Zigeunerleben wieder.

Und um die Reise durch die Länder der Musik noch abzurunden, erklang zum Schluss ein bisschen Klezmer. Lev Koganmit seinem Nigunim (hassidic tunes). Mit den Sätzen „Yah, ribon“, „Waltz in nigun style“, „Rabbi meir’s dance“, Shabbat prayer“ und „Freilach“ schafften Goldhardt und Benschu einen gebürtigen Abschluss eines phantastischen Konzertes. Nach Standing Ovation, Bravo Rufen und langem Klatschen spielten die Musiker noch 2 Zugaben, bevor Ralf Benschu in Windeseile das Saxophon zusammen packte um in weniger als einer Stunde in Weimar mit Keimzeit auf der Bühne zu stehen.
Danke Ralf für die Spontanität (aber ich weiß ja, das der Orgelsax Termin früher stand :-)).

Katrin Landgraf

PS: Leider kann ich nicht mit Bildern dienen (ich hab nur ein Handy als Fotoapparat und das macht nich so tolle Bilder in der Kirche), aber René hat bestimmt noch unveröffentlichte im Petto 😉

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