Stabile W?hrung Liebe

KEIMZEIT in Colnrade….

Posted on Updated on

Gerade im Internet gefunden: Keimzeit für Kultur und Kino in Colnrade

colnrade103.07.2009 · COLNRADE (msi/boh) Ein kleines Dorf an der Hunte kommt groß raus: Bürgermeisterin Anne Wilkens-Lindemann, Hanna Dauskardt vom „Ofenhaus“ mit ihren Söhnen Björn und Ole sowie Inge Schliehe-Diecks machen auf einen Reigen von Veranstaltungen aufmerksam, den man schon fast „Colnrader Kultursommer“ überschreiben könnte. Dabei werden Musikfreunde und Filmfans gleichermaßen bedient.

„Ich bin froh, dass sich so viele Akteure einbringen“, freut sich Wilkens-Lindemann angesichts des vollen Veranstaltungskalenders.

Den Auftakt macht am Donnerstag, 16. Juli, 19 Uhr, ein Open-Air-„Megalied“-Festival mit „Keimzeit“ und „Sixxxten“ im Garten des „Ofenhauses“. Björn und Ole Dauskardt haben die beiden Bands nach Colnrade geholt. „Keimzeit“ stellt nach einer vierjährigen „Sendepause“ ihr neues Album „Stabile Währung Liebe“ vor. Die Deutsch-Pop-Combo aus dem brandenburgischen Belzig steht für jahrzehntelange Bühnenerfahrung und fast schon poetische Stücke. Sie feiert vor allem in Ostdeutschland große Erfolge.

Als Familienquartett hatte sich die Band mit Norbert (Gesang und Gitarre), Roland (Schlagzeug), Hartmut (Bass) und Marion Leisegang (Gesang) gegründet. Zur aktuellen Besetzung gehören neben den drei Männern der Ursprungsformation noch Rudi Feuerbach (Gitarre) und Andreas „Spatz“ Sperling (Keyboard). Das „Megalied“-Konzert will verschiedene Generationen von Musikfans zusammenführen und knüpft zugleich an die Open-Air-Tradition früherer Zeiten in Colnrade an: Jahrelang hatte Drummer Kai Jannes Dey mit seiner Band „Steamin‘ 55“ Freiluftkonzerte auf die Beine gestellt. Unvergessen: die mittlerweile verstorbene Sau „Fleckri“ als Festivalmaskottchen mit „zaunbewachender“ Funktion. Dass nun eine Band wie „Keimzeit“ direkt nach Konzerten in Gera und Berlin das beschauliche Colnrade beehrt, darf durchaus als bemerkenswert gelten. Im Vorprogramm spielt die Hamburger Newcomer-Band „Sixxxten“. Deren Musik lässt Einflüsse des Punk, des 70-er-Jahre-Rocks und des Synthi-Pops der 80-er erkennen.

Die Cineasten kommen indes in Colnrade erneut auf ihre Kosten: Wegen des großen Erfolgs des Scheunenkinos gibt es noch in diesem Sommer einen „Nachschlag“. Am Donnerstag, 13. August, zeigt das Mobile Kino Niedersachsen aus Oldenburg ab 20 Uhr die preisgekrönte Komödie „Brot und Tulpen“. Entspannt, unaufdringlich, humorvoll und augenzwinkernd erzählt Regisseur Silvio Soldini eine charmante Geschichte über eine Hausfrau, die sich eine Auszeit nimmt, dabei Freunde gewinnt und einen liebevollen Mann findet, der sie nicht – wie ihr eigener – betrügt. Die Story beginnt damit, dass Rosalda (Licia Maglietta) auf dem Weg in den Urlaub nach Süditalien wegen eines Ungeschicks den Anschluss an die Gruppe verliert, mit der sie und ihre Familie verreisen. Spontan macht sie sich per Anhalter auf den Weg nach Venedig, in die Stadt ihrer Sehnsüchte und Träume. Der Kellner Fernando (Bruno Ganz), den sie dort in einem Restaurant kennen lernt, verändert ihr Leben…

Inge Schliehe-Diecks organisiert die Scheunenkino-Events mit mehreren Freundinnen aus dem Dorf. Karten für den kommenden Filmabend gibt es in der Tankstelle Möller und im Gasthaus Schliehe-Diecks in Colnrade. „Bei weiterhin gutem Zuspruch kann das Scheunenkino eine dauerhafte Einrichtung werden“, sagt Anne Wilkens-Lindemann.

Colnrade ist in diesem Sommer außerdem Schauplatz einer Veranstaltung im Rahmen des GartenKultur-Musikfestivals im Nordwesten: Am Sonntag, 30. August, gastiert das Ensemble „Pantagruel“ nachmittags in der Kirche St. Marien. Das Trio musiziert nicht nur auf Originalinstrumenten, sondern entführt das Publikum auch mit halbszenischen Aufführungen in die Epoche der Renaissance.

Eingeläutet wird die Kulturveranstaltung bereits um 11 Uhr im Garten des „Ofenhauses“. Dort versprüht das „Blue Bossa-Duo“ live südamerikanisches Flair. Es gibt Flammkuchen. Henning Greve und Elsa Töbelmann setzen mit der Präsentation von Metallobjekten künstlerische Akzente. Ein Goldschmied und ein Hutmacher aus Bremen sollen das Programm zusätzlich bereichern. Zudem werden mehrere private Gärten in Colnrade, Hölingen und Beckstedt geöffnet haben.

Karten für die Konzerte gibt es im Colnrader „Ofenhaus“ oder via Internet unter www.ofenhaus.de.

Stabile Währung Liebe….ein kleines Update

Posted on Updated on

Gerade bei Amazon gefunden:

  • Audio CD (24. April 2009)
  • Anzahl Disks/Tonträger: 1
  • Label: Comic Held (edel)
  • ASIN: B001S7TMXU

Update: edelkultur: Comic Helden bei edelkultur

Hamburg, 11.Februar 2009 – Die Band „Keimzeit“ und edelkultur werden in Zukunft noch enger zusammenarbeiten. Schon die letzte CD „Mensch Meier Live 2006“ der Berliner Band wurde erfolgreich über edelkultur vertrieben, jetzt konnte ein direkter Vertriebsvertrag mit dem, von Keimzeit Manager Dirk Tscherner und den Musikern Norbert und Hartmut Leisegang sowie Andreas Sperling, neu gegründeten Label „Comic Helden“ unterschrieben werden. Schon die für den 24.04.09 angekündigte neue Studio CD „Stabile Währung Liebe“ wird in dieser Konstellation veröffentlicht.

Die Band „Keimzeit“ wurde 1982 von den Brüdern Roland (Schlagzeug), Hartmut (Bass) und Norbert Leisegang (Gesang/Gitarre), sowie Schwester Marion Leisegang (Gesang) gegründet. Marion Leisegang stieg schon früh wieder aus, die Band erweiterte sich aber u.a. um Rudi Feuerbach (git) und Andreas Sperling (key). Nicht nur in den neuen Bundesländern wuchs die Begeisterung für die Band über die Jahre. Vor allem nach den Wendewirren wurde Keimzeit eine der Identität stiftenden ostdeutschen Gruppen. Ihre erfolgreichste Singleauskopplung ist der Song „Comic Helden“ im Jahr 1998 und natürlich das Album „Bunte Scherben“ mit dem Hit „Kling Klang“ von 1993. Bis heute hat die Band 14 Tonträger veröffentlicht.

Keimzeit-Manager und Label Gründer Dirk Tscherner äußert sich sehr zuversichtlich zur neu gefestigten Kooperation: „Es ist für unser neues Label Auszeichnung und Ansporn zugleich, edelkultur als Vertriebspartner gewonnen zu haben. Da unsere bisherigen Aufgaben im Bereich der Konzert- und Tourneeplanung jetzt um die Label- und Verlagsfunktion erweitert werden, ergeben sich völlig neue Geschäftsfelder, die nur durch die enge Einbeziehung all unserer Partner betrieben werden können.“

Dirk Mahlstedt, General Manager edelkultur: „Eine Band wie „Keimzeit“ ist von großer Bedeutung für jeden Vertrieb. Neben aller Kommerzialität hat die Band niemals Kompromisse hinsichtlich ihres inhaltlichen Anspruchs gemacht. Den logischen Schritt, sich nun nach all den Jahren des Erfolges mit einem Label wie „Comic Helden“ auf eigene Beine zu stellen, begleiten wir mit großer Freude.“

Stabile Währung Liebe: Das neue Album!

Posted on Updated on

Soeben in der Märkischen Allgemeinen Zeitung (MAZ) gefunden:

GESCHICHTE: „Ich habe mich total glücklich gefühlt“

Norbert Leisegang, Keimzeit und die Wende ’89

Zu der im Landtag eröffneten Ausstellung „Plötzlich war alles möglich . . .“ erinnerte sich Norbert Leisegang an die friedliche Revolution in der DDR und sang Lieder vom Debüt-Album seiner Band „Keimzeit“ aus Lütte. Mit dem Künstler sprach Sebastian Scholze.

MAZ: Wie kam es zu diesem Auftritt im Brandenburger Landtag? Es ist ja eine eher ungewöhnliche Bühne.

Norbert Leisegang: Ich bin von den Verantwortlichen angesprochen worden, weil es wohl passend zum Thema erschien. Wir als Band sind ja quasi mit den politischen Veränderungen von 1989 breiter bekannt geworden. Vor allem unseren Song „Irrenhaus“ haben die Menschen sehr ins Herz geschlossen und in dieser Umbruchsituation sehr gebraucht.

MAZ: War das Ihre Intention, als Sie den Text schrieben?

Leisegang: Nicht die Bohne! Der Text entstand ja bereits 1986. Ich war damals überhaupt kein politischer Mensch und wollte viel eher ein Grundgefühl, eine Lebenseinstellung beschreiben. Das Album „Irrenhaus“ haben wir noch für den Rundfunk der DDR aufgenommen. Erst als klar wurde, dass die neuen Bedingungen ein Erscheinen bei Amiga unmöglich machen, sind wir zur großen Plattenfirma BMG gegangen, wo die Platte 1990 erschien. Dann spielten Sender wie das Jugendradio DT-64 unsere Titel immer wieder. So wurden sie schnell populär.

MAZ: Eine oft zitierte Zeile aus Irrenhaus lautet: „Irre ins Irrenhaus, die Schlauen ins Parlament“. Sitzen die Schlauen heute im Parlament?

Leisegang: Natürlich nicht. Das kommt selten vor. Ich habe den Eindruck, dass die meisten heute ins Parlament gehen, um Karriere zu machen. Es gibt auch Ausnahmen wie Günter Baaske – der hat viel bewegt. Ich fasse es als Zeichen für ein klares Denken bei ihm oder bei Rainer Speer auf, dass sie im Volksmund umstritten sind. (Baaske war zeitweilig Keimzeit-Manager – d. Red.)

MAZ: Ab wann konnten Sie sich vorstellen, dass die Mauer mal fällt?

Leisegang: Gewünscht habe ich mir das, seit ich als 16-Jähriger das Reisen entdeckte. Geahnt haben wir es selbst bei den Aufnahmen 1988 noch nicht. Mein Vater hat es mir immer vorausgesagt.

MAZ: Sind Sie mit Ihren Texten jemals angeeckt?

Leisegang: Nicht mit „Irrenhaus“, aber mit „Hofnarr“. Ich sollte während der Aufnahmen einige Stellen ändern. Als ich mich weigerte, gaben die alten Rundfunk-Lektoren nach. Die haben wohl die anstehenden Veränderungen schon erahnt.

MAZ: Was war Ihr krudestes Erlebnis als Musiker in der DDR? Es geht die Geschichte, dass Sie während Ihres Wehrdienstes in NVA-Uniform auftreten mussten.

Leisegang: Das stimmt und es war vollkommen lästig, genau wie der Dienst an sich. Bei Keimzeit-Konzerten ist das aber nie passiert, nur wenn ich mit der Kasernenband auftrat. Bizarr waren auch immer die Bewertungsjurys, die über die Lizenzen für Musiker befanden. Einmal spielten wir dabei einen Titel von „Ideal“ mit der Zeile „Ich steh’ auf Berlin“. Während ein älterer Funktionär wegen dieser Zeilen, die natürlich als Hymne auf West-Berlin angelegt waren, protestierte, deckte mich ein jüngerer zum Glück.

MAZ: Wie oft mussten Sie zur Bewertung aufspielen?

Leisegang: Bestimmt ein Dutzend Mal. Unser Ziel, die Oberstufe zu erreichen und damit acht Mark pro Stunde und Musiker verlangen zu dürfen, haben wir spät geschafft. (lacht)

MAZ: Vermissen Sie etwas, wenn Sie an die Zeit vor 1989 zurück denken?

Leisegang: Meine Jugend. Man veränderte sich nach den Umbrüchen plötzlich, Freunde sahen einen in einem anderen Licht. Ab und zu wurde ich sogar für einen Westdeutschen gehalten. Das fand ich drollig. Wenn wie bei mir – ich feierte zur Wendezeit 30. Geburtstag – persönliche und gesellschaftliche Veränderungen zusammentreffen, schlägt es ordentlich ein. Entweder man fühlt sich wie neu geboren oder wie ausgekotzt. Ich habe mich total glücklich gefühlt, weil ich endlich reisen konnte.

MAZ: Welchen Zwängen unterliegen Sie heute?

Leisegang: Jeder Musiker, jeder Künstler wird immer die bestehenden Verhältnisse in Frage stellen und dabei immer Schwierigkeiten bekommen. Das ist ein Zwang, der sich aus Defiziten entwickelt, gesellschaftlichen oder persönlichen. Die andere Seite ist die ökonomische, die Suche nach Verträgen und Plattenfirmen.

MAZ: Wann werden die Fans Keimzeit wieder live erleben können?

Leisegang: Im April kommt unser neues Album „Stabile Währung Liebe“ heraus. Ab Mai gehen wir damit auf Tour.