Nuevo en Keimzeit!

Es ist Zeit, an diesem Sonntag unsere Körper mit etwas Nahrung zu versorgen, um mit frischer Energie ein wenig über die Arbeit der Keimzeit Leute in den vergangenen Monaten in Erfahrung zu bringen. Wir sitzen mit Norbert Leisegang in einem Schweriner Lokal. Auf eine Leinwand projiziert, flackert endlos ein Kaminfeuer von DVD und irgendwie passt dieses Bild, steht es doch für Begeisterung, Licht und Wärme, die wir auf so vielen Konzerten erlebten. Und auch die Zukunft funkelt bereits in diesem Lichte.

Vor ein paar Wochen beendeten Keimzeit ihre Studioaufnahmen für das neue Album, das 2009 erscheinen soll. Wir trauen uns gar nicht recht zu fragen, ahnen wir, dass Norbert doch die Studiogeschichten schon oft genug von seinen Neugierigen zu berichten gefragt wurde. „Ach nein, ich rede immer wieder gern davon. Es ist ja auch Tolles passiert!“, entgegnet er mit seinem Grinsegesicht und seine blauen Augen strahlen.

Zu erst interessiert uns, wie Keimzeit dazu kam, ihre Aufnahmen in Spanien zu machen. Da beginnt die Geschichte mit Andreas „Spatz“ Sperling. Spatz nämlich nutzte die Auszeit von Keimzeit um als Assistent beim Produzenten Peter Schmidt zu arbeiten, dieser wiederum sprach auf Paul Grau an. Paul Grau sei ein Kölner, der seit rund acht Jahren mit seiner Familie an der spanischen Mittelmeerküste lebt und sich dort ein Studio samt Pension in einem kleinen Städtchen zwischen Malaga und Almeria aufgebaut hat.

Kurz entschlossen sandte Norbert Material erster Aufnahmen an Paul Grau. Überraschend dauerte es nicht lange, bis erste Ideen und Vorstellungen zu einzelnen Titeln von dem Produzenten zurückkamen. Norbert hatte sofort ein gutes Gefühl, sagt er. Das Gefühl, der Mann habe genau gewusst, was Norbert in dem Moment, da er ein Lied schrieb, dabei empfunden und gedacht haben muss. Er habe wie Norbert empfunden, in welche Richtung es gehen soll. „In der Antwort hat er mir dann mitgeteilt, was geht und was er anders machen würde.“

Im Juni gab es dann den ersten persönlichen Kontakt mit Paul Grau, als Norbert innerhalb einer kleinen Keimzeit Abordnung nach Spanien reiste. Wir fragen ihn nach dem ersten Eindruck über den Produzenten. Oft ist es so, dass man sich in seinem Kopf eine Person bereits genau vorstellen kann, durch das, was man über sie weiß und am Ende ist man überrascht, wie sehr einem die Vorstellung einen Streich spielte. „So ging es mir auch!“, stimmt Norbert zu. „Ich hatte mir Paul anders vorgestellt, war jedoch sofort positiv überrascht. Es stellte sich bald raus, dass der Mensch Paul Grau eine Kölner Frohnatur ist. Er ist ein sensibler Kunstmensch. Paul gab vor, wenig Ahnung von Musik zu haben, aber er hat gemerkt, dass ich gemerkt habe, dass er flunkert!“, grinst Norbert mit pfiffigem Blick. „Er erklärte uns dann kurz, wie die Aufnahmen ablaufen werden und meinte nur –  Ich drück auf den Knopf, ihr spielt alles ein, fertig – wozu braucht ihr da vier Wochen!? – und lachte breit.“

Eine Woche vor Beginn der Aufnahmen traf sich Norbert mit Gitarrist Rudi Feuerbach. Rudi hatte eine Musik geschrieben, die Norbert sich anhören sollte. Sofort entschied Norbert sich, zu dieser Musik einen Text zu schreiben und daraus ein Lied entstehen zu lassen. 13 Stücke für die engere Auswahl waren bereits ausgelesen und dieses kam zum einspielen in Spanien noch hinzu.

Drei Tage später als die Band reiste dann Norbert nach Spanien hinterher, zuvor waren noch einige Konzerte mit dem Club der toten Dichter zu spielen. Im Flugzeug und im Bus nach Motril reimte er noch an dem Lied weiter, zu dem Rudi bereits die Musik geschrieben hatte. Frühmorgens kam Norbert zu jener Zeit im Studio an: „Als ich eintraf, saß die Band gemütlich auf der Terrasse beim Frühstück und ließ sich die Sonne ins Gesicht scheinen und plötzlich hatte ich ein ganz entspanntes Gefühl für die kommenden Wochen und die Aufnahmen für unser neues Album. Ich setzte mich dazu, nahm mir Kaffee und die Band berichtete, was sie bereits erlebt hatten.“, erinnert sich Norbert.

„Die darauf folgenden zwei Wochen zogen wir dann durch.“, immer wollte Norbert zwischendrin einen freien Tag zur Erholung einbringen. Jedes Mal zu diesen Terminen zog das Wetter der Band einen Strich durch die Rechnung, sodass keiner die freien Tage wahrnahm und sich gleich nach dem Frühstück wieder an sein Instrument begab und mit der Arbeit am Album fortsetzte.

„Nach diesen zwei Wochen sahen alle so schlecht aus, dass man einen freien Tag anordnen musste!“, so entschied die Band gemeinsam nach Granada zu fahren um die Alhambra zu besichtigen und auf dem Rückweg das Meer anzusteuern.

„Die Abende in Spanien verbrachten wir zumeist auf unserer Terrasse bei Albali Reserva oder einem guten Rioja und rauchten genüsslich und mehr als sonst!“, lacht Norbert. Für Stärkung und Wohlbefinden in der Magengegend sorgte eine Köchin aus Berlin, die mit nach Spanien gereist war um von dem vorhandenen Budget für die Band einzukaufen und Genüssliches für den Gaumen herzurichten. „Das Essen war herrlich, ich selbst habe zwei Kilo in der Zeit zugenommen!“, witzelt Norbert, während er von seinem Getränk nippt.

Zwischenzeitlich bekam die Band Besuch von ihrem Manager Dirk Tscherner. Dieser war in Begleitung des Fotografen Bernd Zahn. Wie schon zuvor sollte auch dieses Mal Bernd die Fotos für das Booklet machen. Dirk schon hatte uns vorab berichtet, dass es Bernd gekonnt gelungen sei. Fasziniert sei man gewesen, welch Motive, die beim ersten Hinsehen gar nicht ins Auge stachen, er gewählt hatte und aus diesen in Komposition mit der Band wunderbare Aufnahmen entstanden seien. „Es war unglaublich. Ich fahre mit Bernd die einzelnen Stationen ab, das Wetter ist mies und am Tag der Fotosession, als hätte Bernd es geahnt, schien die Sonne und entließ perfektes Licht für die Aufnahmen!“, staunte Dirk noch immer.

Jetzt ist die Band wieder in Deutschland und mischt fleißig im Studio an den Songs, die zum Teil mit komplettem Bläsersatz und Mariachis eingespielt wurden. Was jetzt genau passiert wollen wir wissen und erfahren, dass zunächst die Musik nach New York zur Feinabstimmung geschickt wird. Als fertige Dateien kommen die Titel dann nach Berlin zurück. Daraufhin wird die Band sich für elf Titel entscheiden müssen, die es auf die CD schaffen sollen. Norbert, Andreas und Hartmut werden danach die Reihenfolge und auch die Pausen zwischen den jeweiligen Titeln abstimmen. Dann wird die „Master-CD“ hergestellt und im Presswerk zu dem verarbeitet, worauf wir sehnlich warten – das neue Keimzeit Album.

Die LP wird dann im Frühjahr 2009 erscheinen. Ab Mai geht Keimzeit wieder auf Tour. Das ist ein Plan, meint auch Norbert in seinem aktuellen Stand der Dinge auf www.keimzeit.de ! Es lohnt sich also immer, mal vorbei zu schauen!

In diesem Sinne, fröhliche Weihnachten!

Euer Elektrofeld-Team

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