09.03.2007 Keimzeit in Neugersdorfer Staadl

An den Tagen zuvor musste ich mich erst einmal genau kundig machen. Wo ist Neugersdorf überhaupt?

Hatte vorher, um ehrlich zu sein, noch nie etwas von dem Ort gehört und wusste noch nicht, wo genau in Sachsen er liegt.

Zum Glück gibt es ja das Internet und dort bin ich auch auf die Webseite des Städtchens gestoßen und hatte wieder etwas dazu gelernt. Denn die Neugersdorfer Spreequelle ist die ergiebigste von dreien, zudem liegt das Städtchen inmitten der Oberlausitz, direkt an der tschechischen Grenze und Zittau ist auch nicht weit entfernt.

Mit diesen Hintergrundinformationen und einer Bahnverbindung in der Hand konnte ich mich nun auf den Weg dort hin machen.

Es ist morgens 8:30 Uhr, ich hatte mir extra einen Tag frei genommen um rechtzeitig zum Konzertort zu kommen, denn es standen mir knapp 7 Stunden Bahnfahrt bevor und man weiß ja nie, ob die Züge überhaupt pünktlich sind. Zumindest musste ich nur einmal auf dem Weg in Dresden umsteigen, was mir doch ganz entgegen kam. Die sonst mir so ewig vorkommende Fahrt verging fast wie im Flug, was vermutlich auf meine Vorfreude auf das Konzert zurückzuführen war.

Als ich gegen 16Uhr in Neugersdorf bei herrlichstem Sonnenschein ankam, wurde die Vorfreude aufs Konzert immer größer, aber erst einmal wollte ich mein Zeug, was ich mit mir herum schleppte, los werden und eine Kleinigkeit essen, denn ich hatte seit meinem Frühstückchen in Frankfurt nichts Anständiges mehr zu mir genommen.

Hotel Lampelburg

Ich quartierte mich im Urgemütlichen Hotel „Lampelburg“ ein und stellte auch erfreut fest, dass es auch noch eine Gaststätte beherbergt! Ich schmiss sprichwörtlich meine 3 Sachen in die Ecke und folgte sofort dem angenehmen Geruch von warmen Speisen. Beim Blick in die Speisekarte kam die nächste angenehme Überraschung des Tages, es standen regional typische Gerichte darauf. Ich bestellte mir erst einmal ein Schwarzbier und dazu das „Spreewälder Steak“, was sich auch als die perfekte Wahl herausgestellt hat!

Gut gesättigt und gut gelaunt konnte es nun endlich ins Staadl gehen, da 19Uhr der Einlass begann.

Im Staadl angekommen, hätte man glatt denken könnten, dass hier heute nicht Keimzeit spielt, sondern eine Schlagerparty stattfindet. Leicht irritiert von der Musik, musste ich erst einmal schmunzeln! Da Erinnerungen aus Norberts Lesetour hervor kamen und der Gedanke sagte einen nur, DJ Peter ist am Werk. Aber dem war zum Glück bzw. Pech nicht so, denn es war der Bestandteil einer Ostrockparty, die nach dem Konzert später dann noch weitergehen sollte.

Fans

In der Zwischenzeit bezog ich auf Bitte von Dirk den Merchandising Stand, wo ich dann Steffi kennen lernen durfte, die schon alles soweit vorbereitet hatte und mir dort helfen sollte oder gar andersherum. Sie war das Verkaufstalent am Stand und auch die meiste Zeit dort, wogegen ich mehr mit dem Fotografieren in der Nähe der Bühne beschäftigt war.

Der Vorteil „am Staadl“ war, dass es dort sehr geräumig ist und man auch von oben herab eine schöne Sicht auf die Bühne hat, wodurch man z.B. Andreas „Spatz“ Sperling schön beim Musizieren auf die Finger schauen konnte, was ja meistens vom Bühnenrand aus nicht einzusehen ist, da ihn sein Piano zu verstecken droht.

Ralf B.

Was mich erstaunte, war die sehr gelassene und entspannte Atmosphäre der Neugersdorfer, sie tanzten schon vor Beginn des Konzertes zu Liedern die der DJ aufgelegt hat beherzt Disco-Fox und belebten damit schon vorher die Tanzfläche fleißig.

Rudi Feuerbach

Kurz nach 21 Uhr betraten unsere Keimies gut gelaunt die Bühne und ließen die Menge gleich weiter tanzen. Man hat förmlich gespürt das Sie es nach der kurzen Winterpause redlich genossen, wieder vor Publikum zu spielen. Es wurde zu einen Konzert, gespickt mit vielen, lustigen Gesten. Unter Anderem wurde mal die Zunge herausgestreckt, oder die Gitarre zu Ende des Liedes in die Höhe gestemmt.

Zunge

Bereits eines der ersten gespielten Stücke war die Neuvorstellung „Ich weiss es doch auch nicht“, welche gleich zu einen neuen Ohrwurm bei mir wurde.
Da ja Norbert immer etwas während eines Konzertes zu erzählen hat, bekamen wir zur Einleitung des „Honeymoonblues“ dieses Mal, die Story aufgetischt, dass das Lied, welches vorher Jedem unter „Betty May“ geläufig war, durch die Veröffentlichung der „Mensch Meier“ Live CD in Honeymoonblues umgetauft wurde. Was ihn auch ein wenig irritiert hatte, als er es auf dem Cover las.
Zudem kündigte er an, dass es voraussichtlich Ende des Jahres ins Studio geht und eine neue LP aufgenommen werden soll.

Na lassen wir uns doch mal überraschen 😉

Publikum

Gegen Ende des Konzertes kam ein weiterer neuer Titel,der Coversong Namens „Gatekeeper“ von „Feist“, an welchem, meines Erachtens nach noch ein wenig gefeilt werden sollte, da die Stimmen noch ein wenig blass wirken und das Englisch nicht allzu gut rüber kam. Ansonsten, ein Song mit sehr viel Potential und perfekt für den kommenden Sommer!

Norbert Gitarre

Nach gut 2 1/2 Stunden, war dann leider auch schon wieder ein schönes und pikantes Keimzeitkonzert zu Ende und der DJ, ich nenne ihn mal der
Neugersdorfer „DJ Peter“ ergriff wieder das Ruder mit seiner Musik und dieses Mal richtig penetrant laut, wodurch im ganzen Saal keine vernünftige Unterhaltung ohne fast zu schreien, möglich wurde. Die Neugersdorfer schien dies aber nicht weiter zu stören und sie tanzten und sangen wieder fleißig mit.

Die Party war noch voll im Gange, als ich kurz nach eins das „Staadl“ verließ.

Bericht & Fotos von Jörn Brumm
Video’s vom Konzert: hier

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