18.5.2007 – Lübeck – Betty May trug ein neues Kleid

Reise, reise Seemann reise jeder tut’s auf seine weise oder Betty May trägt ein neues Kleid

Diesmal ging diese nach Lübeck wo sich der größte Teil des Elektrofelds zu einen kleinen Intermezzo eintraf. Leider konnte Birgit aus Beruflichen gründen nicht kommen, somit kam mal wieder nicht das ganze Team an einem Ort zusammen, um Erfahrungen und Storys von Angesicht zu Angesicht auszutauschen.

René & Dominik

Jörn

Bei mir begann die Reise wieder einmal von Frankfurt, aber dieses mal nicht auf dem direkten Weg zum Ziel sondern über ein paar kleine Umwege. Schon leicht verschnupft von der Tatsache, dass ich den Brückentag nicht frei bekommen hatte, ging’s erst einmal für ein paar Stunden auf Arbeit um das Wichtigste so schnell wie möglich zu erledigen. Diese klappt ausnahmsweise auch mal prima.

Das Telefon wurde zum schweigen verdonnert und die Kollegen wurden angewiesen mal ein wenig schneller zu machen. Den ich wollte unbedingt los, hatte ja noch einen weiten Weg vor mir, zudem habe ich einer adretten Dame versprochen sie auch noch mit nach Lübeck zu entführen. Also sollte noch ein kleiner Umweg via Halle zum Ziel führen.

Punkt neun Uhr fiel bei mir die Stichuhr zum wohlverdienten Wochenende, unter ein wenig verdutzten Blicken von andern in der Firma Schaffenden. „Wie jetzt schon Feierabend? du bist doch gerade mal seit 2 Stunden da!“ Ich zuckte noch mal kurz mit den Schultern und sagte ihnen, mein Chef hätte nichts dagegen! Die wichtigsten Sachen waren ja erledigt.

Somit stieg ich in den Zug nach Halle, was sich später in eine kleine Odyssee verwandelte. Im ICE entschied ich mich in Weimar in einen Regionalzug umzusteigen um ein paar Minuten eher in Halle einzutreffen. Leider im Endeffekt die falsche Entscheidung, da ich den Sonderfahrplan wegen Bauarbeiten auf der Strecke zwischen Weimar und Naumburg nicht mitbekam. Somit ging es wenige Stationen später in einem Schienenersatzverkehr-Bus durch Thüringen weiter.

mal ein Bild wo ich mit drauf bin ;-)

Ein wenig angesauert durch meine Fehlentscheidung, gab ich meiner Begleitung Bescheid das ich nun doch ca. 60 Minuten später eintreffen würde und das es mir Leid tut das sie nun auf mich warten musste und nicht anders herum. Gegen 14:40 Uhr traf ich in Halle ein, wurde auch gleich herzlich empfangen und wir holten das Auto vom Verleiher ab.

Die ersten Kilometer sind gefahren, da fiel mir dann auf das bei der Mercedes A-Klasse die wir bekamen der Tank angeblich leer war. Noch bestand die Chance wieder umzudrehen und das Auto zu tauschen. Leider traf ich das zweite mal an diesem Tag die falsche Entscheidung und fuhr an die nächste Tankstelle. 2Liter getankt, Tank voll, aah das darf doch nicht wahr sein Tankanzeige defekt. Naja, nicht so schlimm für die nächsten 400km sollte es ja kein Problem sein.

Auf der Autobahn angekommen, kamen dann die nächsten Mängel des Wagens nach und nach ans Tageslicht. Ich setze die ersten Überholvorgänge an und auf einmal ging bei 120km/h gar nichts mehr. Verzweifelt machten wir uns auf die Suche ob nicht irgendwo der Tempomatt eingestellt war.

Im Handbuch stand der Wagen habe einen, doch der Hebel dafür fehlte einfach. Umdrehen kam auch nicht mehr in Fragen, wir wollten ja nicht das Konzert verpassen! Es war ja schon schlimm genug, dass wir es nicht vor dem Konzert noch ins Hotel schaffen würden, um uns ein wenig frisch zu machen…

Die Kilometer verstrichen, langsam aber leicht brüskiert hatte ich mich damit abgefunden das wir bis Lübeck dahin schleichen würden. Immerhin kam man einigermaßen an LKW’s vorbei. Meine Beifahrerin machte sich ein wenig lustig über meinen Emotionszustand.

Ich kam mir vor wie einer der berüchtigten Opas mit Hut, der einfach so auf der Autobahn dahin kriecht und den Verkehr aufhält. So oft hatte ich vorher auch noch nicht Lichthupen-Konzerte in meinem Rückspiegel von genervten Autofahrern gesehen, wie an diesem Tag.

Riders Cafe

Um 19:30 Uhr, also nach 4 Stunden Autofahrt, trafen wir dann auch endlich in Lübecker Stadtteil Buntekuh am Riders Café ein. Wie es der Zufall so wollte, traf René gleichzeitig am Veranstaltungsort ein und hatte unseren Zimmerschlüssel fürs Hotel mit im Gepäck. Zumindest das hat geklappt. Auf ihn ist einfach verlass.

Nachdem ich bei der Hotline des Autoverleihers angerufen hatte um einen Tausch des Fahrzeugs für den nächsten Tag in die Wege zu leiten, sah sich Dirk auch leicht ungläubig den Wagen und den Bordcomputer an und fand nirgends etwas, wo man die Geschwindigkeitsbegrenzung deaktivieren konnte, obwohl er, was die Marke Wagen betrifft selbst lange Jahre Erfahrung hatte.

Wir stiefelten nun ins Riders Cafe. Der Club, gleicht von der Leuchttafel her, welche am äußeren des Gebäudes angebracht ist, eher einem alten Kino als einem Biker Treff und Konzertsaal.

Am Eingang wurden wir von einer Jungen Dame empfangen und bekamen einen Stempel verpasst! Zumindest war uns heute ein Herz sicher und wen auch nur in Form eines Abdrucks auf der Hand. Nächste Station: Merchandising Stand zu Katrin und Ralf Benschu um kurz über dies und jenes zu plaudern.

Der Abend war ja noch jung, der Stress der Fahrt verflog zusehends und wir hatten noch eine Stunde bis der musikalische Teil auf der Bühne losgehen sollte. Wieder einmal hatte der Keimzeit-Verkaufs-Stand nicht den schönsten Standort erwischt. Zumindest war eine freie Sicht in Richtung Bühne gegeben, dafür jedoch wiederum wurde sie des Öfteren mit einer Kleiderabgabe verwechselt, wie sie später berichtete.

Ralf Benschu

Wir trotteten weiter in Richtung Bar, da uns nach den Strapazen des Tages zu einem kühlen Gerstensaft zu Mute war. Bei dem Versuch Schwarzbier zu bestellen wurde ich ungläubiger Blicke gestraft. „Schwarzbier, wat denn dat? Hätte höchstens Flensburger Dunkel zu bieten!“ Ok, dachte ich mir! Dann halt das, Hauptsache was Dunkles.

Da erblickten wir Norbert der genüsslich an seiner Zigarillo zog und die Szenerie im Saal beobachtete. Da wir ihn schon wieder seit einigen Wochen nicht mehr gesehen haben, kamen wir wieder einmal nicht um ein kleines Pläuschchen herum, als plötzlich ein anderer Gast wie von einer Tarantel gestochen an uns vorbei raste um kurz ein paar belanglose Worte mit Norbert zu tauschen, um dann nach ca. 1 Minute wieder abzudampfen.

Etwas verwirrt von dem was da gerade passierte führten wir noch kurz unsere Unterhaltung fort und gingen dann auch so langsam in Richtung Bühne. Wir erwarteten ja auch noch die anderen Mitglieder unserer Community, aber von denen war weit und breit nichts zu sehen und via Handy waren sie auch nicht zu erreichten…

AJ & Dominik vom Elektrofeld

AJ … 17.00 Uhr, ja ist gut. Freu mich

Es benötigte nicht vieler Worte, um in einen schönen Konzertabend zu starten.

Wir waren pünktlich am vorher ausgemachten Treffpunkt und los ging die Reise in die alte, ehrwürdige Hansestadt zu Lübeck, die uns mit Sonnenschein und angenehmen Temperaturen willkommen hieß. Das Rider’s Cafe sollte heute Abend der Ort unseres Vergnügens sein. Nach Begrüßung, kleinem Plausch und späterer Stärkung – letzteres beim Italiener an der Trave – das erinnerte an Urlaub – sollte gegen 21.00 Uhr das Spiel beginnen.

Ed Csupkay

Jörn

Zwar nicht gleich mit Keimzeit sondern mit Ed Csupkay, der sich dazu bereit erklärt hatte seinen Auftritt mit dem der von uns favorisierten Band zu teilen, damit Sie bei Zeiten das kurzfristig abgesagte Konzert nachholen konnten. Vielen Dank an Ed Csupkay (www.edcsupkay.de) für diese Unterstützung.

Er spielte sein Programm mit deutschsprachiger Musik vom Stile zwischen Folk & Country, ein wenig Element of Crime lastig, einzuordnen und Texten die das Leben ohne weiteres geschrieben haben könnte ab. Musikalisch wurde er von einem Franzosen auf der Mundharmonika und Mandoline begleitet.

Begleitung von Ed Csupkay

AJ

Sie lieferten ein tolles Zusammenspiel ab und ließen uns dahin schmelzen, bis es dann hieß:

Liebe Gäste, teure Freunde

und sogleich begaben sich wohlklingende Töne auf den Weg durch den kleinen Club, um die hier Anwesenden auf ihren Schwingen mit auf eine Reise durch Raum und Zeit zu nehmen. Da waren laute, leise, liebe, traurige, fröhlich-beschwingte und blumige Töne. Es gab schöne neue Töne und immer wieder gern gehörte alte.

Norbert love Rudi

Gänzlich unbekannt waren mir bis dato die Töne von „Ich weiß es doch auch nicht“, und es war Liebe auf den ersten „Lausch“. Wir machten uns kurz bekannt und waren uns auf Anhieb sympathisch und vertraut. Ein schönes Gefühl, so ähnlich wie es einem manchmal mit Menschen passiert, man sieht sie und glaubt, sie schon ewig zu kennen.

Das Publikum zeigte sich sehr sangesfreudig und die müden Knochen wurden ordentlich durchgeschüttelt. Betty May überraschte uns noch dazu in einem neuen Kleid aus Mundharmonika-Tönen, welches ihr wirklich ausgesprochen gut stand. Sie sollte es öfter tragen.

Keimzeit mit Gast auf Bühne

Leider weiß ich nicht, ob sie es mit Geschick aus dem Schrank gezaubert hat oder ob es ihr durch Zufall in die Hände bzw. auf die Bühne fiel (Völlig unerwartet kam dieser kleine Franzose, Gespiele von Ed, mit den lustigen dunklen Löckchen und den scheuen braunen Augen auf die Bühne gehopst, winkte mit seiner Mundharmonika, um im nächsten Augenblick ein Solo hinzulegen, welches sich gewaschen hat – Wahnsinn, das war Gänsehaut pur).

Elektrofeld Team und andere Gäste

Nun, was soll ich euch sagen, das jähe Ende nahte und wieder einmal sollte ein Konzert viel viel viel zu schnell zu Ende gehen.

Schade, denn das nächste für uns wird erst Ende Juni sein. So nah und doch eine gefühlte Ewigkeit entfernt.

Bericht von Jörn Brumm & Anja Janke
Fotos: Jörn Brumm

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