BIG BAND!

Wie ein Versprechen zeigte sich ein Regenbogen, als wir uns an jenem Samstagabend aufmachten. Also blieben die dunklen Wolken im Norden Thüringens zurück. Der halbe, noch blasse Mond ließ sich von der Sonne bescheinen, wolkenleer der Himmel im Süden, dem wir entgegenfuhren. Das sah richtig gut aus. Vor allem im Hinblick auf die kommenden Stunden, die ich hoffte zu einer besonderen Erinnerung werden zu lassen. Seit ziemlich genau einem halben Jahr ist dieser Tag vorgemerkt – am „3. Weihnachtsfeiertag“ (wie Norbert mal sehr schön sagte) begrüßte mich die TA mit der Schlagzeile „Vierteljahrhundert Keimzeit!“ und versprach zwei Konzerte in der weiteren Umgebung. Nur dass diesmal alles anders sein würde. Ein großes Aufgebot war angekündigt und meine Neugier und Vorfreude geweckt…

Die hübsch angelegte Freilichtbühne auf dem Gelände der Niederburg ermöglichte jedem freie Sicht bis nach hinten zu Roland und seinem Schlagzeug und den beiden Klavierspielern.

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Nachteil war, dass Bänke eben nicht zum Tanzen einladen! Da war es schon eine ganz clevere Idee mit BUNTE SCHERBEN und DIESES MAL zu beginnen. Dass dennoch (fast) alle sitzenblieben erkläre ich mir so, dass der Keimzeit-Fan allgemein ein sehr rücksichtsvoller ist und niemandem die Sicht nehmen will. Ich bin ganz sicher inwendig waren alle sehr in Bewegung!

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Irgendwann war ja dann auch das imaginäre Nach-vorn-komm-Verbot aufgehoben und es war ein Fest 25 Jahre Keimzeit aufleben zu lassen, all die Lieder wiederzuhören, die mich lange schon begleiten (dennoch gab es tatsächlich zwei, die ich nur in Gedichtform kannte und mit dem KINDERLIED

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wurde mir ein unausgesprochener Wunsch erfüllt), einen fröhlichen Matthias Opitz kennenzulernen und mitzuerleben, wie die beiden zusätzlichen, sehr quirligen Bläser akustisch und visuell ordentlich für Stimmung sorgten.

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Es war mir eine große Freude Ulle Sende wiederzusehen, wiederzuhören und Marion Bohn´s klare aber auch sehr kraftvolle, ja ich möchte sagen Gänsehaut-bringende Stimme auf mich wirken zu lassen.

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Hier hat sich KEIMZEIT, auf die man sich ohnehin immer wieder gern einlässt, wohlwissend beschenkt, berauscht und reicher entlassen zu werden, zu einem Erlebnis addiert, dem ich uneingeschränkt das Prädikat „unbedingt dabei sein müssen“ geben würde. Ich bin überzeugt, das Publikum teilte meine Begeisterung, wie sonst ließe sich das beharrliche Verlangen nach einer dritten Zugabe erklären? Und tatsächlich wurde John Lennon nochmal ausgeblendet…

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Ja, es war anders, besonders und viel zu schnell verging die Zeit. Klar, dass das keimzeitliche Liedgut aus 25 Jahren nicht in drei Stunden (auch nicht in fünf!) dargeboten werden kann. So wurde ein Querschnitt dieser Zeit lebendig, eine ganz wunderbare Idee, deren Verwirklichung hoffentlich auch den Musikern Spaß gemacht hat.

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Wie bei jeder KEIMZEIT war alles andere ganz weit weg, so dass mir gar nicht so recht bewusst war, dass ich nicht nur leider nur eines dieser superlativen Konzerte mitnehmen konnte, sondern dass es, wie´s aussieht, auch mein vorerst letztes war. Wehmut heute… aber die Erinnerung lässt mich lächeln.

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Danke allen, die irgendwie KEIMZEIT sind!
Den Musikern und dem Publikum noch sehr viel Freude mit der Musik und miteinander…

Bericht: Angela

Fotos: René

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