Die Reise zu Keimzeit ins Winter Wunderland

Getrieben von der Sehnsucht danach, mal wieder die Band zu sehen, welche mich so sehr in ihren Bann gezogen hat, war nun die Zeit gekommen, sie gleich im Doppelpack im Stuttgarter Merlin zu besuchen. Meine bis dato 2 ½ monatliche Keimzeit-Konzert-Abwesenheit kam mir fast wie ein ganzes Jahr vor und dies machte die Vorfreude auf die Konzerte gleich um Einiges größer.

Der November zeigte sich an diesen Tagen mal wieder von seiner besten, fast jahreszeitlich bedingten Seite.
Es wurde so langsam winterlich in unserem schönen Ländle und die Schwäbische Metropole bekam auch ihr kleines i-Tüpfelchen davon ab.

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Gut eingehüllt in kältetaugliche Klamotten galt es nun erst einmal, wie jeder stink normale Touri auch, zu Fuss die Stadt zu erkunden. Es ging vom Hauptbahnhof los, am Schloss vorbei, immer die Einkaufsstraße entlang und fast schnurstracks geradeaus, wie von einem Magneten angezogen zu den Jungs, ab ins Merlin.
Dort angekommen merkte ich gleich die sehr angenehme Atmosphäre welche die Betreiber des Ladens geschaffen hatten.

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Der Club füllte sich unterdessen sehr zügig und da sich die Jungs ja in der letzten Zeit eine Pünktlichkeit für den Konzertbeginn regelrecht auf die Stirn tätowiert hatten, ging’s kurz nach Einlass gleich zur Sache.

In prächtiger Stimmung Begrüßte uns Norbert herzlichst im Merlin: „And the Show must go on“.

Ein Feuerwerk von Liedern die wir schon oft gehört, aber auch einige von denen, welche die meisten Ohren der vor Ort Anwesenden noch niemals vernahmen, begann. Die gesamte Setlist vermag ich heut, um ehrlich zu sein, gar nicht mehr komplett wiedergeben zu können, aber die prächtige Stimmung, welche mir diese gespielten Lieder zurück gaben, tat ihr Übriges. Auch den anderen Gästen schien es sehr zu gefallen, da es am ersten Abend einigen der Anwesenden durch vergnügtes Gelächter gelungen war, Norbert bei seiner liebst anvertrauten Nathalie doch wieder zu Entkonzeptionieren. Er rang erst einmal breit grinsend darum, seine Fassung zurück zu bekommen aber ließ sich doch wieder vom Gelächter anstecken , bis er, Profi genug, erst etwas holprig, mit Würde den Antrag von statten brachte.

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Leider rannte mal wieder die Zeit davon, der erste Abend im Merlin neigte sich dem Ende entgegen. Eine Zugabe nach der anderen war bereits gespielt, aber wer die Band kennt, wusste, daß sie immer noch für weitere Überraschungen gut sind.
Norbert ließt sich durch den wiederholten tosenden Applaus überzeugen und kündete das letzte Lied mit einem Zwinkern an, dass sein Bruder Roland nicht so begeistert darüber wäre und schickte uns mit „Oh mein Gott“ nach Hause.

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Die Nacht war kurz, ein neuer Tag begann und alles was die Augen zu sehen vermochten, war das pure Weiss des in der Nacht frisch gefallen Schnees. Wenn auch nicht viel, aber es reichte, um einen kleinen Widerstand aufzubauen, raus zu gehen und bei Tageslicht die Stadt zu erkunden. Nach einem, doch recht ausgedehnten Frühstück ging es los, die Schwäbischen Eigenheiten zu erforschen, bevor es dann wieder zurück ins Merlin zu all den Lieben und Bekannten ging.

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An diesem Abend war ein regelrechtes Familientreffen mit einigen Elektrofeld-Mitgliedern angesagt. Dieses Konzert ähnelte etwas dem des Vorabends, die Stimmung war fast so, als ob sie am Vorabend kopiert und am nächsten Abend 1:1 eingespielt wurde. Nur die Besucher waren halt zum größten Teil andere, die mit uns zusammen in gemütlicher Runde zu wunderbarer Musik, tanzend, singend und natürlich auch lachend die Zeit verbrachten, um am Ende mit dem „Flugzeug ohne Räder“ zurück in den tristen Alltag zu fliegen.

Bericht und Fotos: Jörn

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