KEIMZEIT im Rosenhof

Mittwoch in Osnabrück – mitten in der Woche und 120 km entfernt – aber eines der letzten für mich erreichbaren Keimzeit-Konzerte in diesem Jahr. Also heißt es ab in einen nicht bestreikten ICE nach Osnabrück. Vor dem Bahnhof noch durch ein Meer von Fahrrädern – dann ist der Rosenhof schnell gefunden. Das Ambiente hier ist gemütlich und nicht so steril wie im KIK in Wernigerode. Leider gibt es kein Schwarzbier, aber ein Rosenhof-Pils löscht auch den Durst.

Als Support spielt eine Band aus der Region, benannt nach einem Dörfchen in der Nähe von Oldenburg: „Huntlosen“. So mancher Fuß wippt mit bei „Musik so trocken wie die norddeutsche Tiefebene“. Der Frontmann im Seemannsanzug singt Geschichten aus dem Leben und von der manchmal bitteren Suche nach dem eigenen Weg darin, schwermütig, verträumt und ein wenig schräg. Geige und Posaune bereichern den Sound der Band – hier lohnt es sich, noch einmal genauer reinzuhören.

Dann endlich KEIMZEIT – die pure Spielfreude auf der Bühne ! Auch wenn sich der Platz vor der Bühne nicht sofort füllt – unsere Jungs haben Spaß an ihrem Job und so springt auch bald der Funke im leider nur halb gefüllten Rosenhof über. Was Rosenhof wohl auf Russisch heißt ? – Im Publikum weiß auch keiner Norberts Frage zu beantworten – aber der Text von „Nathalie“ ist auch in Osnabrück hinreichend bekannt und man kann dem Sänger gegebenenfalls bei Unsicherheiten aushelfen.

Wir tanzen den Alltag weg bei „BH“, „Kapitel 11“ und „Honeymoonblues“ und singen begeistert mit bei „Bunte Scherben“, „Singapur“ und natürlich auch “Kling Klang“.

Wir lauschen aufmerksam bei neuen Perlen wie „Dieses Mal“.

Als Anhänger der „Saxophon-Fraktion“ freue ich mich besonders über das Solo von Ralf bei „Getrennte Wege“ und immer wieder den Klassiker „Tequila“. Und ein Titel wie „Flugzeuge“ sollte einfach niemals enden – Platz machen für die wirkliche Welt ist nach „So“ einer Traumreise einfach zu hart.

Stampfende Füße erkämpfen eine Zugabe nach der anderen und am Ende bleibt mir nur noch, mit dem „Löwen“ schlafen zu gehen.

Müde falle ich gegen 2.00 Uhr ins Bett – Kopf und Herz reich gefüllt mit Erinnerungen und Kraft für den folgenden Tag. Weckerklingeln ? –Kein Problem, singend mache ich mich auf den Weg zur Arbeit …

Bericht und Fotos: Tine

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