Keimzeit trifft Kaolin

Schlaflos“ ist Dessau in diesen Tagen… wir waren es auch, denn es hieß ein ganz besonderes keimzeitliches Event hier zu genießen.
So machten sich fünf reiselustige Leute auf den Weg sich von Hamburg, Berlin und Ilmenau aus entgegen zu fahren, frohen Mutes und die Taschen gefüllt mit allerlei elektronischem Equipment zum Festhalten ganz besonderer Eindrücke, teils zur späteren Erinnerung ihrer selbst, wie auch zur mitteilsamen Nutzung interessierter Menschen in aller Welt.

Der Blick aus den Fenstern unserer Autos verhieß uns: „es könnte ein schöner Tag werden…“ und so ward er es dann auch.

Überpünktlich am eigentlichen Ort des „abendlich schlaflosen“ Geschehens angekommen, ein wenig müde noch und mit etwas hungrigem Gefühl in der Magengegend, ließen wir uns auf die Stühle des Ratskeller-Vorgartens fallen, wo wir kurz darauf auch schon von bekannten Gesichtern freudig begrüßt wurden. Schön, dass man überall im Lande auf Freunde trifft, mit denen man nette Stunden verbringen kann.

Die aktuellsten Neuigkeiten waren schnell ausgetauscht… an einigen Stellen kam etwas Bedauern und leichte Traurigkeit ob der zu erwartenden keimzeitlosen Zeit auf, welche durch die Vorfreude des bevorstehenden Abends jedoch sofort wieder weggewischt wurde.

Dann gab es noch schnell eine kleine „Projektarbeit“ zu erledigen, bevor das Spektakel beginnen konnte.

Dieses Mal gab es, im Gegensatz zu den meisten Konzerten der letzten Zeit, eine Vorband zu bestaunen. Aber nicht irgendeine Band aus der näheren Umgebung, sondern heute blieb auch dies quasi im Hause „Leisegang“, denn Marion Bohn und Hartmut Leisegang gaben sich mit ihrer Band Kaolin die Ehre, das Anheizen des Publikums zu übernehmen.

Dies meisterte die Band auch mit Bravour, überzeugte durch musikalisches Können ebenso, wie durch Musikauswahl und Interpretation. Marions kraftvoll melodische Stimme begeisterte mich, wie auch schon bei den Jubiläumskonzerten, wieder sehr und sie nun auch einmal mit ihrer eigenen Band zu erleben, war für mich nicht nur ein Ohrenschmaus. Nein auch die Augen waren sehr angetan von dem, was sich hier darbot…

Das Publikum empfand dies wohl ebenso und spendete fleißig Applaus, als sich die Band nach gut einer halben Stunde Spielzeit dann verabschiedete um für den Haupt-act des Abends die Bühne zu räumen.

Nun hieß es zumindest für Hartmut „Doppelschicht“, denn nach einer kurzen Umbaupause stand er schon wieder an „allen Bässen dieser Welt“ um uns mit Keimzeit den Abend noch mehr zu versüßen.
Der Rest der Band betrat frohgelaunt die Bühne und das Publikum spendete wiederum großen Applaus. Wieder einmal erklangen alte, wohlbekannte Weisen, auf Norberts unverwechselbare Art vorgetragen und es hielt kaum jemanden zurück, lauthals mitzusingen.

Erstaunlich textsicher, das Publikum… sogar die Kleinsten unter uns bewegten ihren Mund zum gesungenen Wort.
Auch die neuen keimzeitlichen Werke wurden zu Gehör gebracht, … natürlich Diese fast ohne „Publikums-Backgroundchor“… und sie wurden mit viel Begeisterung aufgenommen. Nicht zuletzt der Vorstellung des Erscheinens eines neuen Studioalbums geschuldet, auf welches sich wohl inzwischen jeder eingefleischte Fan freuen wird.

Es wurde auf der Bühne wieder viel Jux und Dallerei betrieben und auch vor Dieser hatten sich einige, wohl nicht mehr so „ganz nüchterne“ Zeitgenossen, eingefunden um Spaß zu haben.

Gern hätten wohl auch einige weibliche Zuschauer auf das von Norbert unterbreitete und von Spatz selbst ausgebaute Angebot zurückgegriffen, welches verhieß, dass gerade Jener von der Bühne ins Publikum springen möge ( lt. Spatzis selbst getroffener Ergänzung „am besten nackt“) 🙂 Dies geschah, ob nun zur Freude oder zum Leidwesen der Anwesenden, nicht und alle nahmen mit dem musikalischen „Akt“ an Piano und Gitarre vorlieb.

Wie immer nahm auch diesmal der musikalische Teil des Abends ein „überraschendes“ Ende, welches durch einige Zugaben, (nebst einem Experiment: Zu Keimzeit gesellten sich noch Marion und der Gitarrist Hans von Kaolin, um gemeinsam „Gatekeeper“ zu spielen) noch etwas hinausgeschoben werden konnte. Eine der etwas „feuchtfröhlichen“ Damen im Publikum feierte wohl gerade Geburtstag, was durch ein Ständchen der Band am Ende auch noch gehuldigt wurde. … Ich hoffe, sie hat den „Morgen danach“ gut überstanden…

Nun, der offizielle Abend war gelaufen, man schickte sich an, das Equipment wieder in diversen Kisten zu verstauen, noch ein wenig zu plaudern und etwas „Erfrischendes“ zu sich zu nehmen, als wir vernahmen, dass doch tatsächlich noch Besuch ins Haus stand… Und da tauchte er auch schon auf, von einigen Leuten freudig begrüßt und mit Rufen gehuldigt. Ja, er war es persönlich: Ulle Sende war da! Und sein Kommen hatte einen Grund. Wollte er doch seinen Geburtstag in ganz spezieller Runde feiern… Diese Überraschung ist Dir gelungen! Von hieraus noch einmal einen herzlichen Glückwunsch zum halben Jahrhundert, Ulle!

Der Abend war nun wirklich zu Ende, wir verabschiedeten uns und machten uns auf ins Hotel, wo noch ein kleiner „Absacker“ im Hotelzimmer anstand, welcher uns nun restlos müde machte und der „Schlaflosigkeit“ auch in Dessau ein sanftes Ende bereitete.

Es war wieder ein schönes Wochenende. Mit einem grandiosen Spiel beider Bands vor bezaubernder Kulisse des Rathausinnenhofes von Dessau, traumhaftem Wetter an beiden Tagen, welches uns noch ein wenig zum Verweilen und Besuch geschichtsträchtiger Stätten einlud, bis wir uns dann wieder verabschieden und uns in entgegengesetzte Richtungen reisen lassen mussten.

Bericht: Birgit

Fotos: René

Share Button

Kommentar verfassen