SOMMER IN GERA ?

Lassen wir mal dahingestellt sein, wer die Karten teilte… auf jeden Fall fühlte ich mich als Objekt einer glücklichen Fügung, als ich nun doch nochmal eine KEIMZEIT erleben durfte als ein abschließendes Glanzlicht an einem abwechslungsreichen Wochenende mit gesprächs- und weinreichen und schlafarmen Nächten – dieses Mal war ich wirklich froh über die Bestuhlung.

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Schon bevor wir das Buga-Gelände betraten waren Gitarrenklänge vernehmbar. Wir verschoben das Anschauen des Gartens auf irgendwann und fanden den Weg nach Gehör. Am Freitag noch einen Wetterbericht zu sehen hätte mich bestimmt veranlasst, wenigstens für die beiden kleineren meiner Kinder Gummistiefel einzupacken. Beides hatte ich nicht getan, zu groß mein Optimismus. Und jetzt: Regen prasselt unaufhörlich hernieder… Aber Musiker und große Teile des Publikums sollten Platz finden unter einem Dach, das zumindest das Wasser von oben fernhielt.

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Nachdem auch die anderen sich an Bass, Schlagzeug, Piano, Gesang und Saxophon ausprobiert hatten bis „alle glücklich“ waren, blieb noch eine knappe halbe Stunde. Also noch schnell was essen oder trinken, ein paar liebe Menschen begrüßen und vor allem mit den Kindlein zur Toilette! Und man konnte den grünen Buga-Männchen zusehen, wie sie die Pfützen unter Kies zu begraben versuchten, nett gemeint, aber ziemlich aussichtslos (danke trotzdem).

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Pünktlich, denn die Zeit war begrenzt, eilten die Musiker auf die Bühne, begrüßte uns freundlich der Sänger und auch das Publikum ließ keinen Zweifel am Grund des Hierseins aufkommen. Sowas wie ein Zu-Hause-Gefühl stellte sich ein.
Auf nach Singapur!

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Meine Tochter war sofort angetan vom multitalentierten Pianisten und später auch von Hartmuts Pipi Langstrumpf-1×1, während mein Sohn sich auch sehr für das Schlagzeug interessierte (zum Glück ist er erst 4). Der ältere ist musikalisch schon anders orientiert, muss aber irgendwas mitgenommen haben, hat er doch zu Hause gleich noch seine Gitarre hervorgeholt. Auch war ihm unerklärlich wie der zumeist ruhig wirkende Ralf so unübersehbar und unüberhörbar viel Energie vor allem ins Saxophonspiel bringt.

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Es mischten sich vertraute, teilweise textlich oder musikalisch überarbeitete Klänge mit neuen (die so manchem auch schon vertraut sein mögen) und wurden herzlich aufgenommen. Ebenso die Ankündigung einer neuen CD, in die wir sozusagen schon mal reinhören durften. Oh, ich bin auch schon sehr gespannt, bleibt es doch interessant den Weg dieser Combo zu verfolgen.
Das Publikum ließ sich locken, als Norbert auf seine liebenswerte und vergnügliche Weise eine kleine Plauderei um Russischkenntnisse, Geburtsjahrgänge oder Trinkgewohnheiten der Anwesenden begann.
Gilbert Bécauds NATHALIE wurde uns präsentiert in der Version für den gelernten DDR-Bürger. Oder so ähnlich.

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Lieder wie BUNTE SCHERBEN, SAMBA, TEQUILA, KLING KLANG, BETTY MAY (oder HONEYMOONBLUES?) verhinderten das Stillsitzen, aber es gab auch solche zum Zurücklehnen…
Eine erste Zugabe gelang doch noch nach dem 3. Anlauf, was, nachdem wir den Tontechniker namentlich kennenlernen durften, Andreas dazu brachte einen SEE VOLLER TRÄNEN zu weinen.

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Der unaufhörlich plätschernde Regen bleib nebensächlich bis Norbert die gute Nachricht verkündete, man dürfe so lange spielen bis es zu regnen aufhörte. Das klang ja so vielversprechend. Doch just in diesem Moment versuchte die Sonne sich direkt gegenüber der Bühne durch die Wolken zu schieben! Wie auch immer der Wetterverantwortliche das meinte, es war nur ein Spiel. Doch es veranlasste einen Schrank von einem Mann vor mir aufzustehen, um es (in mehreren Varianten!) für die Ewigkeit festzuhalten. Aber WINDSTILL macht auch beim Nur-Hören Gänsehaut. Die nächste Gänsehaut bekam mein Michel, als er sein Schlaflied wiedererkannte. Seligkeit strahlte aus seinem kleinen Gesicht. Unvergesslich für mich.

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Auch wenn die vorgebene Zwei-Stunden-Marke doch überschritten wurde, verging die Zeit viel zu schnell. Aber manchmal genügt ja bekanntlich schon ein Augenblick zum Glück. Und hier waren es doch viele!

Ja, KEIMZEIT brachten den Sommer nach Gera.
Danke.

Bericht: Angela

Fotos: René

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