Sommerzeit = Urlaubszeit = KEIMZEIT

Endlich! Der Moloch der Arbeit hatte uns für ganze drei Wochen aus seinen Fängen entlassen und der süß frohlockenden Hand der Muße übergeben. Sollten wir Diese ergreifen, uns der verlockenden Vorstellung einmal gar nichts zu tun, einfach so ergeben? …Ja, natürlich! Aber nur kurz, denn die gewonnene Zeit, fern von drohenden Dienstplanänderungen, unbedingt noch zu erledigenden Auftragsarbeiten etc. war einfach zu kostbar, um sie sinnlos verstreichen zu lassen. Man könnte ja eine Reise planen…
Gute Idee!!!

…Der passionierte Keimzeit-Fan jedoch wäre nicht ein solcher, wenn sich seine Urlaubsplanung ohne den roten Keimzeit-Konzertfaden machen ließe. Also wurden geschickt alle konzertlichen Eckpunkte der nächsten zwei Wochen abgesteckt und die zwangsläufig auftretenden Lücken dazwischen mit der Verknüpfung anderer Interessen erquicklich angefüllt.
Der Plan war genial, nun gings an die Umsetzung.

Das erste Etappenziel war für uns zwei Urlaubsvagabunden Weißenfels. Hier war „Schlossfest“ angesagt und dies natürlich verbunden mit einem Konzert unserer Lieblingsband. Wir wurden ins Mittelalter zurückversetzt, konnten eine kurze Reminiszenz aus dem Musikgeschehen der näheren Vergangenheit erleben ( ob nun gewollt, oder nicht) und unserer Jugend beim Aufbau ihrer Tanz-Karrieren zuschauen, bevor auf dem Schlosshof die „Keimzeit“ begann.

Schön war´s. Freunde waren da und Überraschungen gab es auch, wie Jörn schon berichtete…

Zur Huldigung des Abends und Gruß des zart anbrechenden neuen Tages ließen wir auf einem Hotelbalkon noch die Sektkorken knallen, ehe wir uns wohlig unter der flauschigen Daunendecke ausstreckten und neuen Zielen entgegen träumten. Wollten wir doch gleich nach dem Frühstück zur nächsten Etappe nach Belzig aufbrechen.

So der Plan. Nur Pläne haben gewisse Haken. Denn erstens kommt es anders, als man zweitens denkt… Nachdem wir endlich, von unserer überaus fürsorglichen Frühstücksbedienung, die sich mehr Sorgen um den guten Nachtschlaf meines Begleiters als um unseren Morgenkaffee zu machen schien, selbigen erhalten hatten, bekamen wir auch noch die Zusatzinformation, daß ja gleich genau vor unserem Fenster der große Festumzug beginnen sollte.

„FESTUMZUG ???“ Na ist ja super!!! Da wirds wohl nix mit „beizeiten weg kommen“! Nun, wir machten aus unserer Not eine Tugend, traten mit anderen Schaulustigen vor die Tür und sahen uns das Spektakel aus der Nähe an.

Es zog scheinbar der gesamte Hofstaat vergangener Zeiten an uns vorbei, gefolgt von Sportvereinen, Frauenvereinigungen, Handwerks- und Gewerbebanden, ja selbst die Putzteufel sollten nicht fehlen.

Mitten drin: was sahen unsere Augen? Ein keimzeitliches Relikt lief doch tatsächlich zwischen Wäschefrauen, Weinbauern, Zofen und Rittern herum. Hatten unsere Jungs etwa aus lauter Eile der Abreise ihren Hofnarren vergessen einzupacken? Dem schien so zu sein. Er lief an uns vorbei, kam nocheinmal zurück um vor der Kamera zu posieren und entschwand mit den Anderen Richtung Schloss. (Ja Tine, er ist bunt… obwohl bei Keimzeit von je her eigentlich nur schwarz/weiß…)

Als dann gegen Mittag der Konvoi restlos an uns vorüber gezogen und die Straßensperre wieder aufgehoben war, sattelten endlich auch wir unsere „Pferdchen“ und versuchten der, noch immer feiernden Stadt zu entrinnen, was uns nach mehreren Anläufen über Umleitungen dann auch gelang.

Fortsetzung folgt…

Bericht: Birgit

Fotos: René

Share Button

Kommentar verfassen