STATT SCHOKOLADE

Schön. Klasse. Fetzig(?!). Fantastisch! Jippiiie!!! Also doch nach Wernigerode. „Kultur- und Kongresszentrum“ – mein erster Eindruck: sehr nobel! Gleich suchte ich nach dem Schild BITTE WARTEN, SIE WERDEN PLATZIERT (und war froh nur eines unserer Kinder mitgenommen zu haben). Doch ließ uns die nette Dame am Eingang nur wissen, dass wir uns abstempeln lassen sollten, wenn wir nochmal raus wollten. Das wurde nicht nötig, raus wollten wir jetzt so gar nicht.
Saal und Bühne bestätigten den gehobenen Eindruck (steinigt mich – das Rauchverbot war in meinem Sinne), sahen sehr nach „Kultur“ aus, bieten sicher optimale Bedingungen, wirkten aber doch sehr steril. Bis endlich mit KEIMZEIT alles in Bewegung geriet, Farbe bekam, lebendig wurde.

„…Herzlich Willkommen!“
Ein Leuchten ging durch den Raum.
KEIMZEIT bündelt die Gedanken, stellt sich der Vorfreude, den Erwartungen des Publikums, erzeugt Trancezustände und ein Kraftfeld aus Geben und Nehmen und Geben und Nehmen…

„Was kann ich dafür, wenn ihr daraus ein Drama macht?“ Naja, wir denken mal nicht so sehr darüber nach. Als Norbert meinte, dass die Katze ja nun aus dem Sack wäre in Sachen Bühnenpause hörte ich ihn schon sagen „ist alles Quatsch, gar nicht wahr, vergesst es schnell“. Natürlich sagte er nichts von alledem. Stattdessen sang er „…bei jedem Versuch den Himmel zu öffnen ruft jemand HALT“! Auch das wird seinen Grund haben, aber auch darüber denken wir später nach. Mit KEIMZEIT sind wir jedenfalls immer sehr nah dran! Also genießen wir dieses Hier und Jetzt. Es schien, als wollten die Musiker das genauso.

Den Sommer verlängern? Oh, ja. Was für ein schöner Gedanke. In der Tat war es warm geworden bis nach ganz tief drinnen und alle Jäckchen überflüssig. Schon war ich mitgegangen, eingetaucht ohne mehr an morgen zu denken. Genau deshalb waren wir hier. Uns vielleicht irgendwo selbst zu finden und das, was wir oft zu sehen versäumen in den Liedern, den Worten, die wir so nie sagen könnten, die mit der Musik uns ganz durchfließen und bleiben, vorgetragen von den Musikern, denen lange schon die Türen zu unseren Herzen offen stehen. Es war als könnte es gar nicht, niemals, anders sein!

Und natürlich waren wir hier, um entzückt, angeregt, bewegt zu lauschen auf Norberts Gesang oder Plauderei, was Rudi für sich an seiner Gitarre „herumfummelnd“ (O.-Ton Norbert) überbrückte, um sie danach um so heftiger erklingen zu lassen, um zu erleben, wie ein entrückter Andreas dem Piano zauberhafte Klänge entlockte, so wie Hartmut mit sichtbarer Freude den Bässen, wie Ralf nur dann richtig aktiv wurde, wenn er seinen Instrumenten Leben EINHAUCHEN konnte (auch immer wieder vergnüglich, wie er MENSCH MEIER entspannt); und Roland, der taktgebend sich taktvoll gänzlich im Hintergrund hielt, sei von hier ein freundliches Lächeln nachgesandt!

Während die Musiker so die Zeit viel zu schnell vergehen ließen, wurden im Publikum endlos Glückshormone ausgeschüttet, deutlich erkennbar in den Gesichtern oder auch am angeschalteten „Stimmungslicht“ am Rolli…

Berge von Schokolade müsste ich essen, um den gleichen Effekt zu haben!
Danke KEIMZEIT, auch dafür, dass mir das nun (vorerst) erspart bleibt.
Schön war´s.

Bericht: Angela

Fotos: René

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