… bleibt der Traum…

In Erfurt traf ich René, wohl auch auf der Suche nach weiteren keimzeitlichen Berührungspunkten. Und davon fanden wir gleich zwei: Jan Plewka. Singt Rio Reiser.

Sehr mutig, dachte ich im Vorfeld. Hatte Rio Reiser doch diese so sensible Wahrnehmung für Ungerechtigkeit, Unerträglichkeit aber auch für das Wunderbare und unglaublich Schöne, das dann doch an eine Erfüllung des ewigen Traumes vom freien Menschen in einer besseren Welt glauben/hoffen lässt.
Eine große Kraft wohnt in seinen Liedern, die so ganz und gar sind, voll Wut, Schmerz, Provokation, voll Verletzlichkeit, Sehnucht und Liebe.

Als ich mir bei einer Freundin ein bisschen SELIG ausgeborgt hab, konnte ich nur feststellen: Der kann das! Rio Reiser hat uns seinen Weg zum Paradies hinterlassen und den damit verbundenen Kampf. Jan Plewka hat eindrucksvoll daran erinnert.

In seiner Stimme klingt ganz viel Rio Reiser – ob ganz laut und mit voller Unterstützung seiner gut gelaunten „Schwarz-Roten Heisarmee“ oder mindestens ebenso wirkungsvoll allein, am Piano, mit Gitarre oder Akkordeon…

Ein wenig irritiert war ich von der Bestuhlung – ein Zugeständnis an die in die Jahre gekommenen Rebellen und Hausbesetzer? So zur Passivität verurteilt („Keine Macht für Niemand“!?), gewollt gebremst?, wirkte der ohnehin nostalgisch anmutende Rauch-Haus-Song eher verhalten, konnte jedoch der Kontakt zum Publikum sehr geordnet stattfinden. Zum Glück wurde das Sitzenbleib-Gebot irgendwann aufgehoben! So kam dann auch mehr Bewegung, mehr Leben ins Publikum und es war deutlich spürbar, dass Rio Reiser´s Erbe Musiker und Publikum verband.

Nach unzähligen Zugaben hat uns ein sich ziemlich heiser gesungener Jan Plewka sehr charmant das NachHauseGehen nahegelegt.

Herzlichen Dank allen, die diesen Abend dem Alltag entzogen – trotz der Insolvenz des Rostocker Veranstalters. Weiter so!

Und was könnte man Schöneres mitnehmen als „Halt dich an deiner Liebe fest!“?

Bericht: Angela

Fotos: René

Share Button

Kommentar verfassen