Es darf getanzt werden…

Ein Keimzeit-Newsletter, meine Heimatstadt und ich hab Urlaub … die denkbar günstigste Konstellation. Kaolin spielen in Berlin, Kulturbrauerei, im Maschinenhaus. Nun, dort war ich auch noch nicht und die Band um Marion Bohn wollte ich schon lang gern mal wieder sehen.

Nach dem letzten Konzertwochenende bei Stoppok und Bobo schon wieder ein musikalisches Highlight, welches es zu genießen galt. Nur diesmal leider für mich allein.
… „Ach, wäre das Beamen doch schon erfunden…“ denke ich immer wieder in solchen Augenblicken. Dann könnten wir trotz räumlicher Distanz unseres Freundeskreises viel häufiger gemeinsam schöne Konzertstunden genießen.

Wie dem auch sei, hinderte es mich nicht, mich gegen 19:30 in Schale zu werfen, zur U-Bahn zu tigern und nach Entrichtung eines Obolus von 10 € wie schon gewohnt ein, nur einen Abend haltbares Tattoo aufdrücken zu lassen, was mir für den Rest des Abends den Einlass in die alten Brauereigemäuer gestattete.

„Wollen Sie schon nach oben gehen?“ fragte mich die nette junge Dame am Einlass mit einem, mir etwas eigenartig anmutendem Lächeln im Gesicht. „Naja, es ist ja schon gegen 20:30, ich schau dann schon mal rein. Wo geht’s eigentlich lang?“ … „ Sie müssen hier hinten die Treppe hinauf“ … wieder dieses eigenartige Lächeln… Ich stieg die schmale Hintertreppe hinauf und kam an eine geöffnete Tür, welche in einen leeren Raum mit Bühne und Tresen führte. Ja, der Raum war leer. Nur ein Barkeeper und zwei junge Männer tummelten sich am Tresen. Oh, ich glaub, ich bin falsch hier, dachte ich und trat den Rückzug an. Aus den Augenwinkeln sah ich jedoch die aufgebauten Instrumente auf der Bühne und kam zu dem Schluss, doch richtig zu sein. Da ja nun ganz offensichtlich nicht die Gefahr bestand, keinen guten Platz vor der Bühne mehr zu bekommen, ging ich doch noch einmal an die frische Luft und vertrieb mir die Zeit noch ein wenig am Telefon.

Als ich den Clubraum dann zum zweiten Male betrat, waren inzwischen schon einige Leute vor Ort und der Raum sollte sich in den nächsten Minuten noch weiter füllen.

Die Musiker betraten alsbald dann die Bühne, stimmten ihre Instrumente und Marion begrüßte das Publikum. Der musikalische Abend konnte beginnen.

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Bekanntes und weniger Bekanntes aus Rock, Pop, Swing und Soul wurde uns auf KAOLINs eigene Weise dargeboten. Songs von Kate Nash bis zu den White Stripes wurden durch Marions weiblich kraftvolle Stimme zu ganz eigenen Werken und selbst ein Hauch von „Cowboystiefel“ wurde für uns hörbar gemacht.

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Dann irgendwann im ersten Drittel, die Aufforderung Marions: „ Ihr dürft ruhig tanzen. Platz ist ja genug!“ … Nun, ein kleiner Hüftschwung hier und da, wippende Zehen, zuckende Hände…, raumgreifend wirkte es nicht…

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Dann eine kleine Pause. Zeit, Getränkenachschub zu holen oder auch kurz an die frische Luft zu gehen. Seit dem Rauchverbot bei Veranstaltungen für viele Zeitgenossen ein „MUSS“.
Danach ging’s dann vergnügt weiter im Programm. Pünktlich zur Zugabe fassten sich auch die ersten ein Herz und begannen das berühmte „Tanzbein“ zu schwingen. Ein wenig spät freilich und nach Ende des Konzerts wurde geflaxt, ob man die Zugabe in Zukunft nicht gleich zu Beginn zelebrieren sollte, um das noch schüchterne Publikum zu wecken.

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Alles in Allem war es ein wirklich gelungener Abend, den ich, der Handyflatrate und bekannten Gesichtern sei Dank, doch nicht wirklich allein erleben musste.
Danke Marion, Danke Hartmut, Danke Hans Tabel, Christian Hartung und Tommy Schubert.

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Danke KAOLIN für einen schönen, kurzweiligen Abend in meiner Heimatstadt Berlin.

Bericht: Birgit

Fotos: Danke an den noch unbekannten Fotografen

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