„Im Herbst“ 10.Oktober, Kulturbrauerei

„Der schöne Sommer ging von hinnen,
Der Herbst der reiche, zog ins Land.
Nun weben all die guten Spinnen
So manches feine Festgewand. …“

…auch der CdtD webt wieder… an wundervollen Klängen zu den dichterischen Worten Wilhelm Busch´s. Am heutigen Abend sollte nun die zweite Runde der Konzerttour zum Thema „Zweifach sind die Phantasien“ eingeläutet werden. Dafür hatten sich die Mannen um „Max“ Repke dieses Mal etwas ganz besonderes ausgedacht. Kein Konzert im eigentlichen Sinne sollte es sein. Nein, vielmehr eine Mischung aus Kino, Unplugged –Konzert und Gesprächsrunde war das heutige Thema. Man durfte gespannt sein!…

Gegen 20:00 begann der Einlass ins Kino an der Kulturbrauerei. Da die Karten mit freier Platzwahl verkauft worden waren, hieß es beizeiten vor Ort zu sein, um die bestmöglichen Plätze zu erhaschen. Nur welches waren die bestmöglichen Plätze? Im Kino sitzt man ja eigentlich am besten weit hinten, bei Konzerten wohl eher vorn… Nun, wir entschieden uns spontan für das zweite, wollten wir den Musikern doch möglichst nahe sein, um ihr Minenspiel beim Vortrage der Musikstücke beobachten und das Erlebnis der Spielfreude möglichst intensiv mitempfinden zu können.

Nachdem nun der Letzte meiner Freunde eingetroffen und der Saal gut gefüllt war, erlosch das Licht und der Film begann. „Ganz großes Kino“ wurde uns in Form der Präsentation der im April dieses Jahres aufgenommenen DVD geboten. Auch wenn ich dieses Juwel selbstredend schon längst besaß und natürlich auch mehrfach zu hause genossen hatte, war es doch noch einmal etwas anderes, sie auf riesiger Leinwand im Kinoflair zu erleben. Selbst Norbert äußerte später erstaunt, wie deutlich doch jede Bartstoppel zu sehen war.

Nach gut einer halben Stunde wurde die Filmvorführung unter reichlich Applaus beendet und die Musiker betraten leibhaftig die Bühne. In lockerer Stimmung begann nun der Live-Teil des Abends, den die Musiker mit viel Spaß an der Musik bestritten.

Da spielte es auch keine Rolle, dass man sich einmal über das als Nächstes zu spielende Stück zunächst nicht ganz einigen konnte und der Bassist sich hernach noch kurzfristig für eines seiner Instrumente entscheiden musste, was eine Verzögerung seines Einsatzes zur folge hatte.

„Nun spielen wir das letzte Stück dieses Abends… – vielleicht…“ Verkündete „Max“ und griff in die Saiten seiner Gitarre. Wohlwollendes Lachen im Publikum. … Lied gespielt,… gemeinsame Verbeugung,… Applaus.

„Wir begeben uns jetzt hinüber auf die Couch“…, welche auf der linken Seite der Bühne schon auf ihre Gäste wartete.

Hier angekommen, erwarteten die Musiker nun die Fragen des Publikums.
„Ihr dürft ruhig ALLES fragen“ wurden wir ermuntert. – „Mutiges Angebot!“ – dachte ich noch, als schon die ersten Fragen unsere Akteure erreichten. „Was macht Ihr eigentlich sonst noch so?“, „Welches ist eigentlich das nächste Projekt?“ „Gibt es schon einen neuen Dichter?“ und „ Werdet Ihr wieder in der gleichen Besetzung erscheinen?“

Bereitwillig gaben die Musiker Auskunft. Dabei kommt heraus, dass die Tendenz zur Kinderbetreuung und „ein wenig hier, ein wenig da“ einen Hauptschwerpunkt der Beschäftigung des einen oder anderen darstellt, ein neues Projekt zwar auf jeden Fall angedacht ist, aber noch nichts genaues feststeht, es jede menge Vorschläge für zu behandelnde Dichter gäbe, aber noch herausgefiltert werden müsse, welche davon denn überhaupt schon tot wären und somit nicht schon von vornherein durchs Raster fielen. Über die neue Besetzung schwankte die Meinung noch etwas: „Im Prinzip sind es ja jedes Mal andere Leute, mit denen ich arbeite, aber man sage niemals nie…“ So die Antwort Herrn Repkes.
Dann fragte jemand, ob es denn im Laufe der Tour nur bestuhlte Konzerte gegeben hätte und geben wird und nach den Gründen für diese Wahl. Die Antwort enthielt eine „erstaunliche“ Erkenntnis: Auch alte Leute können noch sehr viel Spaß haben im Leben, selbst mit dem CdtD…

Am Ende der Gesprächsrunde hatte Norbert noch eine Vision: Er träumte davon, der alte Meister Busch würde ca. eine Stunde zuvor just diesen Raum betreten und dem Programm gelauscht haben. Er hätte ihn nur zu gern um seine Meinung gefragt…

Nachdem das Publikum dann noch einen keuschen Blick – nicht mehr- auf die Flasche mit dem sündhaften Gebräu der „Frommen Helene“ werfen durfte, wurde die Runde beendet und die Band verabschiedet, allerdings nicht ohne noch einmal zu einer kleinen Zugabe ihres Könnens genötigt zu werden. Freudig entsprachen sie dem Wunsch der netten Dame im Publikum, wie auch aller anderen Gäste und spielten noch einmal fröhlich auf.

Selbstverständlich konnte im Anschluss an die Veranstaltung das hier vorgestellte Machwerk, wie auch diverse Tonträger und Kleidungsstücke käuflich erworben und von den Künstlern signiert werden. Und natürlich gab’s für jeden der mochte einen feinen Schluck der „Frommen Helene“ als Umtrunk dazu.

Ein schöner Abend ging langsam dem Ende zu. Leider wie immer zu schnell. Aber auch wenn der Augenblick flüchtig, die Zeit im Fluge vergangen, eins bleibt: die Erinnerung an ein schönes Erlebnis, gemeinsam mit lieben Freunden genossen, welche man leider zu selten trifft.

So ist nun mal die Zeit allhie,
Erst trägt sie dich,
–Dann trägst du sie;

Und wann’s vorüber, weißt du nie.

Bericht und Fotos: Birgit

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