Dem Ruf der Insel gefolgt…einfach mal ein wenig verrückt sein…

… unsere Lieblings-Insel — HIDDENSEE, unser Lieblings-Dorf auf der Insel –NEUENDORF, unsere Lieblings-Band — KEIMZEIT … drei Tage, zweieinhalb akustische Konzerte, vier Jungs und eine Frau… und Muskelkater… Aber lieber alles von vorn…

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Bereits am 01.08. war uns nach eineinhalb Jahren der Konzertabstinenz endlich wieder die Möglichkeit geboten, den Live-Klängen „unserer Band“ zu lauschen. Relativ kurz entschlossen stand Glauchau auf dem Plan. Es ergab sich, nach einem wunderschönen Konzert, dass wir bis tief in die Nacht mit den Jungs der Band nett ins Quatschen kamen, über Gott und die Welt, übers Angeln, über ferne Länder …. und darüber, dass in einer Woche auf der Insel Hiddensee wohl etwas „Besonderes“ stattfinden würde. Wir wussten von diesem Termin natürlich bereits vorher, allein der Gedanke hinzufahren, war aber bisher nicht geboren….zu weit (von Gera 1200 km hin und zurück), zu teuer, das Kind unterbringen…doch …wir schauten uns an, und waren der Meinung, „ Lass uns mal wieder verrückt sein….“. Spatzi und Rudi bestärkten und förderten unser Denken enorm. Nun solls also geschehen …einmal quer durch die „DDR“, auf die Insel, die wir sonst nur jedes Jahr im kalten März kennen, aber zu dieser Zeit ist es dort eben am ruhigsten und romantischsten.

Montag Spatzi ne Mail geschrieben, dass wir kommen, seit Dienstag erfolglos versucht, eine kleine Unterkunft zu finden, „…alles ausgebucht – können nicht helfen…“, ein wenig kühl sind die da schon an der Küste! Aber nach ein wenig Mail-Kontakt hat uns der Veranstalter und Betreiber der Stranddistel Achim Zetzmann und seine zwei lieben Frauen, ein irre liebes Angebot gemacht und uns den wohl schönsten Platz zum Schlafen geboten… welchen?.. verraten wir nicht 😉 ! Herzlichen Dank dafür, liebe „Zetzmanns“ !!!!
Freitag punkt neun ging´s direkt, nach zwei Stunden auf Arbeit (der öffentliche Dienst macht es möglich), ab auf die Autobahn.
Die Fähre 16.00 Uhr ab Schaprode haben wir geschafft, das Gepäck in die Stranddistel geschleppt und bei der dort gerade stattfindenden Probe wurden wir mit „ah , die crazy people kommen“ begrüßt.

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Da waren wir also…schnell unsere Unterkunft aufgebaut ( uups, jetzt hab ich’s verraten ) und bei herrlichstem Sonnenschein ab an den Strand, Erholung tanken, mit der Vorfreude auf ein bestimmt besonderes Konzert ( die Klänge der Probe ließen dies erwarten ). Erfrischt vom 14°C kalten, glasklaren, aber mit Quallen übersäten Ostseewasser gings dann zurück in die nur 200 m entfernte „Stranddistel“, eine alte Gaststätte mit angrenzendem ehemaligem Speisesaal des FDGB. Innen jetzt urig eingerichtet, mit einigen Sofas, und gemütlichen Ecken…richtig gemütlich.

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Die Mikros standen da, Keyboard, endlich wieder mal ein echter Kontrabass ( ist auf normalen Konzerten leider nicht mehr so oft dabei ) Gitarren und ein paar wenige kleine Verstärker…das wird was Besonderes! Das Haus füllte sich, ich schätze mal ca. 100 Leute waren anwesend viele von ihnen saßen auf dem Boden vor der Band, viele auf den Sofas, tanzen musste man diesem Abend nicht, nur genießen. KEIMZEIT betrat unter viel Beifall den Saal. Hartmut, Rudi, Spatzi und Norbert waren die Besetzung und die vier Jungs hatten das wahrhaft glücklichste Händchen damit, Gabriele Kienast an der Geige in ihrer Mitte aufzunehmen.

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Eine äußerst sympathische, natürliche Frau, deren musikalische Fähigkeiten an Perfektion grenzen. „Nur dreimal geprobt…“ sagte sie uns. Sie schaffte es, die Lieder in einer Weise zu verfeinern, wie wir sie noch nie gehört hatten…Gänsehaut-Alarm!!! Nennen wir es eine musikalische Symbiose zwischen ihr und Rudi am ersten Abend und ihr und Spatzi am zweiten Abend. Wundervoll arrangierte Lieder durften wir genießen, in jedem ein kleines Highlight, mal ruhig, mal aufbrausend hörten wir einige der neuen Titel, die uns mit ihren sehr schönen Texten, immer näher gehen, viele alte, die akustisch einmalig klingen, zwei aus dem „Club der toten Dichter“ (die waren für mich die wirklich schönsten des Abends). Alles sehr ruhig, Norbert hätte sogar ohne Mikro singen können, seine Stimme kam durch die geringe Verstärkung sehr natürlich und klar an.

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Der neue Song „Leuchtturm“ ist wie für Hiddensee geschrieben, für Gabriele und uns der Ohrwurm des nächsten Morgens…“…leuchte, leuchte, leuchte, Leuchtturm an der See…“. Und Gabriele Kienast setzte ein nächstes Glanzlicht mit Ihrem selbst gesungenen spanischen Lied „Barcelona“. Spanisch könne sie nicht, und sie sänge irgendwas von Blumenkohl, wenn sie den Text vergisst, meinte sie beim Plausch danach. Ihre Stimme aber war genau so beeindruckend, wie ihr Geigenspiel.

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Auch Rudi hatte wieder zwei selbst gesungene am Start, „Betty May“ und „Imagine“. Überhaupt klang alles nicht so rockig, auch Rudi spielte die Akustik- Gitarre nach feinster Art. Und auch Hartmut fühlte sich am Akustik-Bass und am „echten“ Kontrabass sichtlich wohl. Der musikalische Abend endete nach über zwei Stunden.

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Der Abend endete für uns mit netten Gesprächen mit netten Leuten, gefolgt von einem Nachtspaziergang (2.5 km) zu zweit zum kleinen Leuchtturm (unser Lieblins-Plätzchen), wiederum gefolgt von Gesprächen in der „Stranddistel“ bis ca. 2.30 Uhr…weiß nicht mehr. Der nächste Morgen begann leicht verkatert, mit einem Frühstück zu zweit am Strand…romantisch. So langsam bekamen wir auch Spatzi und Hartmut mit seiner lieben Frau Marion am Strand zu Gesicht. Ein kühles Bad tat wohl allen gut…denn schließlich hatte Norbert zum Volleyball um 11.30 Uhr gerufen. Gut, es kamen nur Hartmut, Marion, Norbert, Auguste (die „kleine Frau“ an Achim Zetzmanns Seite), meine Frau Jana und ich ( Matthias ). Gabriele war auch anwesend, verzichtete aber wegen der Verletzungsgefahr für die Finger, die ja ihren Broterwerb bedeuten. Man warnte uns vor den Ozonwerten, egal…drei gegen drei, wir gaben alles, Sieg für uns (Norbert, Auguste, Matthias)! Dann noch ne halbe Stunde locker im Kreis, die Omis im Strandkorb drei Meter neben uns nervte das sichtlich…ich hatte gehofft, Norbert sänge das gleichnamige Lied an dieser Stelle…er tat es nicht 😉 Beim Spiel witzelte er noch über das sächsisch-thüringische Sprachgemisch meiner Frau, die jeden ankommenden Ball mit „ worrde moal „ begrüßte.
Jetzt abkühlen, Mann, kann der Norbert gut Schmetterling schwimmen! Auch freute er sich darüber, dass mein Oberkörper noch weißer ist als seiner….sehr witzig, Herr Leisegang 😉

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Für Jana und mich hieß es am Nachmittag 12 km wandern, am Strand nach Vitte und zurück. Wir dachten, wir hätten noch ein wenig Zeit zum relaxen danach, saßen so gemütlich in der Runde mit Spatzi, Gabriele und Hartmut, da stand er schon wieder und forderte uns zum Spiel! Norbert, die Sportskanone war nicht unterzukriegen. Bis eine halbe Stunde vorm Konzert schmetterten wir den Ball noch mal durch die Lüfte, direkt vor der Stranddistel, und er hatte sogar noch Luft zum singen…und wir???….MUSKELKATER !!!

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Den zweiten Abend musste man als Quartett leider ohne Rudi spielen, da er einen anderen Auftrittstermin hatte. Also wieder alles ein wenig anders. Anders war auch, dass sich nur ca. 60 Gäste einfanden, was der Stimmung aber überhaupt keinen Abbruch tat. Man änderte die Setlist ein wenig.

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Auch „Natalie“ war an diesem Abend zugegen. Dieser verfluchte Text !!! Wieder war alles weg, Spatzi lief mitten im Lied vor Norbert her und fragte Hartmut, in welcher Tonart man spiele, Norbert rügte diese unfeine Art, konnte den Text aber immer noch nicht. Jana rief „Worrde moal!“ und half aus, Spatzi biss in die Tasten vor lachen, ich in den Holzboden…Norbert spielte tapfer weiter…hätte ich zu diesem Zeitpunkt bereits mehr Bier getrunken, ich hätte mir eingepieselt. Es war wieder ein Wahnsinns Akustik-Abend. Noch ein wenig ruhiger, da eine Gitarre fehlte.

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Und das Zusammenspiel mit der Geige war wieder herrlich, nach drei Zugaben verließen die Jungs und das Mädel die nicht vorhandene Bühne und gingen zum gemütlichen Teil über. Auch wir taten das wieder mit netten Unterhaltungen, einem kleinen Strandspaziergang und lecker Gesöff. Halb drei begaben wir uns dann zusammen mit Norbert und Spatzi und zwei weiteren Damen neben die Stranddistel, um nun das Highlight des Wochenendes zu erleben. Norbert hatte die Gitarre dabei und spielte für uns sechs ein wenig zur Nacht (das angesprochene einhalbe Konzert), auf der Matratze, den Blick in die sternenklare Nacht lauschten wir den Klängen der Gitarre und der Stimme – „Leuchtturm“ war auch wieder dabei…gut, das von uns gewünschte „Urwaldnashorn Emma“ konnte er textlich nicht mehr, das hab ich dann gesungen…man staunte nicht schlecht.

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Halb vier ins Bett, die Verabredung für den nächsten Morgen um dreiviertel acht zum Frühstück musste eingehalten werden, da die Jungs zeitig zurück mussten. Ganz lieb von Achims Frau vorbereitet ließen wir, bis auf Norbert, der noch schlief, das Erlebnis beim Kaffee und frischen Brötchen ausklingen. Schade, dass solche Konzerte in der Stranddistel wohl unwiederholbar sein werden, da nämlich noch dieses Jahr begonnen wird, diese komplett als Feriendomizil für gutbetuchte umzufunktionieren…sehr schade, weil es eben eine einmalige Lokalität war.

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OK, die Pferdekutsche war da, schnell die Technik verstaut. Ein Abschiedsfoto mit allen gemacht und Spatzi saß, schwupps, als Kutscher ganz vorn auf dem Wagen. Auch Norbert kam nun aus seiner Höhle gekrochen, um sich zu verabschieden, er nahm später eine andere Fähre, wollte die Insel noch genießen…wir auch.

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Noch mal drei Stunden Strand, was essen, zum kleinen Leuchtturm (tschüß bis März sagen).
Dann leider auf die Fähre…ach ein bekanntes Gesicht…Norbert nahm dieselbe…

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Über den Abschied von der Insel schreibe ich nichts, nur gut, dass die Buchstaben auf dem Bildschirm, nicht durch die Tränen verwischt werden können…ist ja alles digital 😉

Für uns war dieses Wochenende das schönste Inselerlebnis und das schönste, wohl einmalige KEIMZEIT-Erlebnis…verrückt…!!!
„Leuchte, Leuchte, Leuchte, Leuchtturm an der See…..“

Bericht und Fotos: Jana und Matthias aus der Nähe von Gera

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