Gedanken schweifen …

… in Erinnerung an einen Tourabschluss, der nicht vergessen sein sollte

Samstagabend, ich sitze wieder einmal an meinem PC und öffne den Messenger. René ist auf der anderen Seite und wir unterhalten uns. Uns fällt auf, dass ein schönes Konzerjahr längst hinter uns liegt ohne jedoch den Abschluss der Tour für unsere Leser beleuchtet zu haben…

Erinnerungen keimen in mir auf. Gedanken an ein schönes Jahr, unzählige erwärmende Erlebnisse mit Freunden und guter Musik. So kehren Momente wieder, welche ich auf keinen Fall missen möchte. Ich freue mich schon auf den Neubeginn. Das Erwachen der, noch unter Schnee und Eis schlafenden Natur und eine neue Tour unserer, uns zu guten Freunden gewordenen Band Keimzeit. Aber auch schweifen die Gedanken in die nahe Vergangenheit, an der ich Euch im Folgenden teilhaben lassen möchte.

Ich erinnere mich:
Nach einem schönen Konzerterlebnis im Berliner Kesselhaus der Kulturbrauerei hieß es, noch einmal mit dem blauen Flitzer die Autobahn zu erobern um den letzten zwei Konzerten des Jahres beiwohnen zu können. Nichts Ungewöhnliches ahnend, machte ich mich gemeinsam mit meinem Gast der letzen Tage, Angela, auf den Weg.
Die letzte Nacht über hatte es etwas geschneit, was für Berlin und diese Zeit ein klein wenig ungewöhnlich schien uns aber nicht wenig freute. Sah die Welt doch umso friedlicher und nahezu märchenhaft aus…

Nach einem „Abstecher“ nach Nordhausen, für Angela wurde es Zeit zu ihrer Familie zurückzukehren, machte ich mich in Richtung Jena auf. Zeit hatte ich ja noch genug… dachte ich… Konnte man ahnen, dass inzwischen das ganze Land im Schnee- und Eischaos versunken war und die Fahrt von normalerweise knapp einer Stunde nun an die drei Stunden dauern würde?…

Trotz allem, fast mit dem ersten Ton der Musik und bei -15°C, kam ich im F-Haus Jena an. Nach längerer Parkplatzsuche ein wenig durchgefroren begrüßte ich noch kurz einige Freunde und schon tobte der Saal, da die Mannen von Keimzeit die Bühne eroberten. Alt bekannte und neuere Klänge begeisterten das Publikum, welches sich wohl weder vom Wetter, noch der widrigen Straßenbedingungen abhalten lassen konnte, hier zu erscheinen und „ihre“ Band und die Musik zu feiern. Lautstarke Chöre bei „Kling Klang“, „Singapur“ oder „Bunte Scherben“ zeugten davon: hier waren wahre Fans gekommen. Die Songs des neuen Albums wurden ebenso wohlwollend aufgenommen und so mancher nahm sie dann, auf einen Silberling gebannt und mit dem Signum der Akteure versehen, mit nach Haus, um sich selbst daran zu erfreuen, oder Jemanden, dem sie verdeutlichen mochten, dass die „Währung Liebe“ doch eine „stabile Währung“ sein solle.

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Als die Band sich von der Bühne verabschieden wollte, nahm der Applaus kein Ende. Es wurde, nach der Ankündigung, dass im nächsten Jahr eh ein Erneuern des Fußbodens angedacht war, sich nicht einmal davor gescheut, kräftig auf den Boden zu stampfen, so dass der Saal zu beben schien. Die Stimmung war grandios, die Zugaben der Band scheinbar endlos und selbst „der Löwe“ konnte die Menschen nicht zum Ablassen bewegen, so dass weitere Zugaben einfach eine unausweichliche Folge waren. Aber auch der stimmungsvollste Abend musste irgendwann ein Ende haben und das Licht ging wieder an.

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Einige nette Gespräche und das eine oder andere Kaltgetränk beschlossen den Abend und der Saal leerte sich allmählich.
Auch ich verabschiedete mich und trat den Rest meiner heutigen Reise an, über die Autobahn bei schlechter Sicht und klirrender Kälte, der Vorfreude auf ein warmes Bett entgegen.

Am nächsten Tag brachen René und ich dann in Richtung Freiberg auf, wo nun das allerletzte Konzert dieses Jahrzehnts stattfand.

Dort wollten wir uns mit dem Rest der E-Feldcrew treffen und den Abend gemeinsam genießen.
Nach einer märchenhaften Fahrt durch tief verschneite und weihnachtlich festlich geschmückte Dörfer, (man mochte denken, es gäbe einen Wettstreit zwischen den Orten, welcher am festlichsten geschmückt wäre) trafen wir an unserer Herberge für die nächste Nacht ein und sogleich auch auf unsere Freunde. Kurze freudige Begrüßung und dann das Zimmer bezogen. Danach blieb nicht mehr viel Zeit. Es ging nahtlos zum Ziel des Abends dem Freiberger Tivoli.

Auch dieser Veranstaltungsort war uns von früheren Konzerten in guter Erinnerung geblieben und die Band war, wie schon am Abend zuvor in außerordentlich guter Stimmung und Spiellaune. Auch hier trafen wir wieder auf gute Freunde und alte Bekannte und genossen den musikalischen Teil des Abends gemeinsam.

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Die Stimmung im Tivoli war ebenfalls gut, wenn auch vielleicht einen Tick weniger euphorisch, als am Tage zuvor. Als Norbert am Ende des Konzertes verkündete, dass Keimzeit auch im nächsten Jahr diesem Ort die Treue halten würde, war allgemeine Begeisterung hörbar. Auch hier wurde mitgesungen, wo man die Texte kannte und die neueren Stücke fanden ebenfalls Beifall.

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Und auch hier fand so manche silberne Scheibe und das eine oder andere spezielle Kleidungsstück seinen neuen Besitzer. Es wurde alles signiert, was den Musikern vor die Nase gehalten wurde und es gab auch Zeit zu kleinen Gesprächen zwischen Fan und Band.

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Als der Saal sich dann geleert hatte, kamen unsere Volleyball- passionierten noch einmal zum Zuge. Das letzte Mal in diesem Jahrzehnt und bei -17°C Außentemperatur!
Als der Morgen schon drohte zu grauen, fielen wir nach einer kleinen Pensionszimmer-„Party“ müde ins Bett um uns am nächsten Morgen von unseren E-feldfreunden zu verabschieden…

Mit einem Schmunzeln denke ich an dieses Wochenende zurück und freue mich schon auf die, in diesem Jahr nun bald Folgenden.

Und hier noch ein kurzes Video aus Freiberg.

Bericht: Birgit

Fotos (Jena): Birgit
Fotos (Freiberg): René

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