Gera 4. Juli 2009 – Alles Theater

Bei strahlendem Sonnenschein und mit KEIMZEIT auf den Ohren durch den Thüringer Wald – das könnte ein schöner Tag werden. Eine viel zu lange KEIMfreie ZEIT geht für mich nun endlich zu Ende. Mit dem Rucksack über den Rennsteig und im Bus bis zum schönen Ilmenau (hier ist doch nicht immer der Himmel blau …) bewege ich mich meinem Ziel entgegen. Ab Ilmenau geht es gemeinsam weiter – das herzliche Wiedersehen mit René steigert schon die Vorfreude auf den heutigen Sommerabend.

Im Küchengarten zwischen Theater und Orangerie ist das bunte Festival „ALLES THEATER“ schon in vollem Gange. Damen und Herren in barocken Kostümen lustwandeln im Park.

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Zwei reinigungswütige Stelzenläufer – die KEHRWISCHE – fegen auf ihre ganz besondere Art durch den Küchengarten. Die gelbgewandeten Trommler von SAMBA DEL SOL aus Naumburg präsentieren in rasanter Bewegung energiegeladene Samba-Rhythmen und feiern gemeinsam mit dem begeisterten Publikum die Sonne in Gera.

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Doch dann ist endlich KEIMZEIT.

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Die Band startet mit dem IRRENHAUS und hat so die Mitsänger sofort auf ihrer Seite.

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Weiter geht es passend zum Theaterfest mit KINTOPP – das Glühen ist noch da und der Funke springt über. Hier sei ein kleines offenes Wort an die Veranstalter gesagt: Wegen der unpassenden Bestuhlung konnte der Platz direkt vor der Bühne – im Idealfall das Zentrum der Stimmung – nur von den jüngsten Fans okkupiert werden, um die Sicht der Sitzenden nicht zu gefährden.

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Bestuhlung bei KEIMZEIT – das geht gar nicht, … doch bevor die Sonne im Orange versinkt, der Regenbogen den Rest meiner Tränen trinkt …. Die Trommler von Samba del Sol entpuppen sich als Keimzeit-Fans und tanzen zwischen den Stuhlreihen.

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Weiter geht es mit vielen alten Bekannten aus der Zeit bis zum Elektromagnetischen Feld. Verstärkung erhält KEIMZEIT von Frank Braun und Robert Fränzel an den Blasinstrumenten, die viel Schwung in die neu arrangierten Titel bringen. FARBEN wird zum Reggae, MAGGIE hat wieder etwas mehr Swing. Der Dritte im Bunde – Ralf Zickerick an der Posaune – ist heute mit dem Filmorchester Babelsberg unterwegs und leider erst am Samstag in Berlin wieder mit dabei.

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Auch IMAGINE von John Lennon swingt, eine – wie ich finde – gelungene Interpretation, welche nicht zuletzt durch Rudis Gänsehautstimme zum Erlebnis wird.

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Nun aber zur Stabilen Währung Liebe, dem jüngsten Kind von Norbert und Co., das uns zum einen endlich die bereits auf der letzten Tour liebgewordene Stücke wie DIESES MAL, TOKIO SKYLINE oder VALENTINSTAGSBLUMEN für zu Hause schenkt und zum anderen neue Perlen offenbart: FÜR DICH bin ich noch wenn du schläfst dein Frühstückszubereiter, für dich bring ich dir die ganze Schöpfung so wie du es am liebsten magst ans Bett …. Das Album ist ein Kleinod mit Suchtpotential. Und die Jüngsten quengeln schon: Papa sing mal Eins, zwei, drei, vier ….

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SINGAPUR endet nicht mehr so schmerzlich abrupt wie bisher, sondern birgt Hoffnung auf eine neue Heimat mit einem Feuerbachschen rockigen Gitarrensolo.

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Nach dem LÖWEN als letzte Zugabe geht es weiter mit einer kleinen Autogrammstunde am CD-Stand von René und dann klingt der Abend aus in fröhlicher Runde bei einem Bierchen und philosophischen Fragen vom Menschsein und –werden, über Rudis Emotionen, Lebensläufe, gespaltene Luft, das Internet, die Legende von Paul und Paula und bis zum Verdienst der Klofrau. Es könnte immer so weitergehen, aber die abkühlende Nachtluft und gesellschaftliche Verpflichtungen am nächsten Tag lösen das nächtliche Forum dann doch noch auf.

Schön, dass ihr wieder da seid und unseren Sommer bereichert.

Ein herzlicher Gruß an Ralf Benschu! Du fehlst.

Bericht: Tine

Fotos: René

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