KEIMZEIT in Bützow und Ball-sam für die Seele

Freitagabend lud meine Oma zu ihrem Zweiundachtzigsten Geburtstag. Üblicherweise wird bei meiner Familie immer getanzt. Wir kurbelten also unentwegt am Radio, suchten neue tanzbare CDs bis uns schlussendlich die Nachtvorstellung in die Hände fiel. Nach Kintopp war allen klar, „wir wollen morgen auch mit nach Bützow“, rief die Bande und es gab den ersten Muskelkater an diesem Wochenende.

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In Colnrade noch hatte Norbert mich gefragt, wie denn die Wetteraussichten für Samstag sein würden. Ich hörte und las nur Schauermärchen und sagte ihm, das wolle er gar nicht wissen. Es regnete dann auch die ganze Nacht und den Morgen noch. Nach einem letzten Regenschauer gegen Mittag aber fiel dann die Entscheidung, die Wolkendecke brach und entließ herrliche Sonnenstrahlen in den Nachmittag.

 

Gegen 15 Uhr machten wir uns auf den Weg nach Bützow. Die Stadt schnell erreicht stürmten wir den erstbesten Supermarkt, um uns mit Getränken und Süßigkeiten zu bereichern. Nicht lange sollten unsere Einkäufe halten, eine durstige und hungrige Band freute sich ebenso über diese Gaumenfreuden.

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Thomas war aus Berlin angereist und erwartete uns bereits in der Alten Badeanstalt. Sogleich zückte er seinen Volleyball und wir hielten unser erstes kleines Match, nachdem wir alle begrüßten und Norbert mit einem Zwinkern bemerkte: „Dominik, was ist das nun mit dem Wetter?“.

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Inzwischen war der Sommer komplett zurück gekehrt. Wir schnappten uns ein Tretboot und unternahmen eine kleine Reise auf dem Bützower See. Beim Soundcheck schon durften wir das neue Liedchen über den Leuchtturm an der See hören, was mir sofort einen Ohrwurm verschaffte. Die Musik riss uns mal hin und mal her, wir aber rissen noch ein paar Runden beim Volleyball ab. Immer mehr Sportbegeisterte schlossen sich uns an.

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Allen voran Frank Braun, ein echtes Energiebündel mit einer beeindruckenden Körperbeherrschung. Auch Norbert und Ralf Zickerick waren volleyballerprobt und so wurde es ein spannendes Spiel mit schlussendlich nassen Füßen für mich. Alle die nicht Volleyball spielten, beschäftigten sich mit irgendetwas, manche mit nichts.

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Für die Band stand das Abendessen bereit und so gesellte ich mich zu Freunden und meiner Familie, die irgendwann auf den Platz marschiert war. Ich freute mich, dass sogar Opa gekommen war. Dieser spendierte dann die erste Runde Bier am Abend. Inzwischen hatte uns die Sonne ihr Siegel auf die Haut gebrannt. Der zweite Muskelkater war im Anmarsch und wir kamen nicht mehr so recht in Tritt. Aber als dann Norbert seine Band ankündigte und die ersten Gitarrenjauchzer und der freudig glucksende E-Bass zu hören waren, war alles wieder in Butter. Die Beine gehorchten wieder, der Kopf wurde zum Warmwasserboiler und gab kaltes Bier in Form von heißem (Wasser-) Schweiß zurück.

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Eine riesige Masse an Menschen hatte sich in der Alten Badeanstalt eingefunden. Schlussendlich müssen es achthundert gewesen sein. Anfangs stand ich noch recht weit hinten, kämpfte mich dann aber durch die Menge, um weiter vorn den Musikern bei ihrem Spiel auf die Finger schauen zu können. Richtig begeisterte mich das Heulen von Rudis E-Gitarre bei „Getrennte Wege“. Auf dieser Tour mein Favorit. Auch „Singapur“ ist neu arrangiert ein wirklicher Gänsehautverursacher. Vom neuesten Keimzeit-Kind freue ich mich immer besonders auf den seltsamen Vogel und das Kind im Schlaf. Bei letzterem will man schon jubeln, weil das Stück zu Ende scheint, als Roland kräftig in die Trommeln haut… „Ganz und gar das Sommerhaus geht völlig unter jetzt in kühler Dunkelheit…“.

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Während Thomas und ich tanzten und sangen, versuchte Torsten sich als Fotograf, mit dem ewigen Kampf nach einem guten Stehplatz. Leider ist die Bühne sehr mickrig, die Fans wie beschrieben waren sehr viele und so machte sich das Fotografieren an diesem Abend schwer. Asyl fand er schließlich bei Andreas Graupner, dem zweiten Ton-Mann des Abends. Von hier konnte er zwar weniger gut die Band fotografieren, dafür aber endlich mal schöne Bilder vom Publikum machen.

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Wie so oft, war auch an diesem Abend ein Geburtstagskind anwesend, dem ein kleines Ständchen geträllert wurde und welches dann die Bühne enterte und Norbert selig umarmte.

 

Nach Maggie und dem Löwen gab es tatsächlich noch viel zu tun, denn fleißig wurden Autogramme geschrieben und Fragen beantwortet. Die Damen am Merchandise-Stand hatten allerhand zu tun, meisterten ihre Aufgabe aber fabelhaft.

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Langsam fanden sich dann alle an der Bar ein und ließen den Abend gemütlich ausklingen – Alle??? Nein, unsere kleine Gruppe schräger Vögel schnappten sich erneut den Volleyball und spielten in einem ausgesuchten Lichtkegel, den da die Straßenlaternen boten, des Nachts noch bis zur völligen Erschöpfung.

 

Nachtruhe? – Hatten wir dann auch noch! Zu dritt okkupierten wir unsere kleine Holzhütte auf dem Campingplatz direkt am See. Jeder schnappte sich eine Liege, mummelte sich in seinen Schlafsack und entspannte für ein paar Stunden die Augen und Glieder.

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Frühmorgens begrüßte uns die Besitzerin des Campingplatzes mit einem Korb frischer Brötchen. Leider hatten wir nichts zum Belegen und so fragten wir freundlich beim „Seesack“ nach. Dort murrte man nicht und bereitete uns einen kleinen Teller mit Käse und Wurst. Kaffee wurde frisch gebrüht. Wir dankten artig und genossen unser Frühstück in der Sonne. Alle waren etwas geschafft. Den dritten Muskelkater fanden wir nicht mehr ganz genau heraus – es miaute und schnurrte an und in allen Körperteilen.

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Nach dem Frühstück gab es natürlich noch eine Runde Volleyball und schließlich gesellten wir uns noch zur Dame des Campingplatzes, die uns die wildesten und witzigsten Geschichten zu erzählen wusste und ihrem dicken Hund Falco Schmunzelhase. Einige von uns sprangen dann noch in den See, andere gammelten organisiert. Wir hätten noch ewig bleiben wollen in dieser kleinen Idylle und ließen die Köpfe mächtig hängen, als Hamburg uns dann recht kühl und unfreundlich begrüßte.

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Trotzdem war’s alles urst schocker, ein herrliches Wochenende! Danke Keimzeit, danke Zille, danke Campingplatz, danke Dirk „Kachelmann“ Tscherner, der wieder mal diesen Termin so vorausschauend zwischen zwei Tiefdruckgebiete gelegt hat.

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Bericht: Dominik

Unterstützung: Thomas

Fotos: Dominik

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