Filzteich „in Flammen“

Noch gegen halb sieben, als ich los fuhr, zeigte sich der Himmel von dunklen Wolken verhangen, immer wieder Regen, Bäume bogen sich im Wind… was macht Frau mit katholischer Kinderstube in solcher Not: Stoßgebete, eins nach dem andern. Lacht ruhig, es half! Wind und Regen ließen nach.
Außerdem stellte ich bei meiner Ankunft in Schneeberg fest, dass ein übergroßes Dach den Abend beschützen sollte. Das gleiche Ziel hatte wohl das ebenso übergroße Aufgebot an Sicherheitsmenschen. Besten Dank den freundlichen und hilfreichen unter ihnen.

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Während zwei spaßige Herren bemüht waren, die Anwesenden mit allerlei lustigen Spielen zu unterhalten, begrüßte ich mit Freude liebe Menschen, die am Abend fotografieren oder hübsche neue T-Shirts und leuchtende Leuchtturm-Single-Silberlinge sowie andere schöne Dinge präsentieren würden.

Der Raum vor der Bühne füllte sich, dank der gefälligen Aufteilung war es möglich, dass man auf den hinteren Bänken bequem sitzend, ausruhend vom vielleicht schon langen Tag an diesem schönen Ort, recht gut sehen konnte. Ich zweifle nicht daran, dass die Worte und die Musik die Herzen noch im letzten Winkel erreichen, KEIMZEIT ‚atmen‘ aber kann man doch am besten vorn.

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Entspannte Musiker trafen hier auf ein entspanntes Publikum. Und neben dem schon Vertrauten, dem, was mich immer wieder anzieht, was mich mit beswingter Leichtigkeit oder machtvoll von Bass und Schlagzeug angetrieben, den Rhythmus tastend in Bewegung versetzt, was mich, vom Saxophon beflügelt um so seliger durch jenen schönen Traum gleiten lässt, geschahen Dinge, die ich so noch nicht erlebt oder vielleicht anders wahrgenommen habe.

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DIESES MAL war ich auch ganz hingerissen vom mir wundersam und neu klingenden Dialog zwischen Querflöte und Trompete.

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Der Sänger und Kapellmeister gab den Musikern ihren Raum und uns die Möglichkeit in verschiedenen Stimmungen eigenes Freisein zu spüren. Und 1,2,3,4 waren alle unaufhaltsam davongetragen.

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Das gipfelte in lautem Jubel, ja Euphorie schon bei den ersten Tönen von KLING KLANG, die die Menschen begeisterten, entflammten (enthemmten? – ich weiß nicht mehr, ob es in diesem seltsamen Übermut geschah, dass ein kleines Kleidungsstückchen auf die Bühne wirbelte, dessen weitere Zweckmäßigkeit Rudi später amüsant herauszufinden suchte). Sie drängten nach vorn und auf die Bänke, sangen mit glühender Leidenschaft… Ganz offensichtlich war hier die Sehnsucht nach Feuerland, nach einem Anderswo besonders groß. Erste Zugabe-Rufe wurden laut, der Siedepunkt schien erreicht.

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Meine Lieblingsstücke des Abends aber, Andreas´ (feat. Rudi) bei Max Herre entliehener, wunderbar dargebotener BLICK NACH VORN (endlich!) und Norberts so sanft-melancholische ROSETTA, vielleicht schöner noch als damals NAH BEI DIR, hinterließen einen funkelnden Glanz auf der Seele, den ich noch immer spüre und an den das Feuerwerk überm Filzteich längst nicht heran reichen konnte.

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Danke, KEIMZEIT.

Bericht: Angela

Fotos: René

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