Hiddensee und „Wissemara“ …maritime drei Tage…

Ja, was soll ich sagen…wer meinen Bericht vom letzten Jahr auf Hiddensee gelesen hat, im Übrigen, danke an die Vielen für die positive Resonanz, der weiß, was vor einem Jahr in uns vorgegangen ist….mit KEIMZEIT auf Hiddensee. Berichtet hatte ich damals auch davon, dass es das letzte Konzert in der Stranddistel sein sollte. Doch was dann geschah…

Nichts ahnend am 09.04. beim Konzert in Neustadt/Orla….
Dirk zwinkerte uns zu und flüsterte „ Der Achim Zetzmann ist an Hiddensee dran“. Wie, Was, Hiddensee ? Die Stranddistel existiere noch, der Pächter gewechselt, aber die Konzerte könnten klappen. Den Achim angerufen, nach wenigen Tagen war alles klar. Nochmal auf die Insel, und als Abschluss dann die Fahrt mit der Kogge bei der Hanse-Sail.

Natürlich und ganz ehrlich, die Erwartungen nach dem letzten Jahr schraubten wir für uns etwas runter, aber die Vorfreude war riesig groß.
Nach 5 Stunden Autofahrt kamen wir auf die Minute genau pünktlich zur 8.05 Uhr-Fähre in Schaprode an, zweieinhalb Stunden eher als gedacht. Die Fähre wartete auf uns und gab dann Vollgas nach Neuendorf. Dort angekommen, schnell die Unterkunft bezogen, diesmal eine feste Bleibe, wobei das Zelt im letzten Jahr die romantischere war und dann mal eben ne 12 km Wanderung nach Vitte und zurück. Jetzt noch schnell ne Stunde pennen, schließlich waren wir nachts um drei gestartet.
Gegen 16 Uhr begaben wir uns in Richtung Stranddistel, wo bereits die Band die erste Probe startete. Ein Fernsehteam vom NDR war zugegen und drehte einen Bericht über KEIMZEIT auf Hiddensee. Die waren echt von Mittag bis Abend da und der Bericht am nächsten Tag dauerte sage und schreibe dann zweieinhalb Minuten. Das ist Fernesehen!

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Den Proben gelauscht wurde die Freude auf drei aufeinander folgende Konzerte immer größer.

Alle begrüßt ging`s dann auch gleich noch an den Strand, das obligatorische Volleyball-Match. Manni, der Besitzer vom Kornspeicher in Neumühle, war auch mit am Start und feuerte uns allen die Bälle mit spezieller Fausttechnik um die Ohren.

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Durchgeschwitzt gings ab in die Fluten, die Ostsee war diesmal quallenfrei, das Wasser herrlich erfrischend. Man war belebt fürs Konzert.
Mit 120 Besuchern und einigen mehr war das Konzert ausverkauft. Die Stranddistel hatte noch den gleichen Charme wie im vorigen Jahr. Die Atmosphäre herrlich entspannt, das Bier gut gekühlt, die Stimmung super. Viele Touries waren da, Urlauber, die KEIMZEIT bereits voriges Jahr erlebten und gerne wieder kamen. Wir entschieden uns, den Klängen gemütlich sitzend auf dem Boden zu folgen.

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Dieses Konzert am ersten Abend hat „gerockt“, ich meine wirklich gerockt. Rudi war so gut drauf, Mann, was er da seiner Gitarre entlockte war einfach nur geil. Die Band spielte unwahrscheinlich gut zusammen, Rudi selbst berichtete danach, dass er’s auch richtig gut fand. Wir, die Fans als „Membran“, stimmten ihm voll zu.

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Besonders gut fanden wir auch die Leistung von Robert, der sich wirklich immer besser einfügt, sehr schöne Parts spielt und sein Duett mit Rudi war grandios.
Auch Spatzi traute sich ans Mikrofon, das sollte er öfter tun, finden wir.

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Und das „Que sas, Que sas, Que sas“ von Rudi und Norbert beigeistert uns jedes Mal mehr.
Bis halb 12 des Nachts spielten die Jungs auf. Und was wäre Hiddensee ohne das nächtliche gemütliche sitzen nach dem Konzert und noch einmal den Klängen von Norbert, Rudi, Spatzi und Robert beim Bierchen zu lauschen. Die Nacht war kalt, die noch mal gezückten Instrumente erwärmten uns die Herzen.

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Am nächsten Morgen frühstückten wir gemütlich mit Edita und Achim dreieinhalb Stunden. Danach war Strandzeit, auch die KEIMZEITLER nutzten das schöne Wetter zum relaxen am Wasser. Man dankte Kraft für den folgenden zweiten Konzertabend. Denn auch an diesem war es sehr heiß in der Stranddistel. Vorher schauten wir uns noch schnell den Bericht vom Vortag im NDR an, übrigens ein sehr lockerer, schöner Bericht. RBB-Online

Wieder volles Haus. Wieder gemütlich sitzen, einige hielt es in den hinteren Reihen nicht auf dem Boden, tanzten gut gelaunt, sangen zu unserem Erstaunen auch kräftig mit, und das nicht nur bei „Kling-Klang“. Die Songauswahl wurde von Song zu Song von Norbert live entschieden, die Setlist auf dem Boden diente eigentlich nur den Souvenirjägern nach dem Konzert. Norbert hatte zwei Steinplatten unter den Füßen am Mikro, so als kleiner Bühnenersatz.

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Spatzi spielte wieder barfuss. Als gesangliches Meisterstück konnte man den Auftritt von Christin nun nicht gerade bezeichnen, sie sang den „Löwen“ und vorher „Über den Wolken“, jenes abgedroschene Lied von Reinhard May zusammen im Duett mit Norbert. Die Band zumindest holte hier sehr viel raus, mit Ihrem musikalischen Können. O.K. auf Hiddensee sei auch das erlaubt. Den „Urlaubern“ gefiels glaube ich ganz gut…seis drum.
Der Abend nach dem Konzert endete, wie auch sonst, mit lieblichen Gitarrenklängen von Rudi beim gemütlichen Sitzen an der Stranddistel. Spät wurde es, zeitig mussten wir raus, die Fähre war zu schaffen, denn die Reise ging weiter, die Kogge auf der Hanse-Sail wartete auf uns.

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Zeitig nach Rostock gereist, die Hoffnung auf stressfreies Parkplatzsuchen war umsonst, irgendwo in der Altstadt stellten wir das Auto dann ab. Schwül heiß war es an diesem Tag, und uns überkam die Befürchtung, dass es vielleicht nass werden könnte. Die Band traf am Nachmittag von Hiddensee kommend ein.

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Schnell halfen wir alle mit, die Technik auf die Kogge zu schaffen, denn, der Regen kam. So´n Mist dachten wir, ausgerechnet heute. Die Regenjacke drüber gezogen, ganz nach dem Motto, es gibt kein schlechtes Wetter, nur falsche Kleidung heuerten wir auf der „Wissemara“ an.

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Die „Wissemara“ ist ein originalgetreuer Nachbau eines vor der Insel Poel gefundenen Wracks einer alten Handelskogge.

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Fertiggestellt 1997 und ausgestattet mit modernster Technik, ja sogar gesteuert per Autopilot und Joystick.

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Die Mannschaft hatte eine Plane gespannt, so dass die Band auf Deck spielen konnte. Wir liefen aus, mit Kanonenschuss und herrlicher Kulisse des Stadthafens, gefüllt mit Segelschiffen der besonderen Art, Großsegler und kleine…
Soundcheck ? …Fehlanzeige! Es ging gleich los. Wir vergrochen uns mit unter die Plane und sogen die Ereignisse ein. „Leuchte …Leuchturm“ zu hören und gleichzeitig den dem Song gewidmeten am Horizont von einem Holzboot aus zu sehen, lässt uns die Gänsehaut über den ganzen Körper kommen. Der Regen war uns egal, die Musik und das Ambiente erwärmten uns aufs Maritimste. Alles wieder sehr entspannt, nur die ein oder andere größere Welle ließ uns und die Musiker ins straucheln kommen. Rudi und Roland hatten recht weit hinten Platz genommen, dafür hatten sie es am trockensten.

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Bei guter Laune, dem ein oder anderen Koggenschnäpsle, toller Musik, einer deftigen Suppe netten Gesprächen und viel Genießen wurde einem plötzlich bewusst, dass es dunkel geworden war.

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Der Regen hatte zwischenzeitlich aufgehört, ein herrlicher Sonnenuntergang begleitete unsere Fahrt. Die Band begab sich nun auf das hintere Deck, ganz ohne Stromzufuhr ging´s unplugged weiter.

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„Der Löwe“ geleitete uns in die Nacht und zurück in den Hafen, vorbei an Warnemünde, vorbei an dem riesigen Volksfest am Ufer des Stadthafens. Gekonnt manövrierte uns der Käpt´n in einer Art „Koggenslalom“ vorbei an langsameren Schiffen und das bei völliger Dunkelheit.

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Der Abschied war gekommen, der Abschied vom Meer, von der Band, von lieben Freunden und vom Besonderen dieser drei Tage. Das Angebot vom Käptn, die Nacht in der Kajüte unter Deck zu verbringen, mussten wir dann doch ausschlagen, wir hatten am nächsten Tag schon wieder n Termin, so dass wir die Fahrt zurück nach Gera schon in der Nacht antreten mussten.
Ja, es fällt mir dieses Jahr sehr schwer, über diese drei schönen Tage zu schreiben, man kanns eben schlecht erzählen.
Wir für uns haben so viel eingesogen, dass wir die nächsten KEIMZEIT-losen Wochen überleben sollten, vielleicht 😉 , na ja, das nächste Highlight steht ja bereits mit dem Konzert in Potsdam zusammen mit dem Filmorchester an.

Auf diesem Wege möchten wir noch mal vielen Dank an einige sagen. Danke Achim Zetzmann und Edita – für das Möglichmachen der Konzerte auf Hiddensee überhaupt, ohne Euch hätte das ganze ja nicht stattgefunden. Danke Dirk für die Herzlichkeit, die Du an den Tag legst. Danke natürlich an die Bandmitglieder, wir freuen uns, dass auch Ihr die Zeit auf Hiddensee geniest und auch mal aus dem „normalen Bandalltag“ auszubrechen vermögt.
Danke an die Crew von der „Stranddistel“, haltet durch, wir sehen uns in einem Jahr.

Das Fernweh wird uns noch einige Zeit begleiten, die Erinnerungen, so wie im vorigen Jahr, noch eine Zeit lang verfolgen.

„Schiff ahoi….“

Bericht: Jana und Matthias aus Gera

Fotos: Matthias (1-32) und Jörn (33-52)

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