Keimzeit und das Filmorchester Babelsberg

Lass es laufen den Berg hinunter, so könnte das Motto des Tages lauten, angesichts der Schlechtwetterfront welche uns am 25.09. heimgesucht hat.
Der ganze Tag verregnet, entsprechend die Gemütslage, ein wenig melancholisch ..

Vor Monaten haben wir schon die Karten für dieses Event geordert, für den Nicolaisaal zu Potsdam.

Eine solche Gelegenheit, unsere Jungs in Verbindung mit großem Orchester zu sehen, will man sich schließlich nicht entgehen lassen. Vor dem Konzert trifft man sich im Foyer, lässt die Blicke schweifen, allenthalben bekannte Gesichter – fröhliche, nebenher bemerkt – lautes Hallo, denn die Konzertbesuche haben inzwischen ein wenig die Charakteristik von Familienfesten angenommen.

Es wird geplaudert, letzte Erfahrungen von den Veranstaltungen getauscht, an welchen mindestens einer von den im Kreis Versammelten nicht teilnehmen konnte, warum auch immer. Also eine hausgemachte kleine Community, der allerfeinsten Sorte. Ein kleines Gläschen in Ehren lässt die Melancholie verblassen und freudiger Erregung Platz machen. Ein kleines Klingeln im Foyer macht darauf aufmerksam, dass das Ziel der Reise in greifbare Nähe gerückt ist.

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So gestimmt, wird der Nicolaisaal erobert, die Plätze gesucht, kurz ein Pärchen aufgescheucht, mit der Bemerkung wir seien die „neuen Nachbarn“, er meint:“es hätte uns schlimmer treffen können“ und lächelt. Wenn das mal kein Auftakt ist. In den ersten Reihen finden sich wieder die einschlägig Vorbe….. Anlass zur Freude.

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Das Filmorchester Babelsberg betritt die Bühne von beiden Seiten und nimmt seine Plätze ein – was ein schöner Anblick. Der Dirigent erklärt uns die Regeln – das warmup sozusagen. Elf Melodien seien versteckt – heiteres Musikraten?

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Hinreißend, mitreißend wenn man uns fragt. Nachdem die Musiker gewissermaßen warm sind betreten die Akteure unseres Lieblingsensembles die Bühne und geben den Brettern die die Welt bedeuten, das Bild welches sie uns bedeuten. Aber irgendetwas ist heute anders. Neu aber auf eine schöne Weise vertraut. Des einen Leid ist des anderen Freud. Robert Fränzel, seines Zeichens der Saxofonist unserer Combo, ist an diesem Abend leider verhindert. Die Anzahl der Menschen die das Fehlen des Saxofonisten kompensieren können hält sich, eingefleischte Keimzeitfans wissen dies, in klar definierten, sehr eng abgesteckten Grenzen. Nun schauten wir also in das Antlitz von keinem Anderen als das von Ralf Benschu , der uns zu so vielen Gelegenheiten wohlige Schauer über den Rücken gejagt hat, wenn das mal nicht etwas ganz besonderes war.

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Es ließe sich trefflich streiten über die Qualität des einen oder des anderen, was wir aber gerne anderen überlassen, da die Dinge nun mal so sind wie sie sind. Schön zu sehen, das er seinen Platz im Ensemble einnimmt, ohne das Gefühl zu vermitteln jemals weg gewesen zu sein.

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Auch ist die Art Musik zu machen, hier eher geprägt von den leisen Tönen, sozusagen adagio bis andante. Die Rhythmusmacher griffen nicht ganz so beherzt zu wie sonst, die Musiker des Filmorchesters unterstreichen die Melancholie noch etwas. Also alles in allem Balsam für die Seele.

Ab und an grient ein Harlekin aus der Puppenkiste und erhöht das Tempo und die Lautstärke und lässt die vertrauten Gesichter in der ersten Reihe aufleuchten und unruhig in den sehr bequemen Theatersitzen hin und her rutschen.

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Kniee bewegen sich im Takt und der eine oder andere wird durch die wundersame Kraft unserer Lieblingsmusik aus dem Sitz katapultiert. Die derart vom Sitz bewegten stellen nach kurzer Zeit fest, das sie „Alleinstellungscharakter“ haben und fügen sich wenn auch ein wenig widerwillig der Charakteristik dieses Abends und sitzen wieder. Sitzkonzerte sind auch nicht ganz unser Metier, aber andererseits auch mal eine sehr gute Möglichkeit unsere Protagonisten etwas intensiver bei der „Arbeit“ zu beobachten. Das Filmorchester Babelsberg gab mit seinen Interpretationen von Vivaldi und Simon& Garfunkel einen kraftvollen Eindruck was ein Solches Ensemble zu leisten imstande ist (Gänsehaut bis in Regionen des Körpers die hier nicht benannt werden wollen :-).

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Die kleine Pause im Konzert tat dem Gesamtbild keinen Abbruch, da die Musiker vor, wie nach der Pause mit viel Hingabe und Liebe zum Detail unser Bedürfnis gute Musik zu genießen stillten. Das Bläsertrio überzeugte durch sehr gutes Zusammenspiel einerseits und hingebungsvollen Solis andererseits, Rudi mit seinem gefühlvollen Gitarrenspiel sowieso, Andreas an seinen Tasteninstrumenten tut uns immer gut und nicht zuletzt die Leisegang-Jungs die ein Garant für uns sind, das solche Abende jeden Aufwand wert sind, Karten zu bekommen, den Weg wohin auch immer auf sich zu nehmen……

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Viele der uns sehr gut bekannten Musikstücke waren auf eine Weise arrangiert, die uns die Gänsehaut bis in die vorhin schon nicht zu Ende beschriebenen Regionen trieb. Mit einem Wort: zum Sterben schön. So beeindruckt endete dieser Konzertabend in einer kleinen Zugabe mit dem Löwen und den Flugzeugen. Weitere Ovationen des Publikums ließen die Musiker leider unbeeindruckt und so ließen wir denn den Abend in der Lobby des Nicolaisaals ausklingen bei netten Gesprächen mit inzwischen guten Freunden.

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Unser besonderer Dank gilt Ralf Benschu, der durch seinen Einsatz uns diesen Abend gerettet hat ungeachtet der Umstände die ihn von der Band und damit leider auch von uns entfernt haben.

Dann kam was kommen musste, die Heimfahrt bei strömendem Dauerregen, selbstmörderischem Wild, das in die Scheinwerferkegel lugte und nach einer passenden Gelegenheit suchte. In heimatlichen Gefilden wohlbehalten angekommen, das Gewirr an Gefühlen sortierend haben wir nach passenden Worten gesucht um die die nicht da sein konnten teilhaben zu lassen.

Bericht: Annett und Lutz Faber

Fotos: René

Über 40 MUSIKER + 1 BAND + 1 ÜBERRASCHUNG + 1 GROßER BLUFF…
…KEIMZEIT mit dem Filmorchester Babelsberg im Nikolaisaal/Potsdam

Irgendwie jagt ein Highlight das andere dieses Jahr. Nach Hiddensee und der Kogge stand letztes Wochenende nun ein ganz spezielles Konzert an… der ganze Abend sollte speziell werden…
Am Sonntag zuvor bereits wurden wir ganz lieb beim ORGELSAX in Schleiz von Cathrin und Ralf Benschu eingeladen, beim Potsdam-Konzert bei ihnen nächtigen zu dürfen.
Getragen von dem Gedanken, dass Ralf selbst die Band nach seinem Ausstieg nie wieder live gesehen hatte, und genau dieses spezielle Konzert Anlass sein könnte, alle mal wieder zu sehen, wenn er denn möchte, fragten wir, gestärkt von Cathrins Worten, vorsichtig an. Ein kurzer Mitschnitt…

12.45 Uhr – Ankunft bei Ralf und Cathrin … Ralf war eigentlich schon wieder auf dem Sprung, ein Auftritt im Hospiz zusammen mit Karsten Intrau stand am Nachmittag noch an. Wie schön es vielleicht doch wäre, wenn er mitkäme, wir würden uns bei Dirk um “Einlass” für ihn bemühen…
Ralf… ”Ach weiß nicht, und es ist doch eh ausverkauft und so…”..” Habe dann auch noch einen Termin… sehen uns nach dem Konzert im Cafe “ Rothenburg”
Ich noch schnell den an der Einfahrt platt gefahrenen Reifen von Karstens Auto gewechselt, dann waren beide auch schon wieder weg.

13.45-15.00 – mit dem Auto schnell ins Stern-Center zusammen mit Cathrin, die sich von uns nicht bemerkt bereits auf dem Rücksitz das Lachen nicht verdrücken konnte ( ?!?!?!? )

15.30 Uhr – kleiner Stadtbummel bei strömenden Regen und ein gutes kleines Essen im Holländer-Viertel

18.00 Uhr – schnell mal zum Nikolaisaal, Dirk suchen und fragen, ob´ s denn theoretisch möglich wäre, den Ralf als Besucher einzuladen. Wir trafen Birgit und René im backstage …die nächsten im Komplott… Dirk müsse irgendwo sein, ein kurzes “Pseudo-Suchen” ihrerseits, nee nicht da und mit hinter kommen war für uns auch nicht drin… Wen hätten wir denn da wohl bloß entdecken können ??? Wir sagten René bescheid, er solle Dirk fragen und uns anrufen… das geschah bereits nach 10 Minuten … ”Aus Sicherheitsgründen alles nicht möglich, eben ausverkauft – der Veranstalter sagt nein” – wie schade dachten wir und fanden uns damit ab …allerdings mit vielen Fragezeichen im Kopf (???????) Alles komisch….

18.45 Uhr – schnell chic machen bei Cathrin…” Ihr habt bestimmt nen sehr schönen Abend, wir treffen uns danach” meinte sie noch beim Gehen.

19.15 Uhr – Ankunft im Nikolaisaal … Dirk kam uns entgegen, “bedauerte” es, dass die Sache mit Ralf nichts wird. Wo wir sitzen fragte er uns, wahrscheinlich um unsere “blöden” Gesichter ne dreiviertel Stunde später beobachten zu können.

Den Rest der Keimzeit-Fan-Bande Sandra, Jens, Annette und Lutz und Spatzi und Marion und Norbert und…und…und “Hallo“ gesagt, wir haben natürlich auch von unserem Vorhaben erzählt …nun ja, schade.

20.00 – Sehr schöne Plätze hatten wir, im Rang Mitte, sehr schöner Saal, die Spannung stieg.
Das erste Lied gehörte dem Filmorchester Babelsberg, ein Medley aus 11 bekannten Titeln der Rockmusik. Ein Wahnsinns-Sound… sehr imposant!!!
Nun betrat Keimzeit die Bühne… äääähmmm, was is´n das ???? Hä ??? Wie ???Hä??? Kopfschüttel …
Kneif mich!!!… Norbert und die ganze Band kamen und häääääää???? – Ralf Benschu !!!

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Ehrlich, unsere ersten Gedanken waren —-”Geil!” und die vielen Fragezeichen waren immer noch da!!! Wie, was ??? Die zweiten Gedanken – Ihr “Schweine” ( nett ) – verzeiht mir dieses Wort, aber jetzt bekamen wir so langsam mit, dass alle, angefangen von Cathrin und Ralf über René und Birgit, Dirk einfach alle uns einfach nur kräftig verarscht haben … zugegeben … die wohl schönste Verarsche ever… “Wenn die Fröhlichs kommen… keiner sagt was !!!”… das waren wohl die Worte Ralfs.

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Der KEIMZEIT- Part begann und alte Erinnerungen kamen hoch. Ein schönes Bild, Ralf zu sehen, sehr schön sogar… aber auch irgendwie unwirklich. Wir sahen, wie Jens, Sandra, Annette, Lutz, und Katrin, die im Parkett erste Reihe saßen, wohl genau so positiv überrascht waren wie wir. Die hielt es dort kaum auf den Sitzen.

Irgendwie kamen wir bis zur Pause nicht wieder richtig zur Besinnung. Wir genossen jede Note. Ich kann Euch sagen, die Lieder waren faszinierend arrangiert. Der Klang auf dem Rang war grandios. Die Soloparts, sei es von Rudi, Spatzi oder Ralf waren sehr gut eingebunden in die wirklich hervorragende Qualität der Musik des Orchesters.

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“ So “ , “ Leuchtturm “, “Valentinstagsblumen” und ganz zum Schluss das wirklich faszinierende “Singapur” sind nur einige Beispiele wirklich gelungener Kompositionen.

Einer meiner persönlichen Favoriten des Abends, neben dem wirklich geilen ”Singapur” war “ Rosetta “, das passte einfach super mit dem Orchester. “Gold für einen Ring” war ebenso faszinierend wie die “Flugzeuge” oder “Breit”.

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Im Übrigen, Ralf hatte nichts verlernt, eine Probe am Freitag ( 5 Stunden ) ein paar Noten auf dem Boden der Bühne, das reicht eben einem hochkarätigen Musiker aus, um den Abend vollkommen zu machen.

Wir erfuhren dann später, dass Robert sehr kurzfristig nicht kommen konnte und Ralf der Anfrage folgte, einmalig bei diesem besonderen Konzert seine Qualitäten einzubringen. Dies auch nur zur kurzen Erklärung von Ralfs Gastauftritt. Leider hatte Norbert auf der Bühne dazu nichts erwähnt, aber so ganz normal und selbstverständlich war´s eben nicht und für alle auch völlig überraschend, da hätte ein Satz vielleicht auch sein Gutes gehabt.

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Irgendwie verging das Konzert rasend schnell, “Kling-Klang” als Abschluss des Hauptteils. Natürlich gab´s Zugaben, “ Der Löwe” und das bereits erwähnte ”Singapur” rundeten den Abend ab. Was dann passierte war auch ein Novum. Applaus … Applaus… Applaus… nicht endender Applaus.

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Ich schätze mal 10 Minuten stehender Applaus… Fangesänge, toben auf dem Rängen… die Band lies sich nicht überzeugen, noch mal in die Saiten zu schlagen…
Sei es drum, es war ein schönes Konzert-Erlebnis, dass imposanteste Keimzeit-Konzert, das wir bisher gesehen haben. Mit einer Riesen- Überraschung, die wir in geselliger Runde danach zusammen mit Cathrin, Ralf und später noch kurz Birgit und René im Cafe noch einmal Revue passieren ließen und herzhaft noch mehrere Male belachten.

Danke Cathrin und Ralf – fürs Veräppeln und für die nette Unterkunft!
Danke Ralf dafür, dass Du gespielt hast!
Danke Dirk, Birgit, René fürs Dichthalten !
Großes Lob und Dankeschön natürlich an KEIMZEIT und das Filmorchester Babelsberg für diesen grandiosen Abend!

Dirk noch eine Bitte an Dich und ich glaube, da spreche ich für alle Fans – Macht bitte ne CD draus !

Bis zum nächsten Konzert und Treffen mit allen Freunden !

Bericht und Video: Jana und Matthias aus Gera

Fotos: René

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