Langes WE und die „Volle Packung Musik“

Eine Liaison aus Klassik und Pop

8.April, ein Gespräch im weltweiten Netz:
René: „Was sagt eigentlich Dein Dienstplan zum 29. April?“
Birgit: „Naja, früh etwas Schreibarbeit, und ab dem frühen Nachmittag freies WE“
René: „Na ist ja prima! Wir haben was vor…“

Ich war mächtig gespannt! Sollten wir doch an einem ganz außergewöhnlichen keimzeitlichen Ereignis teilnehmen dürfen, um hier zu berichten und die noch nie da gewesenen Momente im Bild festzuhalten.

Schon einige Zeit zuvor war uns zu Gehör gekommen, dass ein ganz besonderes Projekt geplant war. Keimzeit sollte zusammen mit dem „Babelsberger Filmorchester“, wie zuvor schon einmal mit „Selig“ geschehen, ein Radiokonzert aufnehmen.
Was für ein großartiges Vorhaben! …und wir mit dabei!

Die Vorfreude ließ die Tage bis zum Termin fast wie im Fluge dahin fliegen, bis ich René dann am Donnerstag Nachmittag in Babelsberg traf.

Strahlender Sonnenschein und den Wonnemonat ankündigende Temperaturen, erfüllten mich genauso mit Freude, wie das zu erwartende Konzert.

Nachdem wir uns noch beim ansässigen Italiener mit etwas Pasta gestärkt hatten, trafen wir im Medienpark Babelsberg ein und betraten das große Konzertstudio.

Kurz darauf begann schon der Soundcheck, bei dem wir einen ersten Eindruck des später zu Hörenden bekamen. Zu erst probte die Band, dann das Orchester, bis schlussendlich alle gemeinsam die vorgesehenen Stücke noch einmal durchgingen und die Details ein letztes Mal absprachen.

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Man merkte es unseren Musikern an, dass auch sie überwältigt waren. Zum einen von der Möglichkeit, mit solch einem großen, bekannten Orchester gemeinsam die eigenen Stücke spielen zu können, zum anderen von dem zu erwartenden Ergebnis der vorangegangenen Proben.

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Ich sah in leuchtende Augen, beobachtete wie sich jeder Einzelne auf seine eigene Weise auf die kommende Stunde vorbereitete, noch einmal in sich ging, interessiert dem Orchester lauschte, welches seinen Part ein letztes mal probte, oder die letzten Sonnenstrahlen des Frühlingsabends genoss, sich von Mücken piesacken ließ und sich noch einmal in lockere Gespräche vertiefte, bevor es hieß, das Gebäude wieder zu betreten und sich auf den Beginn des eigentlichen Konzertes zu konzentrieren.

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Die wenigen, wohl fast ausschließlich geladenen Gäste ( einige hatten wohl das Glück, durch eine Verlosung bei Radio1 an die Gästeplätze gekommen zu sein) betraten nun auch das Gebäude, nahmen auf den Stühlen und dafür vorgesehenen Podesten Platz und harrten dem nun in Kürze folgenden.

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Nach einigen einleitenden Worten, den ausgestrahlten Nachrichten und dem letzten Countdown, wurde es ernst. Das Licht wurde gedämpft ( zum Leidwesen der Fotografen und Filmer, für die eigentliche Zielgruppe, dem Radiohörer nicht von Relevanz), die Musiker nahmen Aufstellung und das Konzert begann und lief live über den Sender von Radio1.

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Welch wunderbares Klangerlebnis! Die uns doch so bekannten Songs erschienen auf einmal so groß, so gewaltig in ihrer Klangvielfalt. Alles überragend, umspielend und mitreißend, aber auch verspielt wie ein Kind, schmeichelnd dem Gehör, den Zuhörer ins imaginäre Traumland führend. Die Musik malte uns Bilder vors innere Auge, man roch förmlich die See, hörte die Möwen und sah die Wellen bei den maritimen Liedern „Singapur“ und „Leuchte, leuchte Leuchtturm“. Fernweh packte uns bei „Kling Klang“ und „Das Urteil“ brach imaginär über uns herein, wie über jene Häuser, die sich die Vergangenheit zurücksehnten und dann ächzend in sich zusammen fielen.

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Ja, das war Gänsehautgefühl ohne Ende. Ich hätte mich eigentlich kneifen mögen, um zu realisieren, dass ich mich in einem Studio und nicht in einem Traumkino befand.

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Irgendwann wurde ich aus meinem Tagtraum gerissen und fand mich im, inzwischen wieder erleuchteten Saal, zwischen glücklich wirkenden Gesichtern wieder.
Hätte ich einen musikalischen Wunsch frei, so wäre es eine CD mit genau diesem Klangerlebnis. Der eine oder andere wird das Konzert sicher am Radio verfolgt haben und könnte mir beipflichten, mein Empfinden nachvollziehen und meinen Wunsch verstehen.

Allen, und auch denen, die nicht die Möglichkeit hatten sei hier aber gesagt, die Gelegenheit Band und Orchester noch einmal gemeinsam zu erleben wird es wieder geben. Sogar noch in diesem Jahr.
Als dann endlich alle vom „Fliegen“ zurück waren, auf dem Boden der Realität wieder angekommen, wurden die Instrumente verstaut, ein paar letzte Gespräche geführt und sich dann auch schon verabschiedet. Schließlich sollte der kommende Tag ebenfalls ein ganz Besonderer werden und man wollte ihn ausgeruht und voll Tatendrang beginnen.
Auch wir machten uns auf ins nächtliche Berlin um den folgenden Ereignissen entgegen zu träumen.

Fortsetzung folgt…

Linktip: RadioEins

Bericht: Birgit
Fotos: René

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