Zeit, Vol.2

Immernoch hier vor meinem PC sitzend, denke ich nach, welches Event nun das nächste sei, was ich hier noch erwähnen wollte. Zu Viele habe ich im letzten Jahr erlebt. Erinnerungen vermischen sich, sind schwer auseinander zu bringen. Mir kommt in den Sinn, wie schön es doch ist, eine solch aufregende Zeit zu erleben. Ja, im Moment lebe ich irgendwie meinen Traum. Nicht die Realität vergessend, aber das Leben in vollen Zügen genießend. …
Aber nun zurück zum Wesentlichen:
Dem Leichtsinn folgend, zog es mich schon eine Woche danach zum nächsten keimzeitlichen Termin nach Schneeberg. Zwischen einem Frühdienst am Samstag und einem Spätdienst am Sonntag ließ sich fix mal ne kleine Spritztour quer durchs ostdeutsche Land realisieren.
In Schneeberg trafen wir dann auch auf unsere liebe Mitstreiterin Angela, welche mir die kleine Bürde der Berichterstattung für dieses Mal abnehmen würde.

Nun sollte zwei Wochen später aber schon der nächste Termin folgen. Akustik- Konzert mit Gabriele Kienast an der Geige in einmaliger Besetzung mit der gesamten Band zum

„Dresdner Elbhangfest“

Auf kleinen Umwegen durch diverse Straßensperren aufgrund des Festes endlich im sonnigen Pillnitz angekommen, traf ich mich mit Jana und René schon am Nachmittag, um unser Quartier für die nächste Nacht zu beziehen. Das Fest war mit Umzügen und großem Trara schon in vollem Gange, als ich vor Ort eintraf. Zu diesem Zeitpunkt ahnte ich noch nicht, was uns an diesem Tage noch so alles bevor stand.

Wir verabredeten uns einige Zeit später mit Jana, um in Richtung der „Großen Bühne“ zu ziehen, auf der Keimzeit heute spielen würde.
Jana meinte: “Wir gehen am Besten zu Fuß, alles andere macht wenig Sinn, da die meisten Straßen ja eh gesperrt seien.“

Nun, um noch ein wenig vom Umfeld zu sehen, machten wir uns alsbald auf den Weg. Allerdings ahnten wir hier noch nicht, dass diese, unsere Entscheidung recht früh aufzubrechen, eine zwingende war. Vorbei am Schlosspark, wo unter einer riesigen Buche ein Flügel gespielt wurde… (Ja, wirklich! Jemand hatte einen weißen Flügel direkt unter die Buche gestellt und machte dort Musik! Ein traumhafter Anblick!), an der Elbe entlang, später durch mehrere Dörfer in denen buntes Markttreiben blühte und an jedem, auch noch so kleinem Eck Musik gespielt wurde, zogen wir frohen Mutes unserem Ziel entgegen.

Wir begegneten einer kleinen Band welche auf einem Pickup und davor musizierte, einigen Solisten mit Gitarre und Mundharmonika etc.

Ja, selbst eine „Bigband“ mit großem Bläsersatz spielte zwischen Pferdekremsern und herbeigekommenen Leuten mitten auf der Straße auf und lud zum Tanze ein. Schon hier hatten wir Spaß und hätten verweilen können.

Nur die Zeit hielt uns zur Eile an und das Ziel war noch weit. Nach einer gefühlten Ewigkeit Fußmarsch, in der Realität waren es wohl so ca. 2Stunden und 5km, kamen wir endlich an einer Straßenbiegung an, hinter der die Konzertbühne stand.
„Große Bühne“ schien mir anbetracht der sie hier befindlichen Örtlichkeit ein klein wenig hoch gestapelt, aber schnuckelig war´s allemal. Der Platz davor war schon recht gut gefüllt und wieder trafen wir auf eine größere Zahl bekannter Gesichter, begrüßten uns freudig und unterhielten uns ein wenig, bis der eigentliche Konzertabend zu beginnen schien.
Soundcheck… kurz vor dem Konzert und nur von ca. 5 min. Dauer…, das sollte reichen!
Sollte es das wirklich?

Das Konzert begann. Wie immer mit den einleitenden Worten eines, übers ganze Gesicht strahlenden Norbert und die Musik begann zu spielen.

Gabriele Kienast betrat mit ihrer Geige die Bühne, begann sie liebevoll zu streichen, machte aber keinen sehr zufriedenen Eindruck.

Auch Norbert schien vom Klang seines Instrumentes und dem Mikrofon nicht sonderlich begeistert zu sein.

Nach ca. 10 min. Konzert und einigen verzweifelten Versuchen, die Technik währenddessen in den Griff zu bekommen, gab Norbert eine kurze Pause bekannt. Hier musste mehr getan werden, als „nur“ ein Kabel ausgetauscht.
Das Publikum nahm dies wohlwollend hin, wollte doch jeder in den vollen Genuss des Abends kommen.

Mit Humor und Gelassenheit wurde diese kleine Pause genutzt, um noch ein wenig zu plaudern, sich mit Getränkenachschub zu versorgen und die Kameras noch einmal auf „Treffsicherheit“ zu überprüfen. Dann ging es aber los. Und wie es nun los ging!!! Uns wurde ein, für keimzeitliche Verhältnisse, außergewöhnliches Repertoire geboten, in einer noch nie da gewesenen Besetzung.

Neben den bekannten Keimzeitliedern brachte die Band einiges an Coversongs, teils aus gern gesehenen Filmen, zum Vortrag. So zum Beispiel Paul Mc Cartneys „Jenny Wren“ , „Big Brother“, „Barcelona“, oder auch „jou´ve got a friend“ (ursprünglich von Carole King geschrieben und schon unzählige Male von den unterschiedlichsten Musikern gecovert), sowie auch „Thats not love“. Besonders beeindruckte mich „Sympatique“ von Pink Martini, hier mit Megaphon vorgetragen und im Duett von Norbert und Gabriele,

welche neben unbeschreiblichem Charme und Virtuosität an der Geige auch noch mit brilliantem Gesang punkten konnte.

Ja, sie steht der Band gut, die weibliche Note, wie ich finde. Und Gabriele Kienast ist eine echte Bereicherung für die Band. Schön, wenn es diese Konstellation des Öfteren gäbe.

In technischer Sicht hatte die Band an diesem Abend wohl sehr mit den beengten Verhältnissen auf der „großen“ , aber eben doch nicht so großen Bühne zu kämpfen. Überall stand etwas im Weg, wurde umgeworfen, man stolperte über Kabel oder musste über Umwege auf bzw. von der Bühne gehen. Aber schön wars doch! Für uns ein gelungenes Konzert, mit vielen neuen Eindrücken und jeder Menge Spaß.

„Nach dem Konzert“ ist ja bekanntlich „vor dem Konzert“, und so konnten wir bei „Tom Twist“ einer dreiköpfigen Rockabilly-Band den Abend mit viel Spaß und lockerem Tanzbein ausklingen lassen.

An den bevorstehenden Rückweg mochten wir drei eigentlich gar nicht denken, aber er war dann irgendwann leider doch unvermeidlich.
„Diesmal nehmen wir aber Bus und Bahn“ wurde beschlossen, zeigte sich aber als gar nicht so einfach zu realisieren. Die Verbindung nach Pillnitz war ein klein wenig schwierig und kostete uns, wie schon der Hinweg, so einiges an Zeit.
Gegen 3:00 Uhr im Quartier endlich angekommen, gab es noch einen kleinen Absacker und wir fielen bei Morgengrauen dann müde ins Bett.
Den nächsten Tag, nach ausgiebigem Frühstück um die Mittagsstunde, verbrachten wir mit lieben Freunden bei Musik, Guinnes und einem triumphalen Fußballspiel unserer Nationalelf gegen England im Spritzenhaus der hiesigen Feuerwehr.

Noch berauscht vom Erlebten der letzten beiden Tage verabschiedeten wir uns am späten Nachmittag und traten, bis auf unsere zwei Urlauber Tine und Rainer, die Heimreise an.

Fortsetzung folgt…

Bericht: Birgit

Fotos: René

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