Achim Mentzel und andere,

so könnte die Setlist des 4. Bunkereventes in Frauenwald aus der Sicht der Veranstalter gelautet haben.
Was haben die Band Keimzeit und der Barde aus Cottbus gemeinsam?

Theoretisch genau so viel wie ein Dreizentner-Schwein mit Hochsprung – nichts.
Abgesehen von der Tatsache, das man sich in trauter Gemeinsamkeit auf einem Plakat des o.g. Events befand um dort aufzuspielen. Wir waren schon zeitig genug dort um zu beobachten wie sich Herr Mentzel aus der Gegenwart dieses, wir wollen es vorsichtig Panoptikum nennen, entfernte.

Bevor wir auf das Konzert unserer Lieblingsband zu sprechen kommen, müssen wir einige Worte zu dem Bunkerevent und den dort anwesenden Menschen verlieren.

Wir kamen uns vor wie auf einer Zeitreise in längst vergangen und vergessen geglaubte Zeiten. Es gab von russischen über deutsche (zu deutsche), aus allen damals vertretenen Organen und Organisationen Uniformen und Devotionalien. Dem Anschein nach normal gebildete Mitteleuropäer gewandet in Uniformen von Truppen die zu ihrer Zeit jeweils ungeliebt waren, getragen mit männlichem Stolz auf was auch immer.

Skuril ist das geringste Wort was uns einfällt. Verschiedene Dinge aus der Geschichte gehören weitererzählt und am Leben gehalten, ob die GST die VP die NVA und zu diesem Übel auch noch die Wehrmacht wir glauben sogar eine schlecht unkenntlich gemachte SS-Uniform gesehen zu haben, dazu gehören, ist mehr als fraglich.

Erschreckend ist auch die Tatsache, dass in diesem Paralleluniversum es offenbar normal ist sich so zu kleiden und sich so zu verhalten. Das können nur Reminiszenzen an glücklichere Tage der dortigen Akteure gewesen sein, die mit einem Stöckchen im Allerwertesten, dazumal jungen Menschen das Fürchten gelehrt haben und die eine oder andere Persönlichkeit zerstört haben. Das Highlight der dort stattgefundenen Verlosung war eine Nato – Plane, kurz vor dem KEIMZEIT – Auftritt. HÄÄ?

Geschichtlich interessiert, wie wir nun mal neben unserem ausgesprochen guten Musikgeschmack nun mal eben sind, nahmen wir vorher auch noch an der Bunkerführung teil. Leute, wie die uns damals verarscht haben, einen Bunker der gegen Bio – und chemische Waffen gebaut wurde uns als Einrichtung der Wasserwirtschaft vorzugaukeln, soviel Unverschämtheit lässt einen noch nach zwanzig Jahren erschaudern.

Nun, der Plan war aber diesen Tages nicht in die Vergangenheit einzutauchen, sondern gute Musik zu hören und unseren Akteuren bei der Arbeit zuzuschauen.

An einem Sommertag der diesen Namen wahrlich nicht verdiente, bei NEUN Grad Celsius und gefühlten 250 Prozent Luftfeuchtigkeit hielten wir uns auf diesem Hof der Absurditäten mit dem einen oder anderen Grog (das Sommergetränk 2011) bei Laune und harrten des Konzertes.

Die Band enterte mit dem Bus das Gelände und man sah eher mehr, als weniger irritierte Gesichter.

Nicht das man sich sonst nicht freundlich begrüßt, diesmal war die Begrüßung eine Spur herzlicher als sonst, was darauf schließen lässt, dass unsere Freunde von der Band nicht unglücklich waren über die vertrauten Gesichter aus den ersten Reihen.

Bericht: Lutz und Annett

Fotos: René, Markus Gleichmann (Bunker)

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