Ausflüge der etwas anderen Art

Nun bin ich mal an der Reihe, einen Bericht über unser Erlebtes zu schreiben, da der Matthias sich noch nicht so richtig in der Lage sieht, dies zu tun, aber dazu später mehr….

“Dieses Mal soll es anders werden…” wünschten wir uns das Wetter betreffend zum diesjährigen Segeltörn am 11.08.2011 auf der schönen Kogge „Wissemara“ mit unserer Lieblingsband Keimzeit an Bord. Na gut, ein bisschen besser als voriges Jahr war es schon, es regnete nicht in Strömen und auch nicht durchweg, aber die Sonne bevorzugte es, sich hinter dicken Wolken zu verkrümeln.

Nach erfolgreicher Parkplatzsuche schlenderten wir noch etwas an der Hafenmeile im Rostocker Stadthafen, wo wir auch schon die ersten Mitfahrer begrüßten.
Gegen 16.30 Uhr legte unsere Kogge nach ihrer ersten Ausfahrt im Hafen an. Bleiche Gesichter wankten uns entgegen, “Macht Euch auf was gefasst” begrüßte uns Peter, der uns sogleich mit einem gedrehten Video die Vorfreude auf Riesenwellen aufgrund von Sturm auf der Ostsee schmackhaft machte.

Rudi erzählte uns noch, der Spatzi lehnte sich während der Fahrt über die Reling (ihr wisst schon…) und Spatzi behauptete das gleiche von Rudi. Es wird wohl beide erwischt haben. Der Eimer unter Spatzi’s Keyboard sollte hier im Bericht eigentlich nicht erwähnt werden…. Upps
Von diesem Moment an war ich seekrank, ohne die Kogge bisher auch nur mit einem Fuß betreten zu haben.

Nun endlich legte die Wissemara ab, ein glückliches Gefühl ein paar Stunden mit diesem schönen Segelschiff unterwegs zu sein und der Musik unserer Lieblingsband zu lauschen. Der Willkommenstrunk war verteilt und die ersten Takte wurden gespielt. Die Musiker, erholt von der ersten Tour, waren gut drauf. Norbert und Sebastian zeigten dies mit ihren einzigartigen Tanzeinlagen. Die Technik sehr klein gehalten, aber der Sound perfekt abgestimmt, großes Lob an den Abstimmer!

Wir verließen den doch ruhigen Hafen (man konnte tatsächlich in diesem nicht erahnen, was uns draußen erwartet) und die ersten schaukelnden Bewegungen der „Wissemara“ bekam man zu spüren. Noch ein Stück ins offene Meer…Spitze…Wasser…Spitze…Wasser… Oh diese verdammte Seekrankheit… Norbert und ich waren uns schnell einig, dass wir am hinteren Ende der Kogge natürlich sitzend den Horizont suchen müssen. Meine Güte war mir schlecht. Erbsensuppe die von vielen bereits während der Ausfahrt aus dem Hafen verspeist wurde, bekamen nun die Fische. Man musste nur Luv und Lee beachten, also auf Deutsch….“Kotzt du nach Luv, kommt’s wieder ruf, kotzt du nach Lee, geht’s in die See …

Die Crew entschied dann doch umzukehren, schließlich wollten wir ja noch was von der Musik mitbekommen. Das Spielen der Instrumente nämlich war auf hoher See tatsächlich nicht möglich. Ach ja, zum Wichtigsten…
Was für ein Konzert !!! Die Sangesfreude war Norbert ins Gesicht geschrieben, die bereits erwähnten Tanzeinlagen, man müsste denen irgendwann mal nen Namen verpassen, Vorschläge her, taten das übrige dazu. Hier dann doch ein kleiner Beitrag von mir Matthias,…Danke Sebastian für Deine musikalische Interpretation der Wale in „Gold für einen Ring“…das hat mir echt die Gänsehaut über den ganzen Rücken gejagt.

Es wurde nun eine musikalische Hafenrundfahrt, aber egal so konnte man wenigstens die schönen Schiffe bewundern, und die Band konnte spielen. Die “Fröhliche Regenwolke“, wie Lutz das Wetter beschrieb, begleitete uns, was die Stimmung an Bord aber noch schöner werden ließ, da man eng aneinander gekuschelt tanzen konnte. Der von mir angekündigte und insgeheim gewünschte Sonnenuntergang war nicht zu sehen, obwohl mit viel Fantasie konnte man in einer kleinen Wolkenlücke einen hellen Fleck entdecken, welcher sofort als Sonne bezeichnet wurde.
Nachdem ich ganze 3 Löffel von meiner wirklich schmeckenden Erbsensuppe zu mir genommen hatte, merkte ich, dass ich noch immer seekrank war. Lars hat sich gefreut und den Rest verspeist.

Viel zu schnell verging der Abend, der Kapitän steuerte uns heil (mehr oder weniger) in den Hafen zurück. An dieser Stelle möchte ich mal Danke sagen an die freundliche und herzliche Crew der „Wissemara“, die es uns an nichts fehlen ließ.

Im Hafen angelegt wurde noch fix die Technik vom Schiff getragen und nach einer herzlichen Verabschiedung von der Band und der Crew hatten 8 Leute beschlossen den schönen Abend auf der Meile noch zu genießen. Eine Verkaufsstelle (ich nenne es jetzt noch so) von Flüssigem wurde schnell gefunden. Ein von Lutz erzählter Leberwurstwitz strapazierte unsere Lachmuskeln ordentlich und Matthias meinte diese heitere Runde mit seinem 14 Tage alten Handy fotografieren zu müssen. 2 Schritte rückwärts um alle Leute der Runde drauf zu bekommen… Knall, Plätschern, fort war Matthias… Nach einer Schrecksekunde wurde ihm klar das die Verkaufsstelle ein Schiff war und das Ende die Hafenkante… Ca. 3 Meter ging’s abwärts mit vollem Rucksack auf dem Rücken. Die Rettungsaktion verlief erfolgreich und Matthias war wieder an Land. Wechselsachen lagen im Auto, der Wetterbericht hatte ja Regen vorhergesagt. Das neue Handy schwimmt nun mit „NEMO“ Richtung Sydney. Gerettet hat er den Koggenschnaps, welcher sogleich von den anwesenden Männern vernichtet wurde, um den Schreck zu überwinden und die Gedanken an das , was hätte passieren können, zu verdrängen. Der Abend hatte ein glückliches Ende, dem Schutzengel sei Dank. Es waren eben Ausflüge der anderen Art…

Ein liebes Dankeschön noch einmal an die Band, an Dirk und alle die an der Gestaltung des schönen Abends beteiligt waren und trotz der Wetterbedingungen und der daraus resultierenden Begleiterscheinungen uns mit diesem herrlich maritimen Konzert die Herzen erwärmt haben….Wir sind gerne wieder mit dabei!

Jana und Matthias ( PS: Danke an meine Retter 😉 )

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3 thoughts on “Ausflüge der etwas anderen Art

    Angela said:
    7. September 2011 at 11:32

    …auch aus Nordhausen einen herzlichen Dank an die Retter – Mann, Matthias! Ihr seid auch ohne solch spektakuläre Einlagen sehr liebenswerte Mitmenschen.
    Es scheint auffallend, wie Recht Lutz immer wieder hat, so von wegen „Fröhliche Regenwolke“. Und die Sache mit Lee und Luv hab ich dann meiner Tochter auf ihre Reise nach England mitgegeben. Das fand sie nicht ganz so lustig wie ich…
    Passt auf Euch auf!

    Jana und Matthias said:
    5. September 2011 at 20:59

    Danke Ulle!
    War ne wirklich schöne Ausfahrt mit Euch.
    Sind seeehr gespannt auf Dein filmisches Gesamtwerk.
    LG
    Jana und Matthias

    Ulle Sende said:
    5. September 2011 at 13:52

    Erfrischend geschrieben! 🙂 Dor kregt man ja Appetit up mee(h)r, glöw ick.

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