Eine musikalische Rundreise

Ja, es ist wieder einmal so weit, die Efeld-Crew macht Urlaub (zumindest ein Teil davon). Und wie es sich für Musikverrückte wie uns gehört, wird die Planung selbstredend nach den anstehenden Konzertterminen der nächsten Zeit ausgerichtet. Da kommt es schon mal vor, dass man kurzerhand von der Mitte des Landes in den Süden, dann wieder nach Norden reist, um kurz darauf sogleich wieder südwärts zu düsen. Auf jeden Fall aber möchten wir Euch an unseren musikalischen und den Erlebnissen in der Zeit drum herum teilhaben lassen, Euch unsere Eindrücke schildern, Momente in Bild und Wort einfangen und Euch zutragen um zu erheitern, Euch erinnern zu lassen an das eine oder andere Event, welches Ihr vielleicht selbst miterlebt habt, oder Eure Vorfreude auf das Kommende zu vervielfachen.
Also viel Spaß, beim Verfolgen unserer „Tour“ der nächsten drei Wochen.

Beginnen wir mit dem ersten Zielpunkt unserer Reise:

Keimzeit-Akustik auf der Parkbühne – Geyserhaus in Leipzig

20. August 2011

Pünktlich zum Beginn unserer Reise ist der Sommer zurück. Nach der letzten durchwachten Nacht und einigen Stunden Schlaf am Vormittag (man hatte mir vor dem Urlaub noch ein paar kleine „Nachtvorstellungen im Irrenhaus“ gegönnt) breche ich auf, um mich mit René in Leipzig zu treffen. Die ganze Geschichte verzögert sich leicht, so dass wir es gerade noch schaffen, zum Einlass vor Ort zu sein. Große Freude macht sich breit, da wir wieder einmal auf gute Freunde treffen, die uns noch kurz vor Beginn des Konzertes über ihre Erlebnisse auf der Kogge und in Neumühle berichten. Dann geht es auch schon los. …

Die kleine Bühne, eingekuschelt ins Blätterdach des sie umschließenden Parks, wirkt seltsam vertraut und anheimelnd. Vor ihr Reihen von Holzbänken, bevölkert von erwartungsvollen Leuten, auf, zuvor in die Hand gegebenen, Sitzkissen harrend. Wir nehmen ebenfalls Platz, rechts vorn, erste Reihe auf einer „Zwergenbank“, natürlich ohne Sitzkissen…, man war ja schlauer und meinte keines zu brauchen. Die Sonne scheint immer noch warm.

Das Programm beginnt wie gewohnt und der Abend dämmert langsam herein. Norberts strahlendes Lächeln scheint die Abendsonne halten zu wollen und auch die anderen Musiker bringen uns die lauen Sommernächte musikalisch näher.

Nur die Natur lässt sich noch nicht so ganz davon überzeugen. Der Abendwind frischt so langsam auf und mich beginnt es in meinem Sommeroutfit ein wenig zu frösteln. Hätte ich dem schönen Schein dieses Tages eher doch nicht trauen sollen?… Egal, da muss ich nun durch. Die Klänge Gabrieles Geige erwärmen mir das Herz und lassen die äußerliche Kühle vergessen.

Nach angekündigtem musikalischen „Generalstreik“ gibt es wie schon so oft eine kleine Pause zum Durchatmen, Getränkenachschub holen oder auch Plaudern mit Freunden. Eigentlich für mich DIE Möglichkeit, mir meine Jacke aus dem Auto zu holen, aber die erwärmenden Klänge zuvor suggerierten mir, dass es nicht nötig wäre…

Das Konzert geht inzwischen in die zweite Runde und ein kleines Glühwürmchen, in Form eines Kindes mit Stirnlampe flitzt ständig an der Bühne vorbei. Auch die Musiker scheint dies sichtlich zu amüsieren.

Unvermeidbar schaltet sich mein Kopfkino ein. Vor meinem inneren Auge beginnt eine wilde Verfolgungsjagd lichtgekrönter Gestalten im Rhythmus der Musik. …

Aber nun zurück zum Konzert: inhaltlich in bekannter Formation hat dieses Konzert unter freiem Himmel ein wenig vom andalusischen Flair, in dem viele der dargebotenen Songs vollendet wurden. Die perfekte Einstimmung in einen verheißungsvollen Sommerurlaub.

Dann kommt das, was leider immer wieder unvermeidlich ist, die Show geht zu Ende. Diesmal jedoch nicht ohne eine kleine Überraschung. Zur Band gesellt sich eine junge Dame, welche im Duett mit unserem Sänger „Singapur“ anstimmt. Tora, eine junge Sängerin des Projektes „Musik macht schlau“ des soziokulturellen Zentrums in Leipzig, beweist in diesem Moment großen Mut, da es ihr erster Auftritt auf solch großer Bühne vor großem Publikum ist.

Trotz ihrer Aufregung meistert sie ihren Auftritt souverän und dank der Unterstützung Norberts ist es dann gar nicht so schwer.

Hut ab vor der Courage des jungen Mädchens! Schön, dass auch für Jugendliche aus finanziell schlechter gestellten Familien die Chance auf kulturelle Aktivität ermöglicht wird und somit junge Talente gefördert.
Der offizielle Teil des Abends neigt sich nun dem Ende mit kleiner Autogrammstunde.

Der für den heutigen Abend auserkorene „Vertreter für musikalische Erinnerungsverbreitung“ erscheint mit „Heiligenschein“ auf der „Kurzhaarfrisur“ unter einer Laterne und bietet Kunst in Form von schwarz schimmernden Scheiben feil, welche hernach mit den Unterschriften der Akteure des Abends verschönert werden. Auch die junge Nachwuchskünstlerin bekommt Gelegenheit, ihre Unterschrift auf einige Gegenstände zu setzen.

Dann wird gemeinschaftlich zum „gemütlichen Teil des Abends“ übergegangen. Mein fröstelnder Anblick muss wohl Mitleid hervorgerufen haben, so dass ich mich plötzlich in Gabrieles Jacke gehüllt sehe und mich ein wenig erwärmen darf. Gabriele, wohl mein Engel des Abends. Dank dafür und für die Musik.

Wir verbringen noch einige Zeit mit unseren Freunden und Teilen der Band auf einer Holzbank mit den letzten Getränken des Abends und fröhlicher Stimmung, bis es heißt sich zu verabschieden… bis zum nächsten Mal…

Bericht: Birgit

Fotos: René

Share Button

Kommentar verfassen