Frühling im Keller – es ist „Keimzeit“ –

Einer der ersten sonnig warmen Frühlingstage dieses Jahres. Erfurts Restaurants und Cafés laden ein, die schon wärmenden Sonnenstrahlen auf den Terrassen bei Kaffee, Wein oder Bier zu genießen. Es ist früher Abend und noch Zeit, vor kulturellem Genuss ein wenig der leiblichen Lust zu frönen. Nach dem Begrüßungs-Prosecco des ansässigen Italieners kurz hinter der berühmten Krämerbücke, bestelle ich den ersten frischen Spargel. Mhmmm, ein Genuss!
Dann wird’s aber Zeit…!

Der ausverkaufte Museumskeller erwartet uns schon und mit ihm das „Keimzeit Akustik Quartett“.
Wer den Museumskeller zu Erfurt kennt und jemals ein Keimzeit-Konzert erlebt hat, wird sich fragen, wie das funktionieren kann. Auch wir sind sehr gespannt.

Als wir das Gewölbe betreten, ist es schon mit einer beachtlichen Menschenmenge gefüllt. Nun heißt es schnell sein, um noch einen Platz in der vorderen Reihe zu erwischen. Heute wollte ich ja schließlich auch mein neues „Spielzeug“ das erste Mal austesten. Die Bedingungen für die Fotografen Jana und René sind wie erwartet etwas schwierig, da die Bühne sehr nah, sehr klein und stark mit Zuschauern begrenzt ist. Also, verhieß die Fotoperspektive heute eine eher statische zu werden. Nun ja, diese Tatsache gibt mehr Möglichkeit für Portraits.

Für das Publikum sollte sich die Nähe zur Band als eher positiv zeigen. Es stellt sich schnell eine intime, ja quasi Wohnzimmeratmosphäre ein, die nicht nur die Zuschauer zu genießen scheinen.

Sich durch die Zuschauermenge schlängelnd, erreichen die Musiker die Bühne und werden mit lautem Applaus begrüßt. Es ist kuschelig geworden inzwischen. Nicht unangenehm, aber doch warm und ein wenig beengt.

Norbert begrüßt sein Publikum in der von ihm längst gewohnt, breit lächelnden Art und der amüsante Abend im Keller kann beginnen.

Das, von uns schon aus vorhergehenden Konzerten des Quartetts beschriebene Repertoire begeistert mich wieder einmal mehr. So leicht beschwingt, swingend, so angenehm weich und sacht, so vielfältig im Sinne des Vortrages hatte man Keimzeit sonst selten gesehen.

Ein rundum stimmiges Programm aus Gesang, Musik und gesprochenem Wort, von jedem einzelnem mit Witz und Spaß dargeboten, lässt uns unweigerlich strahlende Augen und ein Dauergrinsen ins Gesicht brennen. Die kleinen „Schnitzer“ und „Unsicherheiten“ wirken fast gewollt und zum Programm gehörig, Gabrieles leicht zitternde Hand bei den drei kleinen Tönen von Klingklang macht uns die Musikerin eher sympathischer, als dass es peinlich wäre, wie sie selbst fürchtete.

Überhaupt wird auf der Bühne vor und mit dem Publikum so viel gelacht und „Blödsinn“ gemacht, dass sich das Gefühl aufdrängt, hier hätten sich Freunde getroffen um gemeinsam Spaß zu haben und ein gemeinsames, fröhliches Fest zu feiern.

„Ja, es herrscht eine unglaubliche Harmonie zwischen uns.“ Verrät uns Gabriele kurz nach der Show. „wir sind vor den Shows immer sehr aufgeregt und freuen uns riesig. …gleich geht’s wieder los!… gleich dürfen wir wieder raus!… es macht wirklich viel Spaß, dabei zu sein.“

Dem ist nichts hinzuzusetzen. Man sieht und erlebt es bei jeder Show neu. Egal, ob im Zirkus, Theater oder im Clubkeller, das Programm passt überall und die Band harmoniert.
Ich freue mich schon auf das nächste Mal!

Auch mein neues „Spielzeug“ hat seine Feuerprobe zu höchster Zufriedenheit bestanden und das Ergebnis wird hier in Auszügen zu begutachten sein…

Zum Trost sei allen Erfurtern, die dieses Mal nicht dabei sein konnten, gesagt:
Es gibt ein nächstes Mal am gleichen Ort!
Schonmal den 09.12.11 vormerken und Karten reservieren!

Bericht: Birgit

Fotos: René

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