„KOLUMBUS“ besetzt die (Kultur-)Bastion

-Eine Bastion, süddeutsch-österreichisch auch Bastei genannt, ist Teil einer Festung. Sie dient als Verteidigungsstellung, um Angreifer je nach taktischer Lage direkt, von der Seite oder von hinten beschießen zu können. –, …so die Definition bei Wikipedia…

In diesem Falle jedoch sollten die „vermeintlichen Angreiferschaaren“ mit Klängen beschossen werden, so dass ihnen vor Verzückung die Ohren über gingen und ihre Leiber in rhythmische Schwingungen versetzt wurden. Ohnmächtig die Flucht anzutreten, bevor der letzte Ton verklungen war, standen sie nun dicht gedrängt in der leicht gebogenen Röhre, der sich der Kultur verschworenen Bastion in Torgau.

Nur durch lautes Klappern mit den Händen, Pfeifen und Jauchzen versuchte man die Spannung zu lösen und seinen Gefühlen Raum zu geben.

Was war geschehen? …
Auf seiner Entdeckungsreise warf das Keimzeitliche Schiff in der sächsischen „Großen Kreisstadt“ Torgau seine Anker aus. Auch hier sollte zum Angriff auf die Ohrmuscheln musikbegeisterter Menschen geblasen werden. …

Die letzten Spuren des Winters hinter uns lassend, durch Regen und Wind fuhren wir, aus den sächsischen Bergen kommend, dem flacheren Land entgegen. Dem drängenden Wunsch folgend, ein erneutes Mal unseren Musikern lauschen zu können und somit unseren „Keimzeiturlaub“ um ein neues Erlebnis zu verlängern trieb uns der Wind stetig voran.

Die Kulturbastion Torgau empfing uns am späten Nachmittag schon mit den ersten Klängen des Soundchecks. Schön, wieder einmal hier zu sein. Irgendwie anheimelnd, die mit viel Geschmack eingerichteten Räumlichkeiten und das nette, hoch engagierte Team. All das gab uns ein klein wenig das Gefühl von Vertrautheit, ja fast wie ein kleines Zuhause.

Und das ist sie ja auch, die Kulturbastion, ein Zuhause der guten Musik und Musikschaffenden, wie auch Musikbegeisterten. Immer wieder zieht es sie hier her, Menschen aus näherer und fernerer Umgebung, zu den unterschiedlichsten Events. „ Die wenigsten Leute, welche hier her kommen sind aus Torgau selbst“, kann ich mich erinnern, von den Veranstaltern einstmals gehört zu haben. Und auch an diesem Abend schien es fast so zu sein. Als der Einlass begann und ich schon mal im Vorfeld einige Tonträger zum Mitnehmen anbot, hörte ich die Kommenden über ihre längeren oder kürzeren Fahrten plaudern, über das Vorankommen auf den Landstraßen und das Finden der Location.

Auch „alte Bekannte“ waren unter den Angereisten. Schön, sich hier wieder zu treffen.


Schnell füllte sich der, etwas eigenwillige „Konzertsaal“. In einem leichten Bogen, mit der, die gesamte Breite der Stirnseite einnehmenden, kuschelig kleinen Bühne, gab er dem zahlreich erschienenen Publikum eine Heimstatt für gut zwei gemeinsame Stunden Musikerlebnis.
Das Konzert begann.


Ich, nachdem die wenigen Merchartikel zwischenzeitlich verstaut waren, arbeitete mich durch eine dicht gedrängt stehende Schaar, bis in die dritte Reihe vor. Da ich nun nicht gerade ein Riese von Wuchs bin, sollte ich wohl niemandem die Sicht versperrt haben und konnte so selbst auch recht gut das Geschehen auf der Bühne beobachten. René indes hielt sich die meiste Zeit in der Hocke vor dem niedrigen Podest auf, um für uns dieses Event mittels seines „großen Rohres“ auf „Datei“ zu bannen.
Die Musik unserer Band versetzte mich und das Publikum in rhythmisches Schwingen, die Stimmbänder wurden gemeinschaftlich strapaziert und die Hände in sportlicher Betätigung fleißig in einander geschlagen.


Lars „rockte“ die Bastei mit seinen Gitarrensoli und machte dem Rest der „Bande“ so richtig Dampf.


Sebastian, wieder als Allroundtalent an Trompete, Flügelhorn, Gesang und „Bühnentanz“ erntete die Begeisterung der Massen.


Spatz ließ sich erneut gesanglich „an der Ecke rauslassen“. Wie schön kann doch „gehen, vergehen,…“ sein, wenn Andreas das singt. …


Die Rhythmusmacher Hartmut und Roland taten ihr Bestes, uns nicht aus dem Takt kommen zu lassen, beim Wiegen, Schütteln, Tanzen und Klatschen und Norbert nahm uns gesanglich mit, auf die Reise des Keimzeitschiffes auf Kolumbus´ Spuren durch die Weltmeere der Klänge.


Es wurde wieder gestreikt, man war „mitten im Fluss“ und fuhr mit dem „Nachtzug nach Sofia“. Dass „Rosi“ inzwischen älter geworden ist, lässt sich nun leider nicht verleugnen, denn wir sind es inzwischen nun auch.


Um „ein gutes Beispiel“ zu geben, ist es allerdings niemals zu spät. … Aber, war da nicht, so ganz ausversehen, ein „Bleistift“ zu hören?  Nein, sicherlich nicht, das gaukelten mir wohl nur meine alternden Ohren vor.


Kurz vor den Zugaben schlich ich mich aus der Zuschauermenge wieder hinaus. Nein, nicht etwa weil es mir nicht gefallen hatte. Zu gern wäre ich noch geblieben.

Aber, ich hatte heut ja noch eine andere Aufgabe zu erfüllen. Vorbereitung der Autogrammstunde nach dem Konzert und Herrichten des Merchandise-Standes, damit der geneigte Gast etwas zur Erinnerung an diesen gelungenen Abend mit nach Hause nehmen konnte.

So war dann wieder einmal ein sehr schönes Konzertwochenende vorbei. Nach dem Verstauen des Equipments bestiegen die Bandmitglieder ihren Bus und traten den Heimweg an. Wir verabschiedeten uns wieder einmal und machten uns auf den Weg ins Hotel, wo wir gedanklich und im Gespräch, vor dem Schlafengehen die Erlebnisse der vergangenen Tage noch einmal Revue passieren ließen, bevor auch uns die Nacht in die Arme nahm und der Schlaf in sein Reich entführte.

Bericht: Birgit

Fotos: René

Share Button

Kommentar verfassen