Bergfunk Open Air 2012

Eine der schönen Veranstaltungen südlich von Berlin fand am 10. August 2012 zum vierten Mal auf dem Funkerberg in Königs Wusterhausen statt – das „Bergfunk Open Air“. An der Wiege des deutschen Rundfunks waren diesmal der Tenor Björn Casapietra, Keimzeit und Alphaville zu erleben. Ein geschichtsträchtiger Ort, dieses Gelände auf dem Funkerberg.

Im dortigen historischen Museum befindet sich unter anderem einer der leistungsstärksten und größten stationären Dieselmotoren, ein 1000 PS Motor der Firma Deutz, noch immer funktionsfähig.

Mit vergleichbarer stimmlicher Kraft begann um Punkt 19:00 Uhr der Tenor Björn Casapietra den Open-Air-Abend,

mit der immer wieder brillanten Schweizer Pianistin und Sängerin Sibylle Briner an seiner Seite.

Feine Gitarrenklänge waren hier bei den Stücken „Halleluja“, „Hear my Prayer“, bei dem in Italienisch eingesungenem „Niente e per sempre“ (Als ich fortging von Dirk Michaelis) und nicht zuletzt beim Casapietra-Hit „A Petal of a Rose“ zu hören. Die Begleitung an der Gitarre übernahm heute nicht Björns Bruder und Silly-Gitarrist Uwe Hassbecker, sondern der vielen auch bekannte Gitarrist Jörg Weisselberger, der sich als Studiomusiker bei vielen anerkannten Künstlern einen Namen machte.

Ebenso begeisternd waren die Gesangsduette von Björn Casapietra und Sibylle Briner. Zwei Stimmen, die wirklich grandios miteinander harmonieren.

Björn stellte nicht nur zu Beginn der Veranstaltung seine Entertainmentfähigkeiten gelungen unter Beweis – es galt zudem das immer weiter eintreffende Publikum anzuwärmen und zu begeistern – schon in der Mitte seines 60 minütigen Auftritts war es vollständig gefesselt.

Die Stimmung bei wolkigen 18 Grad Außentemperatur war ausgezeichnet. Zum Ende hin sorgte ein stimmungsvolles „Oh sole mio“ für Freude. Denn „italienische Lieder enden erstens immer oben“ und werden „zweitens so lange ausgesungen, bis man blau anläuft“, so Björn Casapietra humorvoll, und das Königs Wusterhausener Publikum genoss dieses Mitsingen sichtlich.

Nach einer kurzen Umbaupause betrat Ludwig Scheetz, der Vorsitzende des „Stubenrausch e.V“ die Bühne und begrüßte die Besucher. Wenn man bedenkt, dass es sich hier um einen wirklich sehr jungen Verein handelt, der aus musik- und kulturinteressierten Mitgliedern besteht, so darf einmal herausgehoben werden, was die insgesamt 70 freiwilligen Helfer für dieses Open Air auf die Beine gestellt haben.

Auch das Publikum bestätigte dies mit einem kräftigen Applaus. Die sehr gute Organisation wurde weiterhin von den Künstlern auf der Bühne und von den Beteiligten hinter der Bühne einhellig gelobt. Björn Casapietra zum Ende seines Auftritts: „Ihr seid so ein klasse Team, es ist euch sehr zu wünschen, dass es für die nächsten Male noch weiter vorwärts geht!“

Danach war die Band Keimzeit im Rahmen ihrer diesjährigen Sommertour zu ihrem neuen Album „Kolumbus“ an der Reihe.

Es gelang sehr schnell, die bereits sehr gut vorhandene Stimmung weiterzuführen. Es lag sicher nicht nur am traditionellen Band-Volleyball-Spiel vor ihrem Auftritt und an der Erwartungshaltung des Publikums; Sänger Norbert Leisegang sorgte mit seiner markanten Stimme für ein gutes Feeling bei den Besuchern,

auch die Band – unterstützt von den 3 Gastmusikern – harmonierte ausgezeichnet.

Teilweise chillige Jazzklänge und die insgesamt gut zur Atmosphäre des Abends passenden Musikstücke machten den Keimzeitauftritt rund. Besucher Thoralf Hannemann aus Zeuthen: „Keimzeit in gewohnter Qualität!“.

Neben der Reise nach „Singapur“ und „2 und 2 sind 22“ war der Keimzeit-Titel „Kling Klang“ hier erwartungsgemäß ein Höhepunkt – der Funkerberg konnte feiern.

Weiter ging es mit Feiern, als Alphaville die Bühne betraten. Bei einsetzendem Regen fragten sie gleich „Do you want to dance with me“.

Dem kamen die Besucher ohne Zögern nach, auch jene ohne Regenumhänge und Regenschirme. Erstaunlich, wie kraftvoll und rockig sie ihren eigentlichen Synthie-Pop aus den 80er-Jahren nunmehr performen. „Sounds like a Melody“, „Big in Japan“ … die Klassiker heizten ordentlich ein.

Bei „Forever Young“ wurde es ruhiger, dem Publikum war deutlich anzumerken, was es mit dieser Musik verbindet. Die Arme gingen hoch, Feuerzeuge wurde in den immer noch regnerischen Funkerberg-Himmel gehalten. Die Band um Sänger Marian Gold gab alles, auch um dem Wetter zu trotzen.

Vor seinem schottischen „Trinkerlied“ leerte Marian einen Becher Bier in einem Zug bevor er sang, diese Stimmung übertrug sich. Es wurde weiter gefeiert. Zweimal kehrte die Band nach lautstarken „Zugaberufen“ zurück.

Nach einem auf Deutsch gesungenem Song aus ihrem erstem Album und vor der zweiten Zugabe – es war kurz vor Mitternacht und der Himmel war wieder trocken – sagte Sänger Marian Gold zu seinem Keyboarder Martin Lister an der Bühnenseite „Komm, einen machen wir noch“ … und sie spielten zu zweit nochmals ihr einprägsames „Forever Young“ in der a capella Version.

Fazit dieses Abends: Das Bergfunk Open Air 2012 bot seinen Besuchern eine auf den ersten Blick vielleicht ungewöhnliche musikalische Kombination. Björn Casapietra als moderner Tenor, Keimzeit als Deutschrock-Band „mit Sinn“ und Alphaville als englisch singende deutsche Band – es lohnte sich sehr, war toll gelungen und hat wirklich viel Vergnügen gemacht. Vielen Dank allen Beteiligten und nochmals an das Bergfunk-Team um „Stubenrausch e.V.“!

Bericht: Thomas Handrick

(auch bei Deutsche Mugge erschienen mit vielen schönen Fotos von Michaela Proksch)

Danke an Thomas für die freundliche Genehmigung

Fotos: René

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