Ich habe „Radio“ gesehen!

Mittwoch, 25.04.2012,
Es ist Nachmittag, ich komme erschöpft von der Arbeit und erhole mich auf meinem, von der Nachmittagssonne verwöhnten Balkon. Denke über dies und das nach und darüber, am Abend mein Radio einzuschalten. Die Hoffnung, das anstehende Keimzeit-Radio1-Konzert noch live miterleben zu können, hatte ich inzwischen längst begraben, als mich die Nachricht ereilte, nun doch teilnehmen zu können. Mein Herz macht just einen Freudensprung.

Jetzt heißt es allerdings beeilen. Schnell noch ins Bad, den Kleiderschrank durchwühlt, fündig geworden, dann Tasche gegriffen und los. Nichts vergessen? Moment…, nein, scheint alles perfekt zu sein. Zu meiner Verwunderung fährt auch die S-Bahn ausnahmsweise mal halbwegs nach Plan und ich erscheine noch gerade rechtzeitig an der Kulturbrauerei.

Jetzt aber schnell! Einige liebe Freunde noch begrüßt, etwas Trinkbares erstanden, dann kann es auch schon los gehen. Nun, eine Kleinigkeit betrübt meine in Höchstform befindliche Laune. Leider wird es heut wohl keine Fotos vom Konzert geben. Nun ja, bei besten Bedingungen wären vielleicht ein paar grausige Handyfotos drin. Mag ich zwar eigentlich nicht, aber in Ermangelung einer tauglichen Kamera und der Abwesenheit unseres „Hausfotografen“ wohl die einzig mögliche Lösung.

Der Zeitpunkt der Live-Ausstrahlung rückt immer näher. Eine kleine Einstimmung wird uns in Form des Videos zum Titel „Kolumbus“ an die Wand projiziert.

Tolle Idee und wundervoll umgesetzt. Danach eine kurze Anmoderation der netten Radio1-Moderatorin und schon geht’s los.

Eine aufgeweckt fröhliche Band macht ihr Spiel, ein breit grinsender Norbert begrüßt sein Publikum hier im Saal und an den Medien. Die erste Reihe wird nun mit Fotografen belagert. Es sollte heut wohl doch Fotos gehen. In der hiesigen Presse, meint eine Frau mit Kamera und entschuldigt sich bei uns: „Bin gleich wieder weg, nur ein paar Bilder, dann habt Ihr wieder freie Sicht“. Nette Geste, so finde ich. Und nicht selbstverständlich für Pressefotografen.

Ich traue mich nun auch, mein Handy zu zücken. Das Licht scheint garnicht so schlecht. Schön, wie die Lieder mit bunten Projektionen im Hintergrund untermalt werden. Schade für den Zuhörer zu Hause, das nicht sehen zu können.

Die Band kombiniert Neues mit längst Bekanntem, zeigt sich souverän und mit großer Freude an dem, was sie tun. Ja, es ist eine Augen- und Ohrenweide. Spaß macht es und das Publikum geht begeistert mit. Auch kein Wunder, denn heut ist ein handverlesenes Publikum am Start. Karten gab es schließlich nur bei Radio1 zu gewinnen, sie waren käuflich nicht zu erhalten. Da ist es dann wohl gewiss, daß nur Leute zugegen sein werden, die dies auch wirklich und mit Interesse zu würdigen wissen.
Das Konzert nimmt seinen Lauf, Lars heizt den Jungs mit seiner Gitarre wieder mächtig ein und bringt auch uns leicht ins Schwitzen.

Auch Sebastian macht sich an Trompete und Flügelhorn tüchtig Luft und uns Freude an Gebläse und Gesang.

Die Stunde fröhlich musikalischer Unterhaltung geht wieder viel zu schnell vorbei, das Radiopublikum wird ausgeblendet. Nun, so ganz unter uns, geht es weiter. Wir dürfen noch einige Stücke keimzeitlicher Kunst gemeinsam genießen.

Dann, auf einmal kracht es in den Ohren. Ein Kabel hatte sich wohl im Gitarrenständer verfangen und ihn mit allen Instrumenten daran zu Boden gerissen. Der Verursacher, Norbert, nimmts gelassen hin und bringt sein Gesangsstück zu Ende. Welch ein Glück, daß dies nicht schon bei der Liveübertragung passierte. Es hätte wohl manchem Hörer am heimischen Gerät das Trommelfell strapaziert.

Wie es sich gehört, räumt der Meister hier selbst wieder auf. Glücklicher Weise ist nichts zu Bruch gegangen und nach kurzer Zeit steht alles wieder an Ort und Stelle. Auch das wird mit stürmischem Applaus belohnt.

Als dann schlussendlich der Löwe sein Schläfchen beginnt, weiß wohl Jeder der Anwesenden, daß es nun Zeit wird, nach Hause zu gehen.

Denn, „morgen gibt’s so viel zu tun. …Gut Nacht“.

Bericht und Fotos: Birgit

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2 thoughts on “Ich habe „Radio“ gesehen!

    Angela said:
    22. Mai 2012 at 11:13

    …also ich habs „nur“ gehört. Und hab nun auch Eindrücke von ganz nah und hübsche Bilder dazu. Danke, Birgit. Sind alles kleine Inseln der Freude, aber auch des Fernwehs, des Sehnens, bis das große Keimzeit-Schiff mich mal wieder aufnimmt…

      Birgit said:
      23. Mai 2012 at 22:34

      Nun, liebe Angela, es ist ja nicht mehr lange hin, bis das keimzeit-Schiff hier in Berlin wieder anlegt und sicher ganz große Wellen der Freude schlägt. Und Du bist dann auch wieder an Bord. Ich freu mich schon drauf. 🙂

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