Und immer wieder „Lindenpark“

Wie oft gastierte Keimzeit schon hier? Nicht einmal Norbert konnte es sagen.
Seitdem ich die Laufbahn der Band intensiver verfolge, und das ist seit dem Jahre 2005, gab es wohl kaum ein Jahr ohne ein Konzert in diesem Potsdamer Club.

Ich erinnere mich wieder einmal an mein erstes Konzerterlebnis an jenem Ort. Natürlich ein Keimzeit-Konzert. Damals war die Location noch ein etwas ranziger Rock-Schuppen. Ich kann mich noch erinnern, daß inmitten des Zuschauerraumes ein alter Bus seine, wohl letzte Station gefunden hatte. Ich gebe zu, diese etwas verrucht anmutende Atmosphäre gefiel mir. Hatte sie doch etwas von jugendlich rebellischem Protest gegen das Establishment. Eine Ahnung vom berühmt – berüchtigtem SEX-DRUGS-ROCK nROLL…

Heute sieht alles anders aus. Der Saal wurde vor einigen Jahren einer Grundsanierung unterzogen, die Bars erneuert. Nur der Bühnenboden scheint mir noch aus der guten alten Zeit geblieben zu sein. Nein, nicht schlechter, nur anders sieht es heute hier aus. Dem Konzerterlebnis selbst tut dieser Wandel keinen Abbruch.

Ein Keimzeit-Konzert im Lindenpark… immer eine sichere Bank. Wenn nicht hier, wo anders sollte die Fangemeinde größer, begeisterter und textsicherer sein. Sicher, das Publikum hat sich gewandelt in all diesen Jahren. Ein Großteil ist älter und immer noch dabei, aber auch der Nachwuchs zeigt fortwährend Interesse. Mir scheint, Jene die in den frühen Jahren der Bandgeschichte noch in den Windeln lagen, wandeln nun auf den Pfaden der Eltern und lassen sich von zeitlosen Klängen und poetischen Texten der Band begeistern und inspirieren.

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Und wieder ist es da, wie schon in all den vergangenen Jahren – das breite, einladende Lächeln Norberts, wenn er das Publikum begrüßt, seine neuesten Werke ankündigt, oder auf Zurufe aus den Zuschauerreihen reagiert. Das Publikum ist voll da, hängt an seinen Lippen und singt Zeile um Zeile mit. Junge Damen bekommen glänzende Augen, wenn sich die Blicke kreuzen, man ist ausgelassen und teils etwas überdreht. Da fällt mir das „Kleinod“ ein: „sie ist nicht krank und nicht verrückt, nur überdreht, wenn sie mit jungen Hunden bellt. …“ Und prompt, der Gedanke bekommt Beine, das Lied erklingt.

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Ach, überhaupt… wer kennt es nicht? Zu jedem der Lieder gibt es eine Geschichte, Kopfkino. Sicherlich hat da Jeder da seine Eigene, ganz Persönliche, aber verbindet die Musik in diesen Momenten alle Anwesenden, grad als wäre man schon jahrelang bekannt, vereint in den Schwingungen, die Gemeinsamkeit erzeugt.

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Immer wieder ertappe ich mich, wie Erinnerungen sich ausbreiten. Gut elf Jahre Keimzeitgeschichte, verbunden mit meiner Eigenen. Die schönsten Momente erlebte ich hier. Einige der mir wichtigsten Menschen lernte ich kennen. Die Musik nimmt mich mit, auf eine Reise durch die Zeit.

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Alles ist vertraut, nur Eines nicht. In den Reihen der Musiker fehlt unser, über alles geschätzter Pianist, „Spatzi“. Wieder ein Umbruch in den Reihen der Band?… Nein, keine Angst, alles ist gut. Andreas Termine mit dem CdtD überschnitten sich diesmal und es musste für Ersatz für einige Konzerte gesorgt werden. Eine gute Empfehlung seitens des Pianisten selbst, übernahm den Part an den Tasten und überzeugte. Leider ist mir der Name des jungen Musikers inzwischen entfallen, man möge es mir verzeihen.

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Ein wunderschöner Abend mit den Klassikern, wie auch den Werken der neuesten CD nimmt seinen Lauf und begeistert nicht nur mich. Mit Bedauern stelle ich fest, daß aus persönlichen Gründen in diesem Jahr für mich der Konzertkalender auch weiterhin etwas schmal ausfallen wird. Aber gut, einige Termine werde ich schon noch wahrnehmen können, so meine Hoffnung und Vorfreude darauf.

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Das Konzert nimmt sein Ende, einige nette Gespräche mit den Freunden auch. Es heißt wieder einmal Abschied zu nehmen. Man sieht sich…!
Auf bald!!!

Fotos: René

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