Die Keimzeit-Crew „entert“ den Untergrund

Der Keimzeitliche Tourplan wies am Vormittag nach dem dritten diesjährigen Konzert eine kleine Zeitlücke auf, welche Dirk Tscherner, wie schon oft zuvor, gern dazu nutzte, mit interessierten Bandmitgliedern auf historischen Pfaden zu wandeln und interessante Orte zu entdecken. Wir waren eingeladen uns der Gruppe anzuschließen und nahmen diese Gelegenheit gerne wahr.

In einem, der Bergbautradition verschriebenen Städtchen, fiel die Wahl auf das Besucherbergwerk „Markus Röhling“, in nur 3 km. Entfernung.

Pünktlich um 11:00 Uhr fuhren wir via Grubenbahn in den Stollen ein.

Natürlich nicht, ohne uns zuvor in der Kaue mit Umhang und Helm versehen und der Bergmannstradition gemäß „Glück auf“ gewünscht zu haben.

Zügig ging es ca. 600 m ins Berginnere. Unser Bergführer, ein Mitglied des Vereins Altbergbau „Markus-Röhling-Stolln“ Fronau e.V., veranschaulichte den Anwesenden auf lebhafte, humorvolle Weise das Leben und Arbeiten der Bergleute der Region.

Dem Bergbau selbst durch generationsübergreifende familiäre Tradition verbunden, brachte er viele Anekdoten aus dem Alltag unter und über Tage zum Besten.

Geschichten, wie Die, der im Schlaf durch unterirdische Sprengarbeiten (bergmännisch auch „Schießen“ genannt) aus dem Bett gefallenen Schwiegermutter, oder be-rauschende Feierabendrituale nebst „Arbeitsbesprechungen“ mit „schlagenden Argumenten“ unter den Kumpeln, heiterten die Stimmung in der Gruppe auf.

Sicherlich konnten die harten Bedingungen, welche in den alten Gruben herrschten, häufig nur mit solch derbem Humor und nem kräftigen Schluck „Kumpeltod“ ertragen werden.

Die Demonstration der Handhabe des technischen Geräts ließ nicht nur die Bandmitglieder staunen. So Mancher hielt sich die Ohren zu, als der „Überkopflader“ angeworfen und kurz in Bewegung gesetzt wurde. Einen solch hohen Geräuschpegel erreichen Musikinstrumente bei Keimzeit-Konzerten wohl nicht. …

Besondere Bewunderung erzeugte das riesige Kunstrad, welches mit viel Engagement von den Vereinsmitgliedern originalgetreu rekonstruiert und funktionstüchtig wieder an seinen Platz im Berg eingebracht worden war. Noch jetzt ist mir unklar, wie ein solches „Ungetüm“ in seinen Einzelteilen in den Berg verbracht und dort vor Ort wieder zusammengefügt werden konnte. Hut ab vor der Leistung der engagierten Vereinsleute!

Der untertägige Maschinenraum, welcher heute für diverse Veranstaltungen wie beispielsweise Mettenschichten genutzt wird, ließ aufgrund der außergewöhnlichen Akustik den Funken einer Idee in den Köpfen der Musiker keimen. „Wie würde wohl ein kleines Konzert hier unten klingen…“

Ein Gedanke, der in meiner Phantasie längst Raum bekommen hatte und geheime Wünsche weckte. …

Nach ca. einer Stunde „Entdeckungsreise“ spuckte der Berg Musiker und Gefolge mitsamt Grubenbahn wieder aus und man verabschiedete sich wiederum mit dem alten Bergmannsgruß „Glück auf“.

Ein erlebnisreiches Zwischenspiel der Konzerttouretappe war nun beendet. Wir verabschiedeten uns kurzzeitig und die Jungs bestiegen den Bus. Die Reise ging weiter zum nächsten Spielort nach Torgau.

Bericht: Birgit

Fotos: René

Linktipp: Markus-Röhling-Stolln

 

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