Interview mit Norbert

 NorbertDas Interview von Dominik und Dirk mit Norbert Leisegang ist nun endlich online. Für alle Fans, dieses Interview wurde aufgenommen vor dem Hamburger Konzert am 15.9.2005 im Hamburger Grünspan.

Ich habe erstmal die Textversion veröffentlicht und werde in den kommenden Tagen auch das Video dazu hier reinstellen. Aber auch die Dominik hat neben dem Interview ein tolles Portrait von Norbert dazu beigesteuert.

Wenn noch jemand hier von den Fans eine Idee hat, wie ich ein 400 MB MP4 Video auf eine erträgliche Grösse schrumpfen kann, wäre ich demjenigen sehr dankbar!

Aber schaut und lest selbst.

 

UPDATE: Das Video zum Interview ist jetzt auch Online und mit 70MB auch erträglich im Download. Ihr findet es ebenfalls auf der Interview Seite.

NEWS: Wer ein wenig interessiert liest, wird ab jetzt auch in einem Beitrag von Dirk die Videos zu Nathalie und Mensch Meier finden, also viel Spass beim suchen und ansehen.

Was für eine Nacht…

Es gibt diese Abende, da passt alles zusammen. Die persönliche Stimmung, die Vibrationen, die Schwingungen unter den Anwesenden, die Location. So passiert am Donnerstag Abend, 16. September 2005. Im „Grünspan“ in Hamburg, einem alten kleinen Theater auf der Großen Freiheit, in dem Keimzeit eines ihrer vermutlich stärksten Konzerte auf der „Privates Kino“-Tour spielten.

Sechs Mannen auf der Bühne, sechs Brüder im Geiste und ein klares Ziel vor Augen: sich und uns – bitte um Verzeihung – den Arsch abzurocken. Nach allen Regeln der Kunst.

Nathalie Video

Der „Grünspan“ – keine 200 Meter Luftlinie vom Indra-Club entfernt, immerhin die Live-Wiege der Beatles, war stark besucht – und somit ein zwar präzis gerockter, aber absolut enttäuschend frequentierter Abend im Bremer „Tower“ gewissermaßen ausgebeult. Das Hamburger Publikum (von wegen hanseatisch unterkühlt) war von Anfang an heiß auf den Sechser aus Belzig, spendete kräftig bis euphorisch Applaus – auch für neue Nummern, die sich noch nicht so sehr in die Gehörgänge eingefräst haben. Die Band reagiert mit ungezügelter Spielfreude, mit Lust, Rudi Feuerbachs Gitarren-Solo in „Bunte Scherben“ beispielsweise, das war Carlos Santana in höchster Potenz. Ralf Benschu schwebte durchgehend in Höchstform durch die Arrangements. Roland Leisegang an den Drums flutscht vor lauter entfesselter Energie einmal ein Trommelstock ins Publikum, Spatz Sperling, der sich jüngst einen Vollbart sprießen lässt, kommt aus seinem soulful beseelten Dauergrinser gar nicht mehr heraus: schön – denn so sehen wir ihn am Liebsten.

Mensch Meier Video
Es ist dieses Feeling von angenehmer Lässigkeit, daß sich an diesem Abend durch das ganze Programm zieht. Die Band variiert geringfügig, aber ausgesprochen klug ihre Setlist. Zum Beispiel das anmutige „Projektil“, das in einem fulminanten E-Dur endet und fließend in das majestätische „Windstill“ (gleiche Tonart) hinüberbrandet. Ein hervorragender Effekt. Ein herausragendes Konzert.

Keimzeit-Bekannte wurden übrigens auch gesichtet: Walter Welke, der die jüngsten Platten-Cover gestaltete und einst für Palais Schaumburg ins Mikro röhrte, weilte im Publikum. Produzent Franz Plasa wiederum war zur Pop-Komm in Berlin verabredet.

Und auch das gabs: Teile des elektrofeld-teams unter Regie von T. Brumm haben sich erstmals im „realen Leben“ getroffen und zum Interview mit Norbert Leisegang verabredet – Eindruck: ein nahbarer, ehrlicher und sympathischer Zeitgenosse. Das Fazit: man muss diese Band einfach lieben. Ihre Songs. Ihre Texte. Mit ganzem Herzen.

Wer hät´s gedacht? Satiriker Wiglaf Droste schwoft zu „Kling Klang“

(gefunden in der Taz – Text von Wiglaf Droste) Berlin hatte Popkomm im Endstadium. Kollegen, die aus beruflichen Gründen anwesend sein mussten, bedauerten sich schon Wochen vorher: „Bah, all diese ekligen Dummrumsteher, die Professionalitätsdarsteller, und wie die reden, mit diesem Englisch für Kranke, aaah.“ So tönte es aus manch gutem Mann, und wer es vermochte, mied den peinigenden Auftrieb der Tim-Renner-Sorte Mensch.

In Mecklenburg schimmerte die Welt im Zustand völliger Ereignislosigkeit. Hin und wieder zwar ruckte der eine oder andere eckige Kanute über den See, aber in erster Linie war Sabbat. Im Fallada-Museum in Carwitz stieg der ehemalige Leiter der Anstalt, Manfred Kuhnke, in die Bütt und stellte sein jüngstes Buch vor: Erinnerungen an, wie es hieß, „seine Pasewalker Zeit“, klassenfahrtsanekdotengesättigt und exakt der Stoff, aus dem die Lehrerträume sind. Wer fließend „meines Erachtens“ und „hochinteressant“ sagen kann, wird auch an diesem Pasewalk on the wild side seine Freude haben.

Geräusch gab es so gut wie keines, allein der Rasenmäher sang in der Nachbarschaft mehrfach sein schrappiges Lied. Schwieg dieses akustische De-Sade-Programm, wurden die Tage mit Schlaf, Lektüre, Schwimmen im See und dem Aufessen von Pflaumenkuchen kompetent vertrödelt. Vorbildlich menschenleere, leider aber auch pilzarme Wälder ließen sich bereitwillig durchzockeln, am Abend bot der Mecklenburger Wild in landesüblich gewaltigen Quantitäten an, reichte Bier oder briet Fisch.

Plötzlich aber zuckte Ehrgeiz auf im Feldberger. Die „1. Feldberger Kneipen- und Musikmeile“ wurde aus dem Boden gestampft: In gleich acht Gaststätten der kleinen Stadt wurde Livemusik geboten, gegen die einmalige Zahlung von fünf Euro konnte der willige Mensch das alles bekucken. Im Hotel „Deutsches Haus“ brachten zwei Halunken mit dem Namen „Country Brüder“ zusammen etwa 17 Promille und entsprechendes Liedgut auf die Bühne und nöddelten „Hallo, guten Morgen, Deutschland“. Eiligkeit fuhr uns in die Füße.

Doch wurde alles gut in der „Fischgaststätte Asmuss“, wo in den letzten Jahren schon mancher schicke Fisch in mich hinübergewandert war. Hier spielte das Trio Fieldmountain um den Bassisten Reiner „Charlie“ Stöhring und ließ alle Popkommhaftigkeit von Feldberg abfallen. „Kling-Klang“ von Keimzeit ertönte, auch Lindenbergs großer Satz „Ich geh mit dir durch dick und dünn, aber nicht durch dick und doof“, und dann wurde ein Traum wahr: Wenn Verwandte mich als Siebzehnjährigen mit der Frage genervt hatten, was ich denn einmal „beruflich machen“, respektive also „werden“ wolle, hatte ich pubertär-pampig zur Antwort gegeben: „Eintänzer in der Fischbratküche!“

In der „Fischgaststätte Asmuss“ in Feldberg, zur Musik von Reiner „Charlie“ Stöhring und Fieldmountain, wurde ich es: Eintänzer in der Fischbratküche. Zu den Klängen des dampfenden Rock ’n‘ Roll schwang ich meinen wuchtigen Leib und den zarten Körper der Süßen hin und her, bis auch andere der pulsierenden Rhythmik der Band nicht mehr widerstanden. Ausgepumpt und glücklich ließ ich mir eine Feldberger Fischsuppe geben und schickte in Gedanken einen Gruß nach Berlin: Pop, komm du mir na‘ Hause!

Keimzeit: Hamburg Grünspan 15.9.2005

Nun ist es endlich so weit, am 15.9. werden Keimzeit endlich wieder in Hamburg spielen – im Grünspan, einer der besten Live Locations in Hamburg. Jeder von Euch, der am Donnerstag noch nichts vor hat ist hiermit aufgefordert sich ins Auto zu setzen und ab nach Hamburg auf das Konzert!

Gruenspan

Auch ein Teil der Elektrofeld Crew wird vor Ort sein und u.a. ein Interview mit Norbert erstellen aber natürlich wird es auch die obligatorischen Konzert Fotos wieder geben. Also, ein wenig Geduld wenn Ihr es nicht selbst auf das Konzert schafft, am kommenden Wochenende werdet Ihr wieder viele News über Eure liebste Band bekommen.

KEIMZEIT beim „Fest der Finanzen“

Kleine Nachbetrachtung zum Konzert in Königs Wusterhausen

Am Freitag, dem 2.09.2005 spielten KEIMZEIT zum „Fest der Finanzen“ auf dem Gelände der Fachhochschule für Finanzen in Königs Wusterhausen. Durch Internetrecherchen war bekannt dass das Fest schon um 18:00 Uhr beginnen sollte. So beeilte sich der von weit her angereiste Besucher um kurz vor 18:00 Uhr Einlass an der Pforte zur Hochschule zu bekommen. Diese war auch schnell überwunden und schnurstracks auf dem weitläufigen Gelände den Veranstaltungsort gesucht. Dies gestaltete sich zunächst schwierig da der falsche Weg eingeschlagen wurde. Nun gut der Weg nach rechts führte nicht zur Bühne dann eben links. Vorbei an einem Parkplatz und dem Zelt vom Roten Kreuz zeigte sich auf einer Freifläche eingerahmt von hohen Kiefern die Bühne aus der Ferne. Bloß was war da los, nur eine Handvoll Menschen und eine leere Bühne war zu sehen. Man machte sich so seine Sorgen. Auch das allseits bekannte gelbe Zelt von Keimzeit war noch verwaist. Zum Glück aber nicht lange und so erfuhr man das KEIMZEIT erst viel später spielen sollten nach 20:00 Uhr. Aufatmen.
Um 18:30 begann eine örtliche 13 köpfige Trommeltruppe mit ihrem Spiel vor der Bühne und bekam auch ihren Beifall. Die musikalische Einstimmung für diesen Abend. Eine halbe Stunde später betraten der Veranstalter des Festes und der Bürgermeister von Königs Wusterhausen die große Bühne. Dieser hielt eine kurze Rede und gab anschließend die Bühne frei für Fabian Sonnentau und Band, den Fans sicher unter dem Namen S.A.M.T. bekannt. Sie spielten ca. eine Dreiviertelstunde sehr guten Deutschrock und unterhielten das Publikum wunderbar. Einige Regentropfen ließen befürchten das es noch ein feuchter Abend werden sollte, aber das bewahrheitete sich dann auf andere Weise, denn der Regen ließ nach bzw. verschwand ganz.
Gegen 20:45 Uhr erschien die Band auf der Bühne auf die wohl alle schon sehnsüchtig gewartet hatten. KEIMZEIT. Was soll man sagen wie immer ein wunderbares Konzert, aber das kennt man ja nicht anders. Leider war es viel zu schnell vorbei.

Neue Videos online!

Auch dieser Beitrag kam nur dank der tollen Hilfe von BirgitB zustande und ich möchte mich hiermit nochmals herzlich bei Ihr bedanken! Jetzt neu in auf elektrofeld.com sind ein paar Videos von Keimzeit aus diversen TV Auftritten zu finden.

GiGa

Der Auftritt von Keimzeit bei GIGA TV, welcher von traumhaft „dummen“ Moderatoren begleitet wurde und bei dem so irgendwie nix zusammenpasste.

MDR

Aber auch der Bericht bei MDR ab 4 ist dank Birigt hier nun online zu finden welcher einen tollen Einblick in altes Video Material der Band gewährt aber auch einen „Live“ Höhepunkt mit Paul hat.

Paul

Und als letzten Beitrag: KEIMZEIT/Norbert und der Bundesgerhard auf der Vedröffentlichung der CD gegen Rechts (wir berichteten bereits!). Ein Video vom RBB welches auf der Pressekonferenz gefilmt wurde, wo unter anderem Smudo von Fanta 4 und natürlich auch Norbert und Gerhard Schröder anwesend waren.

Schroeder

Viel Spass beim ansehen der Videos (PS: die Videos sind teilweise recht gross, daher bitte ich um ein wenig Nachsicht, wenn es ab und an etwas länger dauert, bis die Videos geladen sind.

Impressionen eines Stadtfestbesuchs, oder: wie KEIMZEIT. das Hennigsdorfer Stadtfest aufmöbelte

Dieser Beitrag wurde uns von Birgit B. zugesandt. Vielen Dank dafür.


26. August 2005 – eigentlich hatte ich vor, diesen Tag aus dem Kalender zu streichen, mich in die dunkelste Ecke meiner Wohnung zu verkriechen, mit dem fragwürdigen Ziel, einfach nur auf sein Ende zu warten. Aber dann… kam alles anders: – KEIMZEIT in Hennigsdorf!!! – Der Tag ist gerettet! Schluss mit Trübsal und hinaus ins „Grüne“!
Schön, dass es Internet gibt. Die notwendigen Informationen waren nach einigem Suchen eingeholt und es ging quer durch Berlin zum ersehnten Ziel.

Auf der Festmeile angekommen, schlenderten wir an diversen Losbuden, Süßkramständen, Imbiss- und Bierständen und „Plüschtier-Greifautomaten“ vorbei, bis zu einem größeren Platz mit Kettenkarussell und Bühne. Doch, was war das?! Tische und Bänke davor, an denen sich Menschen tummelten, welche im überwiegenden Falle das 65. Lebensjahr schon längst überschritten hatten. Waren wir hier wirklich richtig? Doch dann: bekannte Klänge von der Bühne (– Soundcheck -) und der Tourbus von KEIMZEIT ward auch schon gesichtet. Also doch richtig! Juhuuu!
Zugegebener Maßen waren wir ja auch etwas früh dran, das Fest wurde erst gegen 18°°Uhr offiziell mit der Ansprache des Bürgermeisters eröffnet. Diese wurde von einigen Jugendlichen (überwiegend männlichen Geschlechts und schon in etwas fortgeschrittener Verfassung) mit lautem Gegröhl begleitet. Sie waren wohl einzig wegen des angekündigten Freibieres gekommen, welchem sie dann auch rege zusprachen, bis das Fass innerhalb von Minuten geleert war. Zwei ältere Herrschaften in unserer unmittelbaren Nähe beteuerten sich gegenseitig: „Na ja, so ist sie nun mal, die heutige Jugend!“ – „Ist sie eben nicht!!!“ begehrte es in meiner Tochter auf. Ihre Mine verdüsterte sich zusehends und unsere Stimmung tendierte gegen Null, was zusätzlich dem Umstand geschuldet war, dass es anfing zu tröpfeln und ziemlich unangenehm frisch wurde.
Nach einer warmen Tasse Milchkaffee hob sich unsere Stimmung wieder etwas und wir wagten einen erneuten Versuch in die Nähe der Bühne zu treten. Die Sonne gab sich inzwischen auch redlich Mühe, den Abend etwas zu erhellen, wenngleich es immer noch ziemlich kalt war.
Vor der Bühne hatte sich inzwischen auch einiges getan. Es formierten sich zwei Blasorchester, links grün, rechts grau gekleidet, welche abwechselnd die annähernd gleichen Weisen spielten. – Aha, Vorprogramm! Verstehe… –
Dem oben schon erwähnten Publikum gefiel`s und ein „Pärchen“ schwang dazu sogar das Tanzbein. Irgendwie wurde ich unvermittelt an einen bestimmten Keimzeit-Song erinnert….
Die Krönung brachte dann noch ein Sangesbruder, welcher voll Inbrunst die Zeilen zum Besten gab: „ trink jeden Tag ein Glas Bier, aber nur eins und nicht mehr. Denn Bier ist ein Gebräu das gibt Kraft und macht schwer …“ so, oder so ähnlich jedenfalls. Nun waren wir komplett aus dem Häuschen und fast geneigt „Zugabe“ zu rufen, was uns dann allerdings doch zu peinlich war.
Mit der „Märkischen Heide“ war dann der Zauber endlich vorbei und die „Rentner-Fraktion“ begab sich so langsam auf den Heimweg, von wenigen Ausnahmen abgesehen.
Es ging inzwischen langsam auf 20°°Uhr zu und der Platz füllte sich mit Menschen, welche alle nur ein Ziel zu haben schienen: KEIMZEIT !!! Vom Baby bis zur Oma (wie gesagt, einige waren noch da) war alles vertreten und es hieß jetzt für uns, langsam gute Plätze zu sichern. Wir waren nicht allein!!!
–Natürlich nicht!!! –
Neben uns erschien ein junges Pärchen, unschwer als KEIMZEIT-Fans zu erkennen (Sie trugen ihre Gesinnung an den Leibern). Alsbald unterhielt sich der junge Mann mit einem Freund (wohl von der noch unwissenden Fraktion) über das bevorstehende Konzert. Dabei gab er einen kurzen Anriss der Bandgeschichte und neueren Entwicklung. Na, da hatte wohl jemand das Buch gelesen! … Gut so!

20°°Uhr – es war soweit. Die ersten Bandmitglieder betraten die Bühne. Applaus und Jubel von den Rängen. Die Musiker begaben sich an ihre Instrumente und es trat langsam Ruhe ein.
Das Erscheinen Norbert `s wurde von den Meisten scheinbar erst registriert, als er sich mitten auf der Bühne postierte. Dann natürlich mit doppeltem Beifall!
Souverän wie immer begann die Band ihr Entree mit „5 Sekunden“. Leider war es zu diesem Zeitpunkt noch etwas zu hell um die richtige Stimmung aufkommen zu lassen. Aber dies sollte sich in den nächsten Minuten noch grundlegend wandeln.
Die Musiker schienen „gut drauf“ und hatten sichtlich viel „Spaß bei der Arbeit“. Wir, in den unteren Rängen, hatten nicht weniger Spaß. Beginnend mit einigen Songs des neuen Albums nahm uns KEIMZEIT mit auf eine Zeitreise durch das gesamte Schaffen der Band.

Bei „So“ stellte sich bei mir wieder einmal ein gewisser „Gänsehaut-Effekt“ ein (ist dies doch das Stück, mit dem für mich vor einigen Jahren alles begann). „Millionen Blüten“ verzauberten uns und wir wurden mit einem „Schiff aus schäbigem Holz“ nach „Singapur“ verfrachtet. Spätestens bei „Kling-Klang“ konnte nun wirklich keiner mehr den Mund halten. Es wurde mitgesungen was das Zeug hielt. Dieses Lied kennt ja nun Jeder!
„Mama“, von Rudi gesungen, gefiel ganz besonders den Kleinen. Die versuchten unentwegt Klimmzüge am Bühnenrand und hüpften wie wild umher.
Ralfs Saxophon-Soli wurden mit tosendem Beifall bedacht. Einfach genial! Aber, nur kein Neid, Norbert, – auch Gesang ist was Tolles!!!
Besonders gespannt war ich auf „Mensch Meier“. Hatte ich von diesem Stück bisher ja immer nur gelesen. Ich muss schon sagen: wirklich grandios! Dat rockt ja richtich, Mensch!
Auch der alte Carpenters-Song als „deutsch“-Cover „Nah bei Dir“ – sehr schön interpretiert. Mir tun heut noch die Finger weh, vom Schnipsen….
„Nathalie“ (allseits geliebt) durfte natürlich auch nicht fehlen und wurde von der Band wieder einmal sehr originell parodiert. Besonders der „falsche Ton“ wurde mehrmals perfekt getroffen.

Leider ging der Abend auch hier viel zu schnell zu ende. Daran änderte auch die Zugabe nichts. Wir haben viel getanzt und unentwegt mitgesungen. Man möge uns einige kleine Textunsicherheiten verzeihen. Wir arbeiten dran!

Ob mir der Abend gefallen hat? – Was für `ne Frage! – Na klar! Hat er mich doch vergessen lassen, dass auch ich an diesem Tag der „Rentner-Fraktion“ wieder ein Jahr näher gekommen bin.

Danke KEIMZEIT

Wir sehen uns wieder! Und das bestimmt nicht nur noch ein Mal!

Kommst Du mit ins Private Kino?

Eine private Rückblende aufs jüngste Album von Dirk Hardegen

>Privates Kino< hätte ein reines Rockalbum werden sollen. Hart, schnell, kompromisslos und das durchgehend – keine Ausnahme, keine Gefangenen. So hat es Norbert Leisegang dem Publikum wiederholt bei der aktuellen Tournee erklärt.

KinoKeimzeit kurios? Keineswegs. Schließlich war die Produktion des >Kinos< so etwas wie die letzte Nagelprobe für einen neuen Mann an der Gitarre – Rudi Feuerbach, der nun auch im Studio seinen Einstand geben sollte. Es liegt nahe, dass der feurige – zumal junge – Feuerbach mit frischen Licks und frischer Power das Projekt insgesamt beflügelte und anheizte: Mensch Meier, machen wir doch ne Rockscheibe!

Dass es in dieser Konsequenz doch nicht dazu kam (und mancher Fan wird wohl nicht böse sein), ist offenkundig dem vorliegenden Songmaterial geschuldet, das mitunter eine dogmatische Up-Tempo-Behandlung nicht gut vertragen hätte. Man stelle sich vor: Songs a la „Mailand“, „Vor den Ferien“ oder auch der Titeltrack in all ihrer verträumten Major-7-Akkord-Melancholie als schwitzende Rocker?! Lieber nicht.

Rudi

Vielleicht setzte sich auch die Ansicht bei Musikern und Produzenten durch, dass vielfach die Mischung ein gutes Album ausmacht – die Balance zwischen Groll, Schwermut und Entzücken, die sich eben auch in musikalischer Buntheit ausdrückt.

Jedenfalls tummeln sich neben Rock´n´Roll ebenfalls im >Privaten Kino< : elektrischer Walzer („Leicht bemerkt“), eine Spoken-Lyrics-Miniatur („Blut der ersten Sonnenstrahlen“) sowie diverse Nummern in moderatem Tempo, beispielsweise „Tage ohne Sex“ (das nebenbei auch einen vorzüglichen Albumtitel abgegeben hätte).

HartmutAlso doch alles beim Alten? Die bewährte Keimzeit-Mixtur, vielleicht mit einer Extra-Prise Rock? – Nicht ganz. Denn textlich bringt das Album einen neuen Zungenschlag. Chef-Schreiber Norbert Leisegang experimentiert mit einem bis dato so von ihm nicht gehörten Tonfall: mit ironischer Anmache, mit augenzwinkernden Angriffen, mit Schmäh.

Folgerichtig verlässt er dafür seinen assoziativen, poetisch verbrämten Dichtstil (der ja immer auch Spielraum für Interpretation lässt) und setzt stattdessen auf zupackende, direkte, plakative Zeilen, an denen es aber auch gar nichts zu deuteln gibt.

„Paul“ schüttelt den gleichnamigen Eifersuchtsbolzen heftig am Kragen. Uns, den Zuhörern, fällt der „Vorhang“ vor die Füße, wenn uns das Gehörte nicht auf Anhieb behagt. „Ganz normale Frauen“ und „Rentner“ bekommen eine doppelte Portion Fett weg.

Vor allem die beiden letztgenannten Lieder ernten denn auch nicht nur Beifall. Motiv der Kritik: so konkret die Songs in ihrer Aussage sind – so allgemein und undifferenziert bleiben sie in ihrer Ansprache. Wer nun aber sämtliche Frauenköpfe über einen Kamm schert, wer pauschal alle Alten nervig nennt, der textet auf dünnem Eis.

Spatzi

Die „Ganz normalen Frauen“ wollen zwar auf dem letzten Meter in der allerletzten Strophe noch die Kurve kratzen, wenn sich der Spott zur Liebeserklärung wendet. Bloß kriegen das, naja, sagen wir mal emanzipiert bewegte Seelen im Zweifelsfall gar nicht mehr mit. Die haben da längst schon den Song weggeskipt.

Das zu erwartende ´Graue Panter´-Gebrüll wegen der „Rentner“-Schelte wiederum, pflanzte immerhin ein paar hübsche Stilblüten in den Blätterwald. Pseudo-erboste Schlagzeilen. Aber: Norbert Leisegang relativiert die Schärfe des Textes inzwischen auch bei Live-Gigs, wenn er augenzwinkernd absagt: „… bin selbst bald soweit“.

NorbertEs gibt auch selbstironische Töne auf dem Album: mit dem offenbar autobiografisch gefärbten Text von „Sängerin“ nimmt sich der Schöpfer selbst auf die Schippe. Schließlich mutiert der Vokalist – einst der nette Mugge-Kumpel von nebenan – zur abgehobenen Diva, zur Sängerin.
Diese stolziert musikalisch im stoischen Rock daher, der durch die Wiederholung der Refrain-Zeile mantra-artiges Flair atmet. Die Gleichförmigkeit ist aber auch das Risiko der Komposition; man hat den Track rasch intus. Rudi Feuerbachs extrem dissonanter Akkord zum Schluss (ein E9minus) schickt die Monotonie in den Schredder. Wer hätte gedacht, dass ein derart fieser Akkord so wohltuend wirken kann?
Überhaupt: die Feuerbachsche Gitarre schwirrt metallisch, wie eine indische Sitar – nach der „Karawane“ vom Vorgänger-Album wieder ein Ausflug in exotische Klang-Gefilde. Und aus Hartmuts Bass-Riff klingt eine kleine Hommage an die Beatles heraus („Taxman“).

Produktionstechnisch schimmert noch mal ein Pilzkopf durch: in „Privates Kino“ verpasst Produzent Franz Plasa Norberts Stimme jenen Badezimmer-Echo-Effekt, der auch John Lennons Solo-Werke in den 70ern charakterisierte. Die Nummer wirkt insgesamt etwas düster, traurig und kraftlos. Warum die Studiofassung Ralf Benschus formidables Sax-Solo ausspart, das den Song live aus seiner bleischweren Trübsal heraus lotst, bleibt ein Rätsel.

Franz

„5 Sekunden“ lässt uns hinter den Vorhang linsen. Keimzeit Backstage. Letzte Handgriffe, Stress und vor allem Spannung unmittelbar vor der Show. Roland Leisegang lässt sich von alledem nichts anmerken, er bearbeitet seine Drums mit der Präzision eines Uhrwerks und Andreas Sperling winkt am Piano souverän zu den (überbewerteten) Kollegen von Coldplay herüber. Die Halbtonschritte in den Akkorden reflektieren spürbar die Spannung des Textes. Auch live ein Opener nach Maß.

RalfRudi Feuerbach bringt zu seinem Studio-Einstand gleich zwei Kompositionen mit: „Frauen“ und „Ferien“. Der erste Track bietet einen witzigen, aufschaukelnden Gitarren-Tremolo-Effekt, kommt ansonsten aber etwas steif und ungelenk rüber, eine Spur zu Schrammel-rockig.
Die „Ferien“ hingegen duften luftig und leicht, es ist die ungleich reizvollere Komposition und definitiv einer der schönsten Momente im >Privaten Kino< . Wer bei Rudis Slide-Gitarre nicht zergeht, wie ein Butterwürfel in der Ferien-Sommer-Sonne, ist vermutlich schon tot.
Ralf Benschu tupft geschmacksicher Querflöten-Läufe ins Bild, einer seiner spärlichen Auftritte auf der (vermeintlichen) Rockscheibe.

„Blut der ersten Sonnenstrahlen“ erinnert in seinem Strickmuster an „Zukunft“ (von >Smart und gelassen warten< ) – die gezupfte Akustikgitarre ist tempomäßig nicht ganz sauber geloopt, möglicherweise ein gewollter Irritationseffekt. Textlich packt Norbert Leisegang all seine poetische Verve, die er sich bei den Rockreißern verkneift, nun doppelt in den Track. Und der schrammt knapp an der Überladungs-Grenze vorbei.
Da hilft auch der sehr ausgiebige Dreh an der Effektkiste wenig, obwohl der Schlumpf-stimmige Mini-Nobbi natürlich schräg klingt und dem übergroßen Text-Pathos ein wenig ans Schienbein kickt.

„Tage ohne Sex“ sind ist da auf Anhieb nachvollziehbarer für den Zuhörer – sei er nun konkaver oder konvexer Natur. Musikalisch kommt auch diese Komposition etwas träge daher, trifft damit aber ganz gut das Flair, dass solche ungelebten Tage umweht.

Roland

„Leicht bemerkt“ schunkelt in seiner Drei-Viertel-Seeligkeit schwer dahin – die Instrumente klingen um eine Nuance verstimmt und sogar die Trommeln werden durch den Flanger gejagt. Ein eigenbrödlerisches Lied über einen Eigenbrödler. Im gesprochenen Part webt Norbert gar eine Portion ägyptische Mythologie mit ein: die Kreatur mit dem Kopf eines Hundes spielt offenbar auf die Gottheit Thot an, die als Hüter der göttlichen Ordnung und der Rituale und des geheimen Wissens galt. So einer kann sich im Kreise der Selbstdarsteller natürlich nicht amüsieren.

„Paul“, nimm den Druck raus. Glücklicherweise nimmt die Kapelle den Druck rein. Ungestüm, gleichzeitig sehr lässig wird hier gerockt. Gewiss ein ganz neuer Musik-Gestus für Keimzeit – die (zumindest auf den Plasa-Platten) doch meist kontrolliert und akkurat klingen. Ein Ansatz, den die Band mit „Mensch Meier“ (so, wie sich der Song jedenfalls live anlässt) offenbar fortzusetzen gedenkt. Gut so.

Und nun geht’s hinter die Raststätte. Nach „Mailand“. Wo die Band komplett alles im Griff hat. Und ganz großes Kino liefert. Bass und Gitarren kommen von der ersten Sekunde zwingend, fein Hendrix-ornamentiert, der Groove ist relaxt (nicht träge!!) und schiebt sich einem schwelgenden Refrain entgegen, den man am Liebsten ewig hören möchte.
Und wenn dann noch Feuerbachs Gitarre klebrig, sämig über die letzten Refrains herüberträufelt und all die Sehnsucht mit süßen Slides potenziert… ist das: cinemascope total, die Leisegäng at it´s best. Und mir fällt kein zweiter Sänger ein, der diese fabelhafte Komposition mit jener melancholisch-elegischen Note so anrührend auf den Punkt singen könnte. Einzigartig. Herausragend. Bezaubernd. Jetzt schon ein Keimzeitklassiker.

Norbert

Zu guter letzt fällt der „Vorhang“. Und noch einmal thematisiert sich die Band und ihre Befindlichkeiten selbst (auch das gab es so gehäuft noch nicht). Trotz des harschen Tonfalls im Text ein ganz versöhnliches Finale – denn glücklicherweise haben wir alle etwas in diesem >Kino< für uns entdecken können. Nach dem rockigen Auftakt kommt Roland an der Schießbude noch mal ganz stark nach vorn und klopft den vertrackten Beat der Strophe leger und überlegen. Warum darf sich der Mann nicht öfters austoben? Die Band bekommt den kniffeligen Wechsel zwischen bratzigem Rock und dem filigranen Funk bestens hin – auch live, wo der Song dank kleiner Textvariante ebenfalls funktioniert: ´denn der Abend geht zu Ende´.

Also Ende der Vorstellung im >Privaten Kino< . Die CD wandert zurück in die Verpackung. Schwarz-weiß ist sie, trotz Strahlemann Norbert im Bild, wirkt auch sie zu düster. Ein Frontmann allein in Großaufnahme, dazu der egozentrische Albumtitel, das hat ein bisschen was von: Soloscheibe. Was natürlich quatsch ist. Und doch: mit seinen unglücklichen Ironie-Experimenten hat Texter Norbert eine an sich reife Bandleistung ganz im Alleingang angreifbar gemacht. >Privates Kino< ist ein gutes Album. Nicht ihr bestes.

KEIMZEIT und CITY am Stausee in Kelbra

Keimzeit mit City on Tour

Der Himmel versprach nichts Gutes. Grau in Grau lag er über dem Stausee von Kelbra und öffnete auch gelegentlich seine Pforten. So manch ein Besucher schaute skeptisch nach oben, sollte der Abend ins Wasser fallen?

Dann die erste Überraschung, ein Plakat neben der Eingangstür verkündete KEIMZEIT sollte zusammen mit CITY auf der Bühne stehen. Man hätte es erahnen können, die gehäuft auftretenden Menschen mit Kopftüchern auf dem Parkplatz können kein Zufall sein.

Um Punkt 19.30 Uhr wurden die zahlreich vor der Bühne oder dem Bierwagen stehenden Besucher durch kräftige Bässe aus den Boxen wachgerüttelt. Bekannte Klänge waren da zu hören. KEIMZEIT betrat die Bühne und starteten mit „5 Sekunden“ in den nicht ganz so sommerlichen Abend.

Die Stimmung war super, was bei einem gemischten Publikum mit Anhängern der jeweils favorisierten Band nicht selbstverständlich ist. Man war locker drauf und amüsierte sich prächtig.

Das Programm war wie immer bunt gemischt. Der Herrgott erhörte wohl gelegentlich Norbert bei Zeilen wie „ … Millionen Blüten auf ihrer Brust, verlangen einen Regenschauer…“, zum Glück nur ein paar Tropfen.

„ … und der Wind weht Wolken daher, er wühlt den See auf… “, ganz so schlimm wurde es dann doch nicht. Spatz´s „See voller Tränen“ war mal wieder ein besonderer Genuss.

Die Coverversion des Ton Steine Scherben Songs „Mensch Meier“ in seiner ureigenen keimzeittypischen Art rockte von der Bühne bis hinunter ins Publikum. Wir dürfen gespannt sein auf die bald erscheinende CD.


Nach zwei Stunden erklang dann leider schon das letzte Stück. Der erste musikalische Teil des Abends war gelaufen, der eine Teil des Publikums sicher enttäuscht das „ihre“ Band nun die Bühne verließ, der andere Teil in freudiger Erwartung.

Eine halbe Stunde Umbaupause später betraten gegen 22.00 Uhr mit einem Lichtspektakel Toni Krahl und seine Mitstreiter, mit einem Wort CITY, die Bühne.

Die Stimmung war natürlich sofort wieder auf einem Höhepunkt und CITY ließ auch ihre Klassiker nicht aus.

Mit einem Feuerwerk und Konfettikanonenregen auf der Bühne wurde so mancher Nicht-CITY Kenner das ein oder andere Mal aufgeschreckt, aber das ist bei CITY-Konzerten völlig normal. Wer schnell genug war konnte auch eines der CITY-Bonbons erhaschen, zu Schlägereien kam es deswegen aber nicht.

Die 2 Stunden CITY-Konzert vergingen natürlich ebenso schnell wie die zuvor von Keimzeit und so mussten sich gegen 0.00 Uhr Fans und Band verabschieden.

Im Anschluss gab es noch die Möglichkeit sich Autogramme seiner Lieblinge zu holen oder den Merchandising-Stand zu plündern. Diese Chance wurde auch rege wahrgenommen.

Danke noch mal an Rudi für das Kurzinterview. Wir machen dann den Rest wie abgesprochen, bitte nicht vergessen.

Cathl. :-)

Keimzeit Fan Community