36 Grad

und es wurde immer heißer.

So könnte man das Konzert von 2raumwohnung kurz umschreiben.

Aber der Reihe nach.

Die Band um Inga Humpe hatte in den Stadtgarten zu Erfurt geladen.

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Der Name Humpe weckt Erinnerungen an die 80´er. Damals noch als Duo mit ihrer Schwester Annette als Humpe&Humpe unterwegs. Auch die Bands Neonbabies oder DÖF sind vielen sicher noch ein Begriff.

Einige Zeit wurde es still um Inga bis sie 2000 wieder musikalisch von sich reden machte.

Gemeinsam mit Lebensgefährten Tommi Eckart gründete sie die Band 2raumwohnung.

Pünktlich 19 Uhr wurde Einlass gewährt. Schon zuvor hatten sich draußen zahlreiche Fans versammelt und tauschten vergangene Konzerterlebnisse aus.

Beim Eintritt in den Saal schwebten dem Besucher schon sanfte Nebelschwaden entgegen, ein Vorgeschmack auf einen sicher schönen Abend.

Nun bis zum Auftritt des Supports war noch eine Stunde zu überbrücken, jeder tat das auf seine Weise. Der Merch-Stand wurde schon einmal beäugt, die trockene Kehle versorgt oder ein nettes Gespräch geführt.

Fast auf die Sekunde 20 Uhr war es dann soweit. Malakoff Kowalski betrat die Bühne. Ein ungewöhnlicher Bandname. Ich musste mich auch erst schlau machen. Früher war Kowalski (mit richtigen Namen Aram Pirmoradi) als Duo Jansen & Kowalski recht erfolgreich. Aber an diese Zeit möchte der Musiker heute nicht mehr erinnert werden, das sagt er auf seiner Webseite auch ganz offen.

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Den Stil seiner Musik kann ich schwer einordnen, er selbst sagt dazu „Krautrock. Herz, Nerv, Psych und Designer-Garage.“

Das trifft es wohl ganz gut, gerockt hat er und seine Band jedenfalls. Das Publikum war doch sichtlich angetan. Und er wohl auch vom Publikum, und vom Saal. Er könnte, und tat es auch kurz, ohne große Verstärker einfach nur so singen. Aber dann griff Herr Kowalski doch wieder zum Mikro.

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Verdienter Applaus beendete den ersten Liveact des Abends.

Die obligatorische Umbaupause später war es dann endlich soweit. Zunächst nur einige Töne aus den Boxen, Nebel und düsteres Licht.

Dann betrat Inga und Band die Bühne und der Saal war förmlich aus dem Häuschen.

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Das Repertoire aus alten und neuen Stücken überzeugte. Immer wieder vertraute Klänge.

Auch der nicht MEGA-Fan und Dauerkonzertbesucher ist erstaunt wie viele Ohrwürmer diese Band in den vergangenen Jahren produziert hat. Ich zähle mich selbst zu dieser Spezies.

Aber auch gerade die Titel der letzten CD „Lasso“ brennen sich fest im Kopf.

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Live ist diese Band einfach fantastisch. Diesen Beats ist man hilflos ausgesetzt.

Das Publikum genoss aber ganz offensichtlich diese Hilflosigkeit. Je später der Abend wurde und je näher das Ende rückte um so ausgelassener wurde die Stimmung. Der Saal kochte förmlich.

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Da war natürlich auch eine Zugabe drin, die mit „Rette mich später“ und „36°“ genau zum richtigen Zeitpunkt dieses Konzertes kam.

Denn im Saal waren es bestimmt 36°, und es wurde noch heißer. Beim großen Schlussapplaus.

Bericht und Fotos: René

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