18. Hamburger Blues Celebration – 4.2.11

Für Hamburg die 18. für mich die erste Blues Celebration. Freitagabend tummelten sich Menschen aller Altersgruppen vor der Fabrik in Hamburg Altona. Musik war mal wieder Auslöser dafür.

So genau hatte ich keine Ahnung, was mich erwarten würde. Nur die Schwärmereien meines Kollegen Volker klangen noch im Ohr. Wir suchten uns gute Plätze dicht an der Bühne. Neun Uhr ging es los mit der Ankündigung, der Kalifornier Dave Goodman würde nun mit seiner Gitarre auf die Bühne treten. Allein dieser machte nur mit seiner Gitarre und seiner Stimme schon einiges her und so versprach es, ein kostbarer Abend zu werden.

Nach einigen Titeln bot er zu sich auf die Bühne Martin Röttger am Cajon und Steve Baker an Mundharmonika. Von nun an war ich hin und weg. Unglaublich, was für ein Schwall an Musik aus nahezu drei Instrumenten kommen kann. Allesamt Meister ihres Instruments und einmalige Typen. Nach einer kleinen Pause meldete sich der aus den USA stammende Musiker Tom Shaka an. Jetzt auf jeden Fall stehen bleiben und tanzen, riet Volker. Auf die Bühne trat ein grauhaariger Blues-Veteran mit Schnauzer und Pferdeschwanz samt Gitarre und Mundharmonika, nahm sich einen Stuhl, setzte sich und begann zu spielen.

Tom Shaka ließ nicht nur bei seinem „Russian Blues“ die Finger so schnell über die Saiten seiner Gitarre fliegen, dass ich mit den Augen nicht hinterherkam. Diese Musik, die er allein machte war wie Wind der einem um die Ohren weht, wenn man vorfreudig am Strand steht, endlich das Segel zu hissen. Tanzen war garantiert. Die Stimme ein Orkan. Einmalig.

Nach einer weiteren Pause, um den Flüssigkeitshaushalt wieder auszugleichen, beehrte uns nun endlich, auf ihn hatte ich mich ehrlich am meisten gefreut, Abi Wallenstein. Gemeinsam mit Martin Röttger und Steve Baker sind sie Blues Culture und schenkten uns ihren wunderbaren Blues, der uns tanzen und träumen und lachen und für ein paar Stunden den Alltag vergessen ließ.

Abi Wallenstein wirkt wie ein Licht, wenn er auf die Bühne tritt. Nicht eine Sekunde verschwindet das Lächeln aus seinem Gesicht. Er versprüht eine solche Spielfreude, dass es einen ansteckt und man aus dem Grienen nicht raus kommt. Als großes finale Geschenk an diesem Abend holten Blues Culture zusätzlich Dave Goodman und Tom Shaka zu sich auf die Bühne.

Da stand sie nun, die Garde der Bluesmeister, jeder charmant auf seine Art und Weise und sie spielten sich, wie sagt man so schön, die Seele aus dem Leib. Sie zelebrierten den Blues, die Musik, ihr Leben, ihre Luft zum Atmen. Wie ein Meer, dessen Wellen auf einen einschlagen zog mir diese geniale Musik an diesem Abend den Boden unter den Füßen weg.


Wie könnte ich es besser beschreiben in drei Worten als ein Engländer neben mir, der mir unentwegt „So fucking geil!“ ins Ohr brüllte. Recht hatte er ja. Nach einigen Zugaben und nach vier Stunden handgemachter Musik und Mittanzen fuhren wir gegen halb zwei erschöpft aber glücklich nach Hause. Dank an die Musiker für dieses Erlebnis und Dank an Volker und Hanne für den Tipp!

Bericht: Dominik
Bilder: Dominiks iPhone

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