Abi hat den Blues

Der Name war ein Begriff: „Vater der Hamburger Blues-Szene“, doch gehört hatte ich ihn noch nie. Wenn ich auf irgendwelchen Konzerten war, kündigten Plakate anstehende Konzerte von Abi Wallenstein an.
Mein Kollege Volker schwärmt, seit ich ihn kenne von Abis Sessions. Volker hatte mir die Freude bereitet und auf meinen Tipp hin nun schon zwei Mal Keimzeit in der Markthalle besucht. Jetzt wollte ich auch mal die Musik hören, die ihn so begeistert.
Vergangenen Donnerstag nun gab es ein Konzert for free bei der Wein Skala im EKZ Hamburg Mundsburg. Auf den letzten Drücker dort eingetroffen, wurden wir sofort begrüßt von erdigem Blues und einer authentischen Bluesstimme. Neben Abi Wallenstein standen auf der Bühne am Schlagzeug Martin Röttger und  Günther Brackmann am Piano – beide beherrschten ihre Instrumente fabelhaft und so war es ein Genuss sie beim Spielen zu sehen und zu hören.
Ich hatte mir Abi Wallenstein äußerlich immer ganz anders vorgestellt. Dieser Mann scheint eine Frohnatur. Ein 63 jähriger, schlacksiger Typ. Die Mütze burschikos ins Gesicht gezogen, ein freudiges Lächeln und funkelnde Augen ließen ihn wie einen kleinen schelmischen Jungen wirken. In der ersten Pause begab der Künstler sich ins Publikum, begrüßte alte Freunde und Fans wie ein Kumpel von nebenan. Diese offene und herzliche Art beeindruckte mich sofort. Nach der Pause kämpften wir uns durch die Zuschauerschar nach vorn an die Bühne.
Direkt davor, als wäre es üblich, hatten die Zuschauer einen Tanzplatz gelassen. Amüsant anzusehen waren die tanzenden Menschen aller Altersgruppen. Ein Altrocker mit Krücken rockte herrlich, er hatte gerade erst seine Meniskus-OP hinter sich. Zwischendurch erholte er sich in seinem selbst mitgebrachten Campingstuhl. Auch ich konnte mich nicht lange halten und ließ Arme und Beine sich zur Musik bewegen. Zum Schluss gab’s noch ein Foto mit dem Künstler für mich. Am 4. Februar spielt Abi in der Fabrik in Altona. Mein Tipp also, wer Zeit hat schaut rein. Ihr werdet es nicht bereuen!
Bericht: Dominik Peters
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