Clueso in Leipzig

100 Jahre Nationalbibliothek war das Motto von zwei Tagen mit Top-Musikacts und bester Stimmung bei den Fans.

Das der Platz vor der Nationalbibliothek den zu erwartenden Menschenansturm nicht gewachsen sein dürfte, erkannten die Veranstalter schon lange im Vorfeld. Und so wurde kurzerhand der Platz vor dem Völkerschlachtdenkmal auserkoren, mit samt Straßensperrung und Umleitung für den Verkehr. In Leipzig ist man flexibel.

2 Tage feiern, am Freitag mit Xavier Naidoo und nun am Samstag CLUESO.

Petrus zeigte sich an diesem Abend von seiner besten Seite, schon vor dem Konzert heizte er mächtig ein. Temperaturen jenseits der 30 °C verhießen den Getränkeständen, trotz astronomischer Preise, regen Andrang.

Die Vorbands U3000 und der Däne Sebastian Lind taten ihr übriges dazu, das Abkühlung bei den Besuchern nicht wirklich zu erwarten war. Einsatzteams vom Roten Kreuz mussten zahlreiche Hitze geschädigte versorgen.

Und der eigentliche Grund, der auf über 13000 geschätzten Konzertgäste, stand noch gar nicht auf der Bühne. Doch kurz nach halb Neun war es endlich soweit.

Clueso und Band verstanden es sofort die Masse in Ekstase zu versetzen. Schwer war das nun nicht, bei den doch überwiegend weiblichen Konzertbesuchern.

In seiner gewohnt charmanten und lockeren Art hatte er das Publikum schnell in seinen Bann gezogen, wer konnte da wiedererstehen.

Natürlich punktete er mit seinen „Klassikern“. Was wäre ein Clueso-Konzert ohne „Gewinner“ , „Mitnehm“ oder „Keinen Zentimeter“. Nicht vorstellbar.

So sehr dabei waren all diese glücklichen und verzückten Gesichter, keiner hatte Bock zu gehen.

Auch das inzwischen sich anbahnende Unwetter konnte niemanden dazu bewegen sich nur einen Zentimeter weit weg von seinem angestammten Platz zu entfernen.

Geschlossen wartete man bis das Cello dann doch nochmal aus dem Keller geholt wurde. 😉

Liebe Grüße vom großen Udo trösteten darüber hinweg, das dieses Duett dann von Philipp Poisel, gemeinsam mit Clueso zur Überraschung der vielen Fans in die laue Sommernacht entlassen wurde. Die Vorstellung Udo könnte doch noch um die Ecke schauen war schnell vergessen bei diesem emotionalen Stück.

Schaute man sich um sah man in strahlende Gesichter, tanzend, mitsingend. Selbst die jüngsten machten es sich auf einer Mülltonne bequem und genossen textsicher die Show. Der Nachwuchs kann sich sehen lassen. Auf Papas Schultern wurde auch ein Ausflug in das Getümmel gewagt.
Und immer wieder dieses Lächeln in den Gesichtern, wie macht der Typ auf der Bühne das nur.

Der wunderschöne Titel „Herz“vom letzten Album „An und für sich“ ließ die kleinen Härchen auf dem Schweiß durchnässten Arm dann doch die Oberhand gewinnen.

Vereinzelt schickte Petrus nun schon einige Tropfen zur erquickenden Erfrischung hinab auf die aufgeheizte Menge. Der Zugabenblock hatte begonnen und niemand mochte sich ein Ende dieses emotionalen Abends vorstellen.

„Sie ist immer da wo was los ist…“, als diese Worte aus Clueso´s Mund hinaus schallten, gab es kein Halten mehr. Bei „Chicago“ sangen fast alle mit und die Hände gingen nach oben.

Blitze zuckten und ein dumpfes Grollen ließ die ersten Gäste das Weite suchen. Clueso machte auf der Bühne eine sicher nicht ganz massentaugliche, aber dennoch vernünftige, Ansage.

Der Sicherheit wegen würde es leider keine weiteren Zugaben geben. Jeder Mensch mit klarem Verstand konnte dies, wenn auch wehmütig akzeptieren. Auch mir war es ein wenig unbehaglich unter dem vorm  Regen schützenden Baum. Was passieren kann hörte man wenig später in der Presse, gar nicht so weit entfernt hatten die Besucher eines Festivals nicht so viel Glück.

Zufrieden machten sich die vielen Besucher auf um die Straßenbahn direkt vorm Konzertgelände zu erwischen, oder ein paar Schritte weiter am nun hell erleuchteten Völkerschlachtdenkmal vorbei zu ihren fahrbaren Untersätzen zu gelangen.

Bericht und Fotos: René

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