Freundschaftsbande

Von allen Geschenken, die uns das Schicksal gewährt, gibt es kein größeres Gut als die Freundschaft – keinen größeren Reichtum, keine größere Freude.
(Epikur von Samos)

Ein Frühlingsurlaub nähert sich seinem Ende, der „maskuline Feiertag“ dieses Jahres ist Geschichte, wir indes sind nun los gezogen im Namen der Freundschaft und der musikalischen Freude.
Sondershausen, diesmal das Ziel, liegt in strahlendem Sonnenschein, in einige samtige Wölkchen gebettet, als wir die Stadtgrenze durchfahren. Wir sind eingeladen, auf einen musikalischen Abend der besonderen Art und eine anschließende red- und weinseelige Nacht bei einer Freundin und ihrer Familie.

Nach herzlicher Begrüßung, Kaffee und ein wenig Fachsimpelei unter Fotografenfreunden brechen wir auf, diesmal zu Fuß.

Der „Jazzclub Sondershausen“, heute im Keller des Achteckhauses gleich neben dem Schloss, hat ein besonderes Event für uns parat.

Der letzte Tag des „Sondershäuser Jazzfrühlings“ ist gleichzeitig einem Treffen guter Freunde gewidmet. Alle zwei Jahre, fast schon alte Tradition, treffen sich Ralf Benschu und Freunde hier, laden sich musikalische Gäste ein und musizieren fröhlich drauflos, daß die Balken knarren und kein Auge trocken bleibt.

Dieses Happening durften wir uns nun wirklich nicht entgehen lassen, wenn auch der Jazz nicht genau zu jenen Musikrichtungen gehört, in denen ich mich besonders auszukennen glaube. Nichtsdestotrotz mag ich die jazzigen Klänge, den Swing, die Improvisation. Und ganz besonders natürlich Ralfs Saxophon!

Nun, wir treten ein, in den achteckigen Saal, welcher noch fast leer vor uns liegt. Es ist ja noch früh, der Zuschauerandrang erst einige Zeit später zu erwarten. Wir suchen uns Plätze an einer der Seiten neben der Bühne. So stören die zwei Fotografen die Zuschauer nicht und auch ich kann vielleicht einige kleine Mitschnitte mit meinem Camcorder tätigen.

Inzwischen hat sich der Saal gut gefüllt und es wird gespannt auf den musikalischen Teil des Abends gewartet.
Große Freude ereilt mich, als wir plötzlich in bekannte Gesichter blicken. Jana und Mathias waren extra von Gera hier her gereist, um wie wir, Ralf einmal wieder zu sehen und seiner und der Musik seiner Freunde und Gäste zu lauschen.

Beste Voraussetzungen also, um einen wundervollen Abend unter Freunden zu genießen.
Und der musikalische Teil sollte so gleich beginnen.

Zur quasi „Stammbesetzung“ seit nunmehr 4 Jahren, Ralf Benschu (sax), Christoph Gottwald (bass), Plamen Vassilev (drums) und Jens Goldhardt (key), gesellten sich mehrere Gäste.

So gibt uns am Beginn des Konzertes der Bassbariton Thomas Kohl vom Theater Nordhausen einen kleinen Einblick in sein Können. Er interpretiert Klassiker wie beispielsweise Louis Armstrongs „what a wonderful world“, um hier nur Einen zu nennen.

An der Akustik-Gitarre ist heute Marco Böttker aus Eisleben zu Hause. Besonders beeindruckt mich die beschwingte Leichtigkeit des Spiels dieses jungen Mannes, welcher es selbst im Sitzen versteht, besonders den Latinoklängen Leben und unbändige Lebensfreude einzuhauchen.

Dann, irgendwann erscheint neben Ralf eine Dame mit Trompete. Britta Corell-Zerres, ständiges Mitglied des Loh-Orchesters Sondershausen, spielt nun gemeinsam mit Ralf im Duett.

Es ist für mich immer wieder faszinierend, wie so unterschiedliche Musiker, aus den verschiedensten Genres der Musik, sich zusammen finden können, einfach nur aus Spaß am Musizieren ihre Instrumente in harmonischen Einklang bringen und dabei anderen so unglaublich viel Freude geben können.

Auf einmal füllt sich der Platz vor der Bühne mit Leuten, Bewegung kommt in die Menge, es wird getanzt. Spätestens jetzt wünscht sich wohl Jeder, ob Akteur oder Publikum, daß dieser Abend noch lange kein Ende nehmen sollte.

Dies wird auch nicht so schnell geschehen. Erst weit nach Mitternacht ist der letzte Ton verklungen, die letzte Zugabe gespielt und der Keller des Achteckhauses von Menschen geleert.

Wir plaudern noch ein klein wenig mit den Akteuren des Abends, mit Freunden, die man ja leider viel zu selten sieht und verabschieden uns später, nicht ohne das Versprechen uns wieder zu treffen. Irgendwann, bei nächster Gelegenheit aber ganz sicher, auf jeden Fall.

Wir ziehen von Dannen, gemeinsam mit Jana, in ihr freundliches Heim, welches uns für diese Nacht Herberge sein soll. Die Nacht ist noch lang, Gespräche wollen nicht enden, bis schon der erste Sonnenstrahl uns ermahnt, doch noch ein wenig zu ruhen, da der nächste Tag schon wieder neue Erlebnisse bringen wird.

Wir verweilen noch die Hälfte des neuen Tages hier, sehen uns ein wenig die Stadt an und balgen mit der kleinen schwarzen Katze, welche sich als Kater entpuppte und sahen uns den Abenteuerspielplatz „Keller“ der Kinder des Hauses an, ehe wir aufbrechen, nach Chemnitz, um Keimzeit dann am Abend wieder einmal beim Musizieren zuzuschauen und andere Freunde zu treffen.

Während ich nun hier sitze und nachdenke,wird mir wieder einmal besonders bewusst, welch hohes Gut und welch Glückseligkeit doch Freundschaft bedeutet.

Ein Geben und Nehmen, ohne Frage nach dem Warum und Wofür, ob in der Nähe, oder in Ferne, echte Freundschaft bleibt bestehen.
Danke dafür.

Bericht: Birgit

Fotos: René

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