Julia Neigel – unplugged

Im Dezember 2011 hatte ich erstmals das Vergnügen beim Konzert „Rock gegen Rechts“ (wir berichteten) die wunderbare Julia Neigel live erleben zu dürfen.

Die Energie, die sie ausstrahlte und ihre wunderschöne Stimme, ließen den Gedanken aufkommen auch einmal ein reguläres Konzert von ihr zu besuchen.

Nun durch den Umstand das sie an diesem Wochenende in unmittelbarer Nähe auftreten sollte, reifte aus diesem Gedanken ein Plan. Auf nach Erfurt ins Dasdie Brettl.

Das Haus war von früheren Konzerten wohlbekannt. Es hat Charme. Bevor auf der Bühne auch nur ein Scheinwerfer leuchtet wird ausgiebig diniert.

Alle Tische im Saal waren fast bis auf den letzten Platz besetzt. Ich suchte mir etwas abseits eine Sitzgelegenheit. Eine kleine Erfrischung noch und der Abend konnte beginnen.

Die ältere Generation, ja ich zähle mich auch dazu 🙂 , kennt sie noch unter ihrem damaligen Namen Jule Neigel. Das ist lange vorbei und heute trägt sie wieder selbstbewusst ihren Geburtsnamen Julia.

Julia begann das Konzert mit leisen Tönen. Mit ihrem entzückenden Äußeren verzauberte sie sofort.

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Der Abend stand unter dem Vorzeichen „unplugged“, nicht das ganz große Besteck wurde ausgepackt. Aber wer jetzt dachte das man bei jedem Titel eine Stecknadel zu Boden fallen hören könnte, der irrte.

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Joerg Dudys an der Akustikgitarre,

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Simon Nicholls am Piano/Keyboards

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sowie Chriss Gross am Schlagzeug machten durchaus Druck.

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Ein Spaß zuzusehen wie die Musiker auf der Bühne miteinander harmonierten. Da gab es liebe Gesten bei der Vorstellung der einzelnen Bandmitglieder durch Julia.

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Nicht nur Julia gab offen zu Gänsehaut zu bekommen bei dem herzlichen Empfang durch das Erfurter Publikum. Ich bekam sie manchmal auch. 🙂

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Es macht wirklich Freude, wenn man den Künstlern auf der Bühne abnimmt, das sie Spaß an der „Arbeit“ haben. Dieses Gefühl hatte ich zu 100%.

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Das Nähe zum Publikum sehr wichtig ist zeigte Julia äußerst einfühlsam. Sie scheut nicht den Kontakt, sie geht offen auf die Menschen zu. Da ist schnell das „Eis“ gebrochen wenn Julia ihre Hände ausstreckt. Auf einmal sind alle Hemmungen weg und der ein oder andere erhebt sich. Auch eine herzliche Umarmung ist da möglich. So etwas nimmt man gern mit nach Hause.

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Schüchtern war sie damals, als sie mit 14 das erste mal auf einer Bühne stand. Man kann es heute kaum glauben. Man musste sie förmlich auf eine Bühne schubsen. Mit doch etwas Stolz verkündet Julia das sie nach über 30 Jahren doch noch ganz gut in Schuss ist. Ich habe keine gegenteiligen Meinungen aus dem Publikum vernommen. Ein wohlwollendes Applaudieren sagte Alles.

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Das Konzert stand natürlich im Zeichen ihres 2011 erschienenen Albums „Neigelneu“.

Aber eben nicht nur. Wie viele Bands singt Julia nicht nur ihre eigenen Songs. Die Frage ins Publikum ob die Band „…..“ (ich habs mir leider auch nicht gemerkt) bekannt ist zieht nur Schulterzucken nach sich. Aber das ist gar nicht so schlimm, das Cover gefällt, der Applaus zeigt es.

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Ein sehr schöner Moment ist als kurz vor Schluss Julia fragt ob sie denn sich unter die Zuhörer mischen darf. Auf Händen getragen von der Bühne bis nach hinten war ja leider nicht möglich.

Nun sie ging auf eigenen Füßen und die Nähe war auf einmal wieder da. Und auch die Gänsehaut, sehr emotional.

Nur von einem Spot begleitet ging sie durch den Saal, niemand saß mehr auf seinem Platz.

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Ein wenig Wehmut machte sich breit. Das Ende war abzusehen. Die Musiker verneigten sich und genossen sichtlich die Standing Ovations.

Ja was fehlte an so einem bezaubernden Abend noch. Ja das „Kling Klang“ von Julia Neigel. 🙂

Aber ich gebe es zu, darauf habe ich mich auch gefreut. Und Julia ebenfalls, sagt sie jedenfalls. 🙂

„Schatten an der Wand“ in der sehr schönen Akustikversion war ein grandioser Abschluss.

Danke das ich dabei sein durfte.

Bericht und Fotos: René

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