Felix Meyer – Menschen des 21. Jahrhunderts

Tourstart in Zwickau am 01. Mai im Alten Gasometer:
FELIX MEYER – „Menschen des 21. Jahrhunderts“

Es kann losgehen!

20Uhr. Die Stimmung ist entspannt bei dicht gedrängter Menge im Gasometer Zwickau. Gegen 20:20Uhr öffnet sich eine Leinwand und wir werden Zeuge der Bandgeschichte rund um Felix Meyer. Alles begann, als sich Felix und Eric nach dem Abitur gemeinsam auf den Weg machten. Sie wollten nach Frankreich. Die Straßenmusik eröffnete ihnen diesen Weg mit unerwartetem Erfolg und überraschender Leichtigkeit. Der Zufall will es, dass sie eines Tages in Lüneburg Franz Plasa begegnen. Seitdem steht hinter „Felix Meyer“ eine ganze Band, die sich einen studentischen Charme trotz wachsender Berühmtheit erhalten hat. Genau das ist es, dass auch Plasa an der Band so fasziniert: Die Art, bei der es nicht darum geht, nach Perfektion zu streben, sondern darum, vor allem authentisch zu sein. Mit Leib und Seele.

Die Nähe zum Publikum wird bewusst gesucht, weshalb auch trotz mittlerweile gut gefüllter Konzerthallen nicht auf die Straßenmusik verzichtet wird. Die Band lieb es in einer Fußgängerzone unangekündigt aufzutauchen und die Menschen dazu zu bewegen, inne zu halten, in ihrer ständigen Betriebsamkeit. Bei Regen werden Schirme gereicht.

Wenn man die Bilder auf der Leinwand an einem vorbeirauschen sieht, bleibt ein Gefühl von Lockerheit und Natürlichkeit zurück. Man sieht die Band bei Proben in der Natur, am Lagerfeuer mit Gitarre und bei jugendlichem Übermut am Meer. Selbst während der Fahrt im Tourbus wird gemeinsam gesungen und ausprobiert. Woher die Ideen für die Texte kommen? Felix sammelt während seiner Reisen eine Vielzahl von Postkartenmotiven, von denen er uns in seinen Songs berichtet: „…spielen Gott und der Teufel immer dienstags eine Runde Schach“ ist nur ein Motiv unter vielen, entdeckt in Barcelona.

„Ich hätte nie gedacht, dass irgendwann etwas in meinem Leben entsteht, dass nur annähernd einen Sinn ergibt“, so Felix.

Die Leinwand schließt sich unter anerkennendem Applaus und es bleibt ein Gefühl von Faszination.

Felix betritt in gewohnt legerer Lederjacke mit Band die Bühne und es kann losgehen! Gleich ab dem ersten Song hat man das Gefühl dabei zu sein. Bereits mitten im Konzert zu sein. Es ist der Auftakt einer neuen Tour: „Menschen des 21. Jahrhunderts“ zum gleichnamigen Album, das im April erschien. Das dritte Studioalbum bereits.

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„Mitten im warum auch immer so genannten Feierabendverkehr, als wenn da irgendwie ein guter Grund zum Feier wär – steh ich mal wieder und frage mich, warum ich nicht schon viel früher zu dir losgefahren bin…“

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An diesem Abend gab es definitiv genug Anlass zum Feiern. Die Musik lädt wahrlich dazu ein. Alles wirkt dabei so leicht und beschwingt, wobei die Texte nahezu immer zum Nachdenken einladen. Seifenblasen steigen auf und erscheinen sehr passend zu dem Abend, dem ein Stück Zauber, „Fantasie“ inne wohnt.

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Überall schaut man in lächelnde Gesichter, die sich im Takt der Musik bewegen. Der Schlagzeuger gibt den Takt vor und Felix animiert zum Mitklatschen. „Es darf weh tun – hinterher.“ Hinter mir wird mitgesungen. Die Besonderheit von Felix Stimme wurde auch von Plasa bewusst hervorgehoben. Vor allem ist er immer mit voller Leidenschaft dabei. Kein Lied wird einfach gesungen. Nein, es wird mit Leben und Leidenschaft gefüllt. Felix gibt alles. Immer und für jeden Song.

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Zwischendurch werden die Mikrophone beiseitegeschoben und die Straßenatmosphäre in die Halle gebracht. Da ist sie wieder diese Authentizität. Völlig unkompliziert und unverwechselbar. Ein wahrer Genuss. Alle Musiker sind eins mit ihren Instrumenten, lächeln und scheinen Spaß zu haben. Felix ermuntert das Publikum in den Pausen mit der Band ins Gespräch zu kommen. Eric bittet um Handtücher. Es wird wärmer.

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„Liebe, Dreck und Gewalt“ schallt es durch das Megaphon. Die Band lebt einen Traum. Und nimmt einen mit. Es packt einen regelrecht. „Zeiten großer Worte sind vorbei“ verkündet Felix. Von seiner Seite dürfen wir sicher noch einige große Worte erwarten. Zwischendurch schnappt er sich eine Kamera und erhascht spontan Motive von der Bühne und dem begeistertem Publikum.

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Gute zwei Stunden wird gesungen und gefeiert. „Empfiehlt uns weiter“ lauten Felix Schlussworte. Das werden wir. Schließlich ist diese gute Laune ansteckend.

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Die Musik und die Texte faszinieren. Mal locker und leicht, mal etwas ernster und melancholischer. Aber nie überheblich. Immer bodenständig. Sie sind eine Band von nebenan. Und am Ende bleibt die Lust auf mehr. Davon kann man wohl kaum genug bekommen.

„In Nacht und Regen geht heut diese lange Reise weiter…“

Bericht: Bettina John

Fotos: Bettina John und René

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